Von: apa
Lilli Tagger hat sich als zehnte Österreicherin in die Liste der WTA-Turniersiegerinnen eingetragen. Die 18-jährige Osttirolerin gewann am Sonntag das Finale des Prager 250er-Tennisturniers gegen die Ukrainerin Daria Snigur 7:6(3),6:2 und scheint damit am Montag in der Weltrangliste erstmals unter den Top 50 auf. Es ist der 25. rot-weiß-rote Titelgewinn auf der Tour, Tagger fixierte mit dem bisher größten Triumph ihrer Karriere mit einem Schlag also gleich zwei Jubiläen.
Bei der Siegerehrung nach der über 89 Minuten gegangenen Hartplatz-Partie sprach sie von einer “unglaublichen Woche” und hob die Energie im Stadion hervor. Sie vergaß aber auch ihr Team mit Francesca Schiavone an der Spitze nicht: “Ihr macht unglaubliche Arbeit, damit ich meine Ziele erreichen kann.” Sehr speziell sei es letztlich gewesen, dass ihre Eltern und Geschwister kurz entschlossen zum Finale in Tschechiens Hauptstadt gereist war. “Danke, ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen.” Snigur anerkannte den Sieg Taggers: “Du verdienst es, herzliche Gratulation.”
Tagger fand im ersten Duell mit Snigur zunächst nicht so gut ins Match, es fehlte an Timing und Stabilität. Ihre 24-jährige Gegnerin schaffte mit ihrer zweiten Chance das Break zum 2:0, erst zum 1:3 schrieb Tagger erstmals an. Die Lienzerin fand ihrerseits erstmals bei 2:4 zwei Breakmöglichkeiten vor, doch Snigur brachte auch diesen Aufschlag durch. Ab da kam Österreichs Nummer zwei jedoch in Fahrt. Ein Doppelfehler Snigurs verschaffte ihr zwei Breakbälle, mit einem verwerteten Vorhand-Cross sorgte Tagger für das 4:5. Danach ging es mit dem Aufschlag ins Tiebreak.
Klare Steigerung brachte Sieg und Titel
In diesem behielt die ungesetzte Tagger in ihrem zweiten WTA-Endspiel nach Jiujiang im vergangenen November nach einer weiteren Steigerung klar die Oberhand, wobei sie mehrmals ihre sehenswerte einhändige Rückhand gewinnbringend einsetzte. Ein Doppelfehler Snigurs verschaffte Tagger den mit einem Ass nach 58 Minuten verwerteten ersten Satzball. Das letztlich knappe Ergebnis spiegelte im ersten Duell der beiden das klare Plus Taggers in der Satzstatistik nicht wider. Die von ihrem Vater betreute, als Nummer acht gesetzte Snigur war im ebenso genommenen Anlauf auf ihren ersten WTA-Titel im Hintertreffen.
Das bestätigte sich zu Beginn des zweiten Durchgangs, vorerst hielt sich die Kiewerin aber noch im Match. Ein weiterer Rückhand-Cross-Winner brachte Tagger aber dann das Break zum 3:1 und endgültig auf die Siegerstraße. Danach ging es mit dem Aufschlag bis zum Triumph des ÖTV-Asses. Sie erhält dafür nicht nur ein Sieger-Preisgeld von 37.390 Dollar (knapp 33.000 Euro), sondern auch 250 Punkte für das Ranking. Das wird sie auf Position 45 bringen. Tagger plant nach einer Woche Pause ein Antreten beim WTA-125-Turnier in Warschau, ehe es in den USA in die Cincinnati-Quali geht.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen