Norwegen feiert einen historischen Erfolg

Schweizer Finaltrauma geht weiter – Finnland Weltmeister

Sonntag, 31. Mai 2026 | 23:31 Uhr

Von: APA/sda

Das Warten der Schweiz auf den ersten WM-Titel im Eishockey geht weiter. Die Eidgenossen verloren bei der Heim-Weltmeisterschaft am Sonntag in Zürich das Finale gegen Finnland mit 0:1 nach Verlängerung. In einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie schoss Konsta Helenius die Finnen mit dem goldenen Tor in der 71. Minute zum fünften WM-Titel. Die Schweiz verlor nach 2013, 2018, 2024 und 2025 auch das fünfte WM-Finale, das dritte in Folge.

10.000 Fans im Eistempel in Zürich-Altstetten und viele Tausend im ganzen Land standen bereit, um endlich den ersten WM-Titel der Geschichte zu feiern. Vor zwei Jahren in Prag kam der K.o.-Schlag in der 50. Minute, vor einem Jahr in Stockholm in der 63. und diesmal zerstört Helenius von den Buffalo Sabres alle Träume. Die im Turnier bis dahin so souveränen Schweizer müssen sich einzig vorwerfen lassen, dass sie nun schon im dritten Jahr in Folge im Endspiel kein Tor zustande gebracht haben.

Die Schweizer wirkten etwas gehemmt, das war vor allem im ersten Drittel evident. Da findet das Team von Jan Cadieux offensiv praktisch nicht statt. In der 14. Minute traf der Finne Mikko Lehtonen mit einem Knaller nur die Latte, wenig später jubeln die Skandinavier zu früh, weil Anton Lundells vermeintlicher Führungstreffer wegen eines zu hohen Stocks zurecht aberkannt wurde.

Stange und Latte in der Verlängerung

Im Mitteldrittel kamen die Gastgeber in fast zwei Minuten doppelter Überzahl zu keiner echten Torchance. Danach steigerten sie sich aber, konnten Torhüter Justus Annunen von den Nashville Predators aber nicht bezwingen. In der Verlängerung sprang zunächst ein Schuss des Finnen Jesse Puljujärvi von der Innenstange zurück, auf der anderen Seite landete ein Schuss von Damien Riat an der Latte.

Am Ende bleibt den Schweizern einmal mehr nur die tiefe Enttäuschung. Nach den verlorenen Endspielen 2013 und 2018 (gegen Schweden), 2024 (gegen Tschechien) und 2025 (gegen die USA) bleibt zum fünften Mal nur Silber – und fast jedes Mal war es eine knappe Entscheidung.

Medaillen-Premiere von Norwegen

Norwegen hat die Sensation geschafft und erstmals eine WM-Medaille geholt. Die Skandinavier gewannen das im Finish dramatische Spiel um Platz drei gegen den einstigen Goldfavoriten Kanada mit 3:2 nach Verlängerung (1:0,1:0,0:2,1:0) und damit Bronze. Das Überraschungsteam verspielte in den letzten 76 Sekunden der regulären Spielzeit eine 2:0-Führung, doch in der Verlängerung gelang Noah Steen nach dreieinhalb Minuten mit seinem siebenten Turniertor der Lucky Punch. Rekordweltmeister Kanada ging damit schon zum dritten Mal hintereinander leer aus.

Der Außenseiter ging in der 8. Minute in Führung, als Emilio Pettersen von einem Torhüterfehler von Jet Greaves profitierte. Im Mitteldrittel erhöhte Stian Solberg mit einem abgelenkten Schuss auf 2:0 (33.). Dann bäumten sich die Kanadier noch einmal auf. Mit einem sechsten Feldspieler auf dem Eis gelang Robert Thomas ein Doppelpack – der Ausgleich fiel sieben Sekunden vor der Schlusssirene. Zum Sieg reichte es aber nicht.

Der Erfolg der spielerisch unterlegenen Norweger war etwas glücklich, aber am Ende nicht unverdient, weil sie den Sieg mehr wollten als die Kanadier mit ihren Superstars Sidney Crosby und Macklin Celebrini. Zudem hielt Goalie Henrik Haukeland (46 Paraden) einmal mehr herausragend. Kanada, das im Halbfinale an Finnland (2:4) gescheitert war, misst einer Bronzemedaille traditionell wenig Bedeutung bei. Im Mutterland des Eishockeys gilt die Devise: Gold oder nichts. Letztmals gewannen die Kanadier 1995 ein Bronze-Spiel, seither verloren sie nun zum sechsten Mal im “kleinen” Finale.

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