Trainer Simone Vagnozzi gewährt tiefe Einblicke

Jannik Sinner hat ein “feuriges” Temperament

Montag, 27. Juli 2026 | 08:18 Uhr

Von: mk

Sexten – Auf dem Spielfeld oder vor der Presse wirkt Jannik Sinner oft wie ein Fels in der Brandung – kühl, fokussiert und frei von großen Emotionen. Doch dieses Bild täuscht, wie sein Chefcoach Simone Vagnozzi im Gespräch mit Walter Veltroni für den Corriere della Sera enthüllt: „Jannik ist in Wirklichkeit ein feuriger Typ.“

Der große Unterschied zu früher liege jedoch darin, dass der Südtirols Tennisstar gelernt habe, seine Leidenschaft und seine Emotionen gezielt zu steuern, statt sich von ihnen überwältigen zu lassen. Selbst eine schwierige Phase oder Leistungstiefs bringen den Weltranglistenersten nicht mehr aus dem Konzept.

Ungestillter Ehrgeiz als Erfolgsgeheimnis

Vagnozzi, der Sinner seit 2022 betreut, erinnert sich noch gut an das erste gemeinsame Gespräch. Schon damals habe Sinner klargestellt, dass ihm der Sprung in die Top Ten keineswegs reiche. „Genau diese Haltung unterscheidet die ganz großen Champions von den restlichen Profis“, betont der Trainer. Trotz seines heutigen Status bleibe Sinner extrem demütig, stets bereit zuzuhören und besessen davon, Details in Technik und Taktik weiter zu verfeinern.

Neben der mentalen Ausgewogenheit – Vagnozzi hilft Sinner dabei, weder nach Siegen in Euphorie noch nach Niederlagen in Melancholie zu verfallen – lobt der Coach das Zusammenspiel mit Co-Trainer Darren Cahill. Reibereien gebe es nicht: Eventuelle Meinungsverschiedenheiten würden diskret unter vier Augen geklärt, um dem Spieler stets ein stabiles Umfeld zu bieten.

Auf ein mögliches Traumduell zwischen Jannik Sinner und Tennis-Legende John McEnroe angesprochen, antwortet Vagnozzi mit einem Schmunzeln: Es wäre ein faszinierendes Spektakel – das Aufeinandertreffen zweier gegensätzlicher Temperamente, vereint durch ein außergewöhnliches Tennistalent.

Bezirk: Pustertal

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