Gall (l.) auf dem Podium mit Vingegaard

Gall beendet Giro als Gesamtzweiter hinter Vingegaard

Sonntag, 31. Mai 2026 | 20:18 Uhr

Von: apa

Felix Gall hat den Giro d’Italia als Gesamtzweiter beendet und damit den größten Erfolg seiner Radsportkarriere gefeiert. Der Osttiroler musste sich nur dem souveränen Gesamtsieger Jonas Vingegaard (Visma) aus Dänemark geschlagen geben, der mit einem Vorsprung von 5:22 Minuten auf den Decathlon-Kapitän seinen ersten Giro-Triumph bejubelte. Den Tagessieg auf der 21. und letzten Etappe der 109. Italien-Rundfahrt in Rom holte sich Lokalmatador Jonathan Milan im Massensprint.

Gall, der außerdem den vierten Platz in der Bergwertung belegte, fuhr das beste Ergebnis eines Österreichers bei den drei großen Rad-Rundfahrten ein. Die bisherige Bestmarke hatte Adolf Christian mit einem dritten Gesamtplatz bei der Tour de France 1957 inne. “Das war das große Ziel, am Podium zu stehen. Dass es gleich mit dem ersten Anlauf so gut klappt, hätte ich mir nicht gedacht”, sagte das rot-weiß-rote Aushängeschild zufrieden. Der Moment auf dem Podium sei ein ganz besonderer gewesen. “Es waren wirklich drei perfekte Wochen.”

Vingegaard vervollständigt Trilogie

Gall radelte bei den Bergankünften fünfmal auf den zweiten Tagesrang, nur Vingegaard war stets unantastbar. Der 29-Jährige vollendete nach den Erfolgen bei der Tour de France (2022, 2023) und der Vuelta (2025) seine Grand-Tour-Trophäensammlung. Dieses Kunststück war erst sieben anderen Radprofis (Jacques Anquetil, Felice Gimondi, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Alberto Contador, Vincenzo Nibali und Chris Froome) zuvor gelungen. “Es ist toll und etwas, wovon ich mein ganzes Leben geträumt habe”, sagte ein emotionaler Vingegaard, der auf dem Podium mit seinen beiden kleinen Kindern in Rosa feierte. “Es ist ein spezieller Tag für mich.”

Vingegaards großem Dauerrivalen Tadej Pogacar, der in diesem Jahr nicht beim Giro dabei war, fehlt noch der Erfolg bei der Vuelta. Die beiden treffen erst wieder bei der am 4. Juli beginnenden 113. Auflage der Tour de France beim Grand Depart in Barcelona aufeinander. Gall wird auf die Tour verzichten und bei der Vuelta wieder angreifen, für das Decathlon-Team will der französische Shootingstar Paul Seixas (19) für eine Überraschung sorgen.

Auch Edelhelfer Mühlberger in den Top 15

Für Gall steht nun ein kurzer Urlaub mit Freundin Maya in der italienischen Hauptstadt auf dem Programm, wo er den Erfolg genießen will. “Geplant habe ich jetzt erst einmal eine renn- und radfreie Zeit”, erklärte der 28-Jährige aus Nußdorf-Debant. Er habe jedenfalls physisch und auch dank der Erfahrung der letzten Jahre einen Schritt nach vorne gemacht. “Wir haben wirklich alles gegeben. Ich bin extrem glücklich und stolz auf diesen zweiten Platz.”

Hinter Gall, der im Vorjahr bei der Tour de France den fünften Platz eingefahren hatte, komplettierte der frühere Giro-Sieger Jai Hindley (+6:25 Min./Red Bull) das Podium. Mit Gregor Mühlberger, Galls Freund und Edelhelfer, auf Platz 15 (+23:53) durfte sich ein weiterer Österreicher über ein starkes Resultat freuen. “Danke Meister!!!”, schrieb Gall seinem Decathlon-Kollegen auf Instagram.

Auf dem letzten Teilstück über 131 km durch die Ewige Stadt wurde die Spitze traditionellerweise nicht mehr ernsthaft attackiert. In der Schlussphase präsentierte sich mit Tobias Bayer (Alpecin) auch der dritte Österreicher beim Giro in einer zweiköpfigen Ausreißergruppe, die aber keine Chance auf den Etappensieg hatte. Zeitfahr-Spezialist Filippo Ganna versuchte ebenfalls sein Glück, wurde aber auch eingeholt. Im Sprint feierte Lidl-Profi Milan den ersehnten ersten Tagessieg bei dieser Ausgabe.

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