Gall stand als Dritter neuerlich auf dem Podest

Gall beendet Vuelta auf Rang 3 – Spanier Mas triumphiert

Sonntag, 13. September 2026 | 21:26 Uhr

Von: importer

Felix Gall hat sich seinen zweiten Podestplatz bei einer großen Radrundfahrt nicht mehr nehmen lassen. Der Osttiroler beendete die Vuelta a Espana am Sonntag nach der 21. und letzten Etappe über 112 km mit Start und Ziel in Granada als Gesamtdritter. Geschlagen geben musste sich der 28-jährige Decathlon-Fahrer nur dem Spanier Enric Mas und dem Slowenen Primoz Roglic. Auf den 31-jährigen Sieger fehlten ihm am Ende 2:44 Minuten, Roglic hatte einen Rückstand von 2:15 Minuten.

“Das Hauptziel für dieses Jahr war es, bei einer Grand Tour auf das Podium zu fahren. Schon beim Giro hatte ich dieses Ziel erreicht. Nun ist es mir gelungen, diese Leistung bei der Vuelta zu wiederholen”, sagte Österreichs Aushängeschild. Ein “wirklich starkes Team” habe ihm dabei geholfen. “Ihr Einsatz war in diesen drei Wochen unglaublich. Wenn man um einen Podiumsplatz kämpft, muss jeder Opfer bringen und hundert Prozent für dieses Ziel geben. Genau das ist passiert, und dafür bin ich äußerst dankbar.”

Zweites großes Highlight zum Abschied

Nach Rang zwei beim Giro d’Italia gab es für ihn also ein zweites großes Highlight in diesem Jahr. Und wohl das letzte in Diensten von Decathlon, zumal er kommende Saison mit hoher Wahrscheinlichkeit für Lidl-Trek in die Pedale treten wird. “Ich bin nun schon seit fünf Jahren im Team und habe das Gefühl, dass ich jedes Jahr einen Schritt weiterkomme – das ist wirklich bereichernd. Es ist auch wunderbar, gemeinsam als Team (als Gewinner der Mannschaftswertung, Anm.) auf dem Podium zu stehen und diesen Moment mit meinen Teamkollegen zu teilen”, sagte Gall. Einen Podestrang bei einer der großen Rundfahrten hatte vor ihm aus rot-weiß-roter Sicht nur Adolf Christian mit einem dritten Gesamtplatz bei der Tour de France 1957 erreicht.

Am letzten Teilstück der 82. Auflage änderte sich an der Spitze der Gesamtwertung nichts mehr, in den Kampf um den Etappensieg griffen die Topfahrer nicht ein. Diesen sicherte sich der Norweger Tobias Halland Johannessen. Die Zeiten für die Gesamtwertung waren bereits vor der letzten Runde gut zehn Kilometer vor dem Ziel eingefroren worden. Damit kamen die Organisatoren dem Wunsch der Fahrer nach, die auf den gefährlichen Kurs hingewiesen hatten. Mas sorgte für den ersten spanischen Vuelta-Sieg seit Alberto Contador 2014. Der Mallorquiner profitierte davon, dass der klar in Führung liegende Superstar Tadej Pogacar auf der achten Etappe gestürzt war und aufgeben musste.

Mas hat “jeden Kilometer genossen”

“Ich hatte während der gesamten Vuelta riesigen Spaß. Alles lief super, ich habe jeden Kilometer genossen”, sagte Mas und fügte hinzu: “Ich habe in all der Zeit viele schwierige Momente erlebt, aber eine Vuelta zu gewinnen, ohne zu leiden, ist unmöglich. Man arbeitet darauf hin, einen solchen Tag zu erleben. Davon habe ich geträumt.”

Jahrelang lebte Mas unter dem großen Erwartungsdruck in der Heimat, die Nachfolge von Contador antreten zu müssen. Dreimal belegte er bei der Vuelta den zweiten und einmal den dritten Platz – zu wenig für die lange Zeit erfolgsverwöhnten Radsport-Fans in Spanien. Dass es nun doch noch gelang, machte auch seinen Vorgänger Contador glücklich. “Oft hat es den Anschein, als sei eine Leistung nichts wert, wenn man nicht gewinnt. Deshalb wird der Radsport Enric Mas mit diesem Vuelta-Sieg endlich die Anerkennung zollen, die er verdient”, sagte Contador der spanischen Zeitung “AS”. Der Pistolero hatte einst eine Ära geprägt, je zweimal die Tour de France und den Giro sowie dreimal die Vuelta gewonnen.

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