Souveräne Vorstellung der neuen Nummer 1 im Wien-Viertelfinale

Zverev, Alcaraz und Medwedew marschieren ins Wien-Halbfinale

Freitag, 30. Oktober 2026 | 22:05 Uhr

Von: importer

Die Nummern eins bis drei des Wiener Tennisturniers stehen nach Favoritensiegen im Halbfinale des ATP-500-Events. Alexander Zverev dominierte den Briten Arthur Fery in seinem ersten Match als angehender Weltranglistenleader mit 6:0,6:2, Carlos Alcaraz gewann gegen den US-Amerikaner Tommy Paul 6:4,7:6(2) und Daniil Medwedew setzte sich gegen den Franzosen Adrian Mannarino mit 6:2,6:3 durch. Der Russe trifft nun auf Alcaraz, Zverev auf den Australier Alex de Minaur (Nr. 5).

Zverev blieb nach dem am Vortag fixierten Erreichen seines großen Karriereziels am Drücker, spielte seinem ab Montag auch offiziellen neuen Status entsprechend. Freilich war Fery in der Neuauflage des heurigen Wimbledon-Halbfinales überfordert, seinen ersten Gamegewinn bei 0:6,0:2 feierte der 24-Jährige wie einen Satzgewinn. Im Endeffekt hatte Zverev beinahe immer die bessere Antwort. Fery, der Sensationsmann seines Heimat-Grand-Slams, rückt im ATP-Ranking dennoch erstmals in die Top 32, womit er gute Chancen auf eine Australian-Open-Setzung hat.

Zverev bewegt sich in ganz anderen Dimensionen, nur 59 Minuten benötigte er für seinen Sieg. Es ist sein insgesamt drittes Wien-Halbfinale nach seinem Titelgewinn 2021 sowie dem Vorjahres-Endspiel. “Es war ein relativ gutes Match von meiner Seite”, meinte der 29-Jährige nüchtern, nachdem er nach seinem großen Tag erst um 4.30 Uhr ins Bett gekommen war. Im Head-to-Head mit dem am Abend gegen den Italiener Matteo Berrettini 7:6(4),6:2 siegreichen de Minaur führt Zverev 9:4. Zverev: “Mit dem tiefen Absprung hier ist de Minaur ein gefährlicher Gegner.”

Alcaraz nahm Paul 16 Sätze en suite ab

Alcaraz wiederum hat nun sein Ergebnis vom Antreten beim ATP-500-Event 2021, seinem davor einzigen Wien-Antreten, egalisiert. Paul besiegte er im zehnten Duell zum siebenten Mal in Folge bzw. zum insgesamt achten Mal, 16 Sätze in diesem Duell gewann Alcaraz in Folge. Diesmal hätte es durchaus einen dritten Durchgang geben können, Paul war schon im ersten Satz gut im Match. Alcaraz wehrte bei 2:3 zwei Breakbälle des 29-Jährigen ab – und nutzte im Game danach seinen vierten Breakball. Nach 51 Minuten servierte der Iberer aus.

Im zweiten Satz war Paul im achten Game knapp daran, sich das Aufschlagspiel vom siebenfachen Grand-Slam-Turniersieger zu holen. Erneut ließ die Nummer sieben des Turniers in dem Schlagabtausch zwei Breakchancen aus. Das sollte sich rächen, denn im Tiebreak ließ der Favorit nichts anbrennen. Vier Matchbälle fand Alcaraz vor, den ersten davon nutzte er nach 1:50 Stunden zum Halbfinaleinzug. Gegen Medwedew liegt er im Head-to-Head 6:3 voran, die bisher letzte Partie der beiden ging heuer im Indian Wells-Halbfinale aber an den Russen.

“Er spielt ein großartiges Tennis”, lobte Alcaraz seinen kommenden Gegner. “Sein Selbstvertrauen ist sehr groß, es wird sehr hart gegen ihn und sicher ein großartiges Match.” Mit seiner Vorstellung gegen Paul war der 23-Jährige zufrieden. “Ich hatte einige Breakbälle abzuwehren und bin sehr stolz, weil er (Paul, Anm.) gut gespielt hat. Man muss aber immer mutig bleiben und positiv denken.” Für Alcaraz geht es um sein zweites Finale nach seinem Comeback infolge des Tokio-Titelgewinns, für Almaty-Turniersieger Medwedew um sein zweites en suite.

Medwedew fünfmal in Folge zumindest im Halbfinale

Überhaupt ist es für den 30-Jährigen ein bisher “goldener Herbst”, beim fünften Turnier in Folge steht er im Halbfinale. Die Teilnahme für die Turiner Finals ist die Belohnung. Im 96-Minuten-Match gegen Mannarino war Medwedew weitgehend ungefährdet, auch wenn der 38-jährige Qualifikant ihn zeitweise durchaus forderte. Die Zuschauer wurden bei einigen längeren attraktiven Ballwechseln gut unterhalten. “Es war ein hartes, körperlich anstrengendes Match”, sagte der Wien-Sieger 2022 im ServusTV-Gespräch. “Ich hatte bei seinem Service mehr Antworten.”

Alcaraz gegen Medwedew gibt es am Samstag ab 15.00 Uhr, Zverev gegen de Minaur nicht vor 16.30 Uhr. Lucas Miedler/Neil Oberleitner müssen für einen Stadthallen-Auftritt hingegen ins Doppelfinale kommen, aber schon der Einzug ins Halbfinale war ein kleines Husarenstück. In der Marx Halle siegte das rot-weiß-rote Davis-Cup-Duo gegen die Weltranglistersten Harri Heliovaara/Henry Patten (FIN/GBR-1) 6:7(5),7:6(2),10:5. Nach dem Triumph gegen die Wimbledonsieger geht es zu Mittag erneut auf dem zweiten Court gegen Guido Andreozzi/Manuel Guinard (ARG/FRA).

Für Oberleitner war das Erreichen des Tiebreaks im zweiten Satz der Schlüssel zum Erfolg: “Ab da ist es für uns richtig gut gelaufen. Vor allem im dritten Satz braucht man dann die Fans im Rücken, die haben uns mega geholfen.” Miedler sieht auch für das Halbfinale gute Aussichten: “Das Selbstvertrauen stimmt”, meinte er nach neun Siegen in zehn Matches (Turniersieg Shanghai, Finale Almaty, Anm.). “Wir bleiben ruhig, gehen unseren Weg. Das zeichnet uns aus.” Der Niederösterreicher hat den Wien-Titel schon zweimal geholt – 2022 und 2024 mit Alexander Erler.

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