Kingstone Mutandwa mit zwei Toren im Finish Matchwinner

Ried nach späten Toren mit 2:1 gegen WAC im Play-off-Finale

Dienstag, 19. Mai 2026 | 20:48 Uhr

Von: apa

Die SV Ried trennt nur noch eine Hürde vom Europacup-Einzug. Der Aufsteiger setzte sich am Dienstag in einem dramatischen Play-off-Halbfinale der Bundesliga gegen den WAC mit 2:1 durch. Für Wolfsberg ist die Saison vorbei, die Rieder kämpfen am Freitag erneut daheim und am Montag in Wien gegen Rapid um ein Ticket in der Conference-League-Qualifikation. Matchwinner war Kingstone Mutandwa mit einem späten Doppelpack (80., 93.). Dazwischen hatte Marco Sulzner ausgeglichen (87.).

Beim WAC fehlte Angreifer Markus Pink. Für den Routinier ist die Saison wegen einer Muskelverletzung zu Ende, an seiner Stelle stürmte Erik Kojzek. Trainer Thomas Silberberger verzichtete zudem zu Beginn auf seinen wichtigsten Akteur, ÖFB-Teamspieler und WM-Teilnehmer Alessandro Schöpf. Mit dem Tiroler in der Startelf hatte der WAC zuletzt viermal in Folge gewonnen und das Abstiegsgespenst vertrieben, davor plagte Schöpf aber eine Oberschenkelverletzung. Silberberger argumentierte mit der Belastungssteuerung und einer möglichen Verlängerung und brachte seinen Schlüsselspieler erst in Minute 70.

Ried-Coach Maximilian Senft kehrte zu seinem gewohnten Personal zurück. Seine Mannschaft hatte vor lediglich 2.607 Zuschauern vor der Pause mehr Spielanteile, wirklich zwingend wurde aber keines der beiden Teams. Ein Kopfball von Rieds Nikki Havenaar nach Flanke von Jussef Nasrawe ging knapp neben das Tor (17.). Auf der Gegenseite wurde Angelo Gattermayer im Strafraum angeschossen (21.), der Ball sprang aber nicht ins Tor (31.). U21-Nationalstürmer Kojzek vertändelte die beste Gelegenheit, weil ihm der Ball zu weit abprallte (45.+1), und wurde zur Pause ausgewechselt.

Mutandwa überragend

Nach der Pause erhöhten die Rieder die Schlagzahl. Ein Nasrawe-Schuss ging knapp über das Tor (54.). Mutandwa brachte den Ball nach einer Einzelaktion nicht an WAC-Goalie Nikolas Polster vorbei (64.). Einen Schuss von Ante Bajic blockte Nicolas Wimmer (66.), ein weiterer aus guter Position ging über das Tor (77.). Die verdiente Führung besorgte Mutandwa per Kopf nach Maßflanke von Oliver Steurer. Der WAC kam aber noch einmal zurück: Der eingewechselte Donis Avdijaj befreite sich aus der Ecke, Dejan Zukic fand Sulzner, und dieser platzierte den Ball perfekt im rechten Eck.

Als in der letzten Minute der Nachspielzeit bereits alles auf eine Verlängerung hindeutete, holte Mutandwa zu seinem zweiten Streich aus – und das in sehenswerter Manier. Der Sambier startete bei einem langen Ball von Bajic goldrichtig und schupfte den Ball seelenruhig über Polster ins Tor. Für Mutandwa waren es die Liga-Saisontore Nummer 15 und 16. Damit übertraf der 23-Jährige die bisherige Bundesliga-Bestmarke eines Ried-Spielers von Rene Gartler, dem 2013/14 15 Treffer gelungen waren. Für die offizielle Torschützenliste der Liga zählt das Europacup-Play-off allerdings nicht mehr. Sonst hätte Mutandwa auch Torschützenkönig Otar Kiteishvili von Sturm Graz (15 Treffer) noch überholt.

Der Erfolgslauf des WAC endete in Ried, wo die Kärntner zehn Tage zuvor dank eines 1:0-Sieges noch den Klassenerhalt fixiert hatten. Im achten Spiel unter Neo-Trainer Thomas Silberberger setzte es die zweite Niederlage. Nach 2023 und 2024 verloren die Wolfsberger auch ihr drittes Halbfinale, zu dem sie im Europacup-Play-off angetreten waren. Ried dagegen meldete sich nach drei Niederlagen in den jüngsten vier Partien zurück – und darf nun von der ersten Europacup-Teilnahme seit 2012 träumen.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen