Von: Sophia Molitor
Rungg – Die Ausgangslage könnte spannender kaum sein. Zwei Spieltage vor Schluss liegen in der Damengruppe alle vier Mannschaften mit jeweils fünf Punkten gleichauf. Die ersten beiden ziehen in die Play-offs ein, die anderen beiden müssen in die Abstiegsrunde. Nach drei Auswärtsspielen in Folge kehren die Rungger Damen am Sonntag auf den Rungghof zurück. Dort bestreiten sie auch ihr letztes Gruppenspiel. Der erste Gegner hat es allerdings in sich: Mit der Società Canottieri Casale gastiert die auf dem Papier wohl stärkste Mannschaft der Gruppe in Südtirol. Das Aufgebot der Piemonteserinnen liest sich wie das Teilnehmerfeld eines internationalen Profiturniers. Lisa Pigato steht auf Platz 102 der WTA-Weltrangliste, Aliona Bolsova Zadoinov war bereits die Nummer 88. Auch Darja Semenistaja erreichte schon Rang 87. Dazu kommt Federica Urgesi, die erst kürzlich das ITF W35-Turnier im portugiesischen Loulé gewann, bei dem die Südtirolerin Laura Mair das Halbfinale erreicht hatte. Mit der erst 16-jährigen Sara Angelica verfügt Casale zudem über ein junges Talent.
Welche dieser Spielerinnen tatsächlich in Girlan aufschlagen werden, ist allerdings offen. Ebenso ungewiss ist die Aufstellung der Gastgeberinnen. Verena Meliss gilt als Fixpunkt, ein Einsatz der deutschen Linkshänderin Noma Noha Akugue wäre für die Zuschauer eine zusätzliche Attraktion. „Casale ist sehr stark. Es kommt darauf an, mit welcher Formation sie antreten“, erklärt Runggs Chefcoach Manuel Gasbarri. „Es wird auf jeden Fall sehr schwierig – für beide Mannschaften.“ Zur eigenen Aufstellung könne er derzeit noch keine Angaben machen.
Herren zwischen Play-off-Traum und Verletzungssorgen
Bei den Herren ist die Ausgangslage eine andere. Nach drei Heimsiegen in Folge reist der TC Rungg Südtirol Yogurteria am Sonntag zum CT Zavaglia nach Ravenna. Spielbeginn ist um 10.00 Uhr. Ein Punkt fehlt den Südtirolern noch, um den Klassenerhalt endgültig abzusichern. Mit neun Punkten liegt Rungg gleichauf mit Tabellenführer Santa Margherita Ligure. Zavaglia und Palermo folgen mit jeweils drei Zählern. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich für die Play-offs, der Zweite sichert sich direkt den Klassenerhalt. Die beiden anderen Mannschaften müssen in die Play-outs.
Das Hinspiel gegen Zavaglia gewann Rungg souverän mit 5:1. Doch diesmal könnte die Aufgabe wesentlich schwieriger werden. In Südtirol fehlte den Gästen nämlich Nerman Fatic. Der Bosnier, einst die Nummer 191 der ATP-Weltrangliste und aktuell auf Rang 588 geführt, würde die Mannschaft aus Ravenna erheblich verstärken. Dazu kommen erhebliche Personalsorgen bei den Südtirolern. Alexander Weis laboriert an einer Bauchmuskelzerrung, Enrico Dalla Valle fällt ebenfalls verletzungsbedingt aus. Damit könnten ausgerechnet in der entscheidenden Saisonphase zwei wichtige Stützen fehlen. Trotzdem ist die Ausgangslage vielversprechend: Mit einem Punkt wäre das wichtigste Saisonziel erreicht. Und sollte Rungg in Ravenna sogar gewinnen, dürfte der Traum von den Play-offs bis zum letzten Spieltag weiterleben.




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