Hörl und Embacher jubeln über Olympia-Gold

Hörl/Embacher erlösen Skispringer – Gold im Super Team

Montag, 16. Februar 2026 | 22:04 Uhr

Von: apa

Jan Hörl und Stephan Embacher haben am Montagabend die letzte Chance genutzt und dem Männer-Skisprung-Team doch noch eine olympische Medaille beschert. Und die glänzt gar in Gold. Der 27-jährige Salzburger und der erst 20-jährige Tiroler feierten im Bewerb mit nur zwei Durchgängen einen Start-Ziel-Sieg und kürten sich im neuen olympischen Super-Team-Bewerb in Predazzo vor Polen und Norwegen zu Olympiasiegern. Das ÖOC-Team hält nun damit bei insgesamt 15 Medaillen (5/7/3).

So wie Fabio Gstrein für die alpinen Männer mit Slalom-Silber retteten Hörl/Embacher die ÖSV-“Adler” vor einer Blamage. 2018 in Pyeongchang hatte es zuletzt keine Medaille für die rot-weiß-roten Skispringer gegeben.

Hörl: “Haben gesagt, wir greifen heute an”

“Sprachlos. Wir sind heute echt aufgestanden und haben ein so gutes Gefühl gehabt, und gesagt, heute greifen wir an. Dass es uns so aufgeht, brutal geil. Wir haben noch keine Medaille gehabt, das war ein bisserl zäh bis heute, dann stehen wir ganz oben und können uns eine Goldene umhängen”, freute sich Hörl im ORF-Interview. Die Coaches hätten den Athleten mitgegeben, dass man nichts mehr zu verlieren habe. “Locker sein, frei drauflosspringen. Wir stehen ganz oben, sind locker gewesen, die Sprünge haben gepasst.”

Stephan Embacher konnte erst spät mit seinem Teamkollegen jubeln, weil er im letzten Durchgang nicht mehr springen durfte und erst von der Schanze nach unten kommen musste. Er ist nun zweitjüngster Skisprung-Olympiasieger Österreichs nach Thomas Morgenstern, der seinerzeit etwa ein Jahr jünger war. “Richtig, richtig geil. Unglaublicher Tag. Natürlich träumst als kleines Kind davon, dass du Olympiasieger bist. Dass das heute passiert, im Super Team mit dem Jan und so ein cooler Bewerb ist, das macht es umso schöner”, erklärte Embacher im ORF.

Er hatte sich bei immer stärker werdendem Schneetreiben oben in eine Decke eingehüllt, um sich vor dem Schnee zu schützen. “Ich habe es zuerst ganz cool gefunden, wie es ein bisserl angefangen hat (zu schneien), dann hat es ein bisserl übertrieben. Dann hab ich mich hingelegt, eine Decke drüber und hab die Augen zugemacht. Es war jetzt nicht so schlimm, aber die Füße sind mir auch schon abgestorben.”

Heftiger Schneefall kurz vor Schluss

Hörl startete den Bewerb für Österreich perfekt und brachte sein Team mit einem 137,5-m-Satz gleich in Führung, Olympiadebütant Embacher (132) verteidigte diese im ersten Durchgang. Bei schwierigen Seitenwindbedingungen schaffte es Hörl dann auch auf 128 m, ein Sprung, der in der Endabrechnung sehr wichtig war. Als Embacher dann bei den stark wechselnden Bedingungen auf 139 Meter und zur Tageshöchstweite segelte, lag Österreich 21,4 Zähler vor Polen klar auf Goldkurs. Im dritten Durchgang mit nur noch acht Teams sorgte dann das Wetter und eine sehr zauderhafte Jury für mehr Spannung als nötig. Nachdem Hörl auf 137,5 m gesprungen war und das Gold weiter abgesichert hatte, setzte sechs Springer vor Schluss plötzlich heftiger Schneefall ein. Daraufhin wurde nach langer Verzögerung der dritte Durchgang abgebrochen und die Wertung nach nur vier statt sechs Sprüngen herangezogen.

ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl war sehr froh, dass das Debakel ohne Medaille ausgeblieben ist. “Ich bin sehr erleichtert, Hut ab vor den Jungs, sie haben eine extrem gute Leistung heute gebracht. Die letzten eineinhalb Wochen waren nicht so leicht, cool, dass es so ausgeht. Wir haben das von Peking wiederholen können”, sagte der Tiroler. Der Teambewerb habe bei seinen Springern Kräfte mobilisiert. “Sie waren heute zum ersten Mal so richtig locker. Die Spiele waren extrem schwierig für uns, umso schöner, dass wir es zum Abschluss geschafft haben.”

Der Super-Team-Bewerb hat bei diesen Spielen das traditionelle Mannschaftsspringen mit vier Athleten abgelöst. Da war Österreich vor vier Jahren in Peking Olympiasieger geworden, u.a. auch mit Hörl. Der nunmehrige Doppel-Olympiasieger Hörl und Embacher hatten schon den einzigen Super-Team-Bewerb in dieser Weltcupsaison in Zakopane gewonnen.

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