Afrikas Fußball-Boss Motsepe (l.) hält zu Infantino

Afrika hält zu Infantino und beschert ihm Mehrheit

Freitag, 07. August 2026 | 10:42 Uhr

Von: importer

FIFA-Präsident Gianni Infantino steckt seit dem Scheitern seines Plans, den Fußball-Weltverband für private Investoren zu öffnen, in einer schweren Krise. Doch die Kräfteverhältnisse scheinen zugunsten des Schweizers zu stehen. Am späten Donnerstagabend bekräftigte der afrikanische Kontinentalverband (CAF) nach einer Sitzung seines Exekutivkomitees einstimmig seine Unterstützung für Infantino und teilte das Resultat auf X mit.

Die Entschuldigung Infantinos wurde positiv aufgenommen, nachdem die FIFA-Führung am Mittwoch in Rabat eine Krisensitzung abgehalten und Fehler im Zusammenhang mit den Investorenplänen eingestanden hatte. Die CAF ist mit 54 Mitgliedsländern die zweitgrößte Kontinentalkraft innerhalb der FIFA.

Asiens Konföderation (AFC) mit ihren 46 Mitgliedsverbänden stellte sich wiederum nicht klar gegen Infantino. Sie erklärte jedoch, das Projekt habe “grundlegende Schwächen in den Konsultations- und Entscheidungsprozessen der FIFA” offengelegt und forderte eine rasche Überprüfung der Governance-Strukturen. Gleichzeitig erhielt Infantino Unterstützung von mehreren asiatischen Verbänden.

Auch CONMEBOL und OFC aufseiten Infantinos

Die südamerikanische Konföderation (CONMEBOL) mit ihren 10 Mitgliedsverbänden, darunter Argentinien und Brasilien, hatte sich zunächst zurückhaltend gezeigt. Gleichzeitig sprachen sich die Südamerikaner für die Wahrung der Institutionen aus und lehnten jede Initiative zur Absetzung Infantinos ab.

Ozeaniens Konföderation (OFC) hatte ihre 11 Mitgliedsverbände nach der Vorstellung des Projekts lediglich aufgefordert, dieses zu prüfen und sich am Konsultationsprozess der FIFA zu beteiligen. Seit der Aufgabe des Projekts hat sie sich nicht mehr geäußert.

UEFA und CONCACAF sind nicht einverstanden

Obwohl das umstrittene Projekt inzwischen offiziell aufgegeben wurde, bleibt die UEFA mit ihren 55 Mitgliedsverbänden hart. Das Vertrauen in die Präsidentschaft von Infantino ist verloren. Mehrere europäische Verbände, darunter Finnland, Serbien, Schweden, Wales und Dänemark, haben bereits öffentlich angekündigt, Infantino bei der Wahl 2027 nicht zu unterstützen. Die Haltung der großen Fußballnationen steht jedoch noch aus.

Auch die CONCACAF mit ihren 35 Mitgliedsverbänden aus Nordamerika, Mittelamerika und der Karibik schloss sich der Kritik der UEFA am Privatisierungsprojekt an. Die FIFA habe “außerhalb jedes Rahmens und ohne Transparenz, Konsultation oder ordnungsgemäßes Verfahren” gehandelt. CONCACAF-Präsident Victor Montagliani, ein Kanadier, gilt laut mehreren internationalen Medien als möglicher Gegenkandidat Infantinos. Ein möglicher Riss deutete sich aber durch Mexiko an. Der Co-Gastgeber der jüngst beendeten WM “unterstützt Präsident Infantinos Führung bei seinen fortgesetzten Bemühungen, die Entwicklung des Fußballs durch die Stärkung der Institutionen voranzutreiben.”

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