Bischof Ivo Muser geht auf Herausforderungen des neuen Jahres ein

„2019 soll Jahr der Solidarität sein“

Dienstag, 01. Januar 2019 | 01:41 Uhr

Brixen – Beim Dankgottesdienst zu Sylvester im Dom von Brixen ging Bischof Ivo Muser auf zwei Herausforderungen ein, die seiner Ansicht nach von besonderer Bedeutung für das Jahr 2019 sein werden: das europäische Wir-Gefühl sowie die Armut in Südtirol. Beiden Herausforderungen gelte es mit dem Leitwert Solidarität zu begegnen.

Bischof Ivo Muser hat heute im Dom von Brixen einen Dankgottesdienst zum Jahresabschluss gefeiert, dabei aber den Blick in die Zukunft, sprich: das Jahr 2019, gerichtet und die größten Herausforderungen benannt, die auf die Südtiroler Gesellschaft im neuen Jahr warten.

Europa und die Europawahlen: Das große Wir nicht zerfallen lassen

„Im neuen Jahr werden die Europawahlen stattfinden. Die Europäische Union ist nach den dramatischen Erfahrungen der Diktaturen und des Zweiten Weltkriegs gegründet worden, durchaus auch als christlich-humanistische Wertegemeinschaft. Der europäische Geist verliert heute aber an Kraft. Das Wir-Gefühl bröckelt in der Flüchtlingskrise. Das große Wir zerfällt in immer kleinere Wirs. Im Haus Europa sind die Bewohner dabei, sich wieder mehr in ihre eigenen vier Wände zurück zu ziehen. Ein ‚Vorsicht vor diesem Wir‘ kann man immer häufiger hören. Eigentlich müsste es aber heißen ‚Wir, die Völker Europas‘. An so einem Empfinden war Europa schon einmal näher dran. Die vielen neuen Wirs liebäugeln mit Grenzen. Die Flüchtlinge, heißt es, gehören nicht zu ‚uns‘. Es macht mich als Christ betroffen, dass der Geist der Abschottung nicht selten sogar unter christlichen Vorzeichen antritt, beispielsweise um das christliche Abendland zu retten. Die christliche Identität kennt, pflegt, verteidigt und lebt die eigenen Wurzeln – im offenen und konstruktiven Dialog mit der Identität der anderen“, sagte der Bischof in seiner Predigt.

Solidarisches Zusammenleben

Bischof Muser sieht vor diesem Hintergrund die europäische Gemeinschaft an einer Wegkreuzung: „Wird nationaler Egoismus die Oberhand behalten oder können wir – über Grenzen und Unterschiede hinweg – ein solidarisches Zusammenleben finden, gegründet auf verbindenden und verbindlichen Werten? Und eine entscheidende Frage, die mich stark beschäftigt: Wie verhalten wir Christen uns in all diesen Fragen?“

Diözese Bozen-Brixen

Solidarität als Leitwert aufrechterhalten

Neben dem Thema Europa sieht Bischof Muser 2019 eine zweite große Herausforderung: Die Armut. „Wir leben in Südtirol in einem reichen Land, in einer der wohlhabendsten Regionen Europas. Und trotz allem gibt es Arme und Menschen, die von Armut bedroht sind. Armut hat viele Gesichter und viele Ursachen. Wir müssen Armut auch in unserer Gesellschaft als eine Tatsache anerkennen und uns für Armen einsetzen. Manchmal scheint es mir, dass bewusst der Gegensatz zwischen den Werten “Freiheit” und “Solidarität” konstruiert wird. Nutzer von Sozialleistungen werden deshalb häufig als Parasiten betrachtet, Unterschiede beispielsweise zwischen Ausländern und der lokalen Bevölkerung werden bewusst hervorgehoben. Wie reagieren Christen darauf? Sind sie bereit, die Solidarität als Leitwert aufrecht zu erhalten, oder werden sie von Ängsten und Vorurteilen mitgerissen? Solidarität beruht vor allem darauf, verstanden zu haben, dass jeder von uns den anderen braucht“, zeigte sich Bischof Muser überzeugt.

2019 soll Jahr der Solidarität, der Menschlichkeit und Verantwortung füreinander sein

Schließlich äußerte der Bischof einen Wunsch für 2019: “Treten wir als Menschen der Hoffnung in das Jahr 2019 ein. Möge es mit seiner Hilfe ein Jahr der Solidarität sein, des Respekts und der Wertschätzung im Denken, Reden und Handeln, ein Jahr der Menschlichkeit und der Verantwortung füreinander. Ein Jahr des Heils. Wieder ein Jahr nach Christi Geburt.“

Von: ka

Bezirk: Eisacktal

Kommentare

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31 Kommentare auf "„2019 soll Jahr der Solidarität sein“"


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thomas
thomas
Universalgelehrter
21 Tage 23 h

blablabla…..lieber Pope: wir wollen Taten sehen!

Staenkerer
21 Tage 15 h

im bericht stehat das der bischof von WIR sollen, WIR müßen, WIR dürfen nicht, gred hot …. i wett des isch a druckfehler und es müßte: wie üblich: .. IHR sollt, IHR müßt, IGR dürft nicht, hoaßn ….

Ninni
Ninni
Universalgelehrter
21 Tage 5 h

@Staenkerer & thomas

……jo…auf jeden Fall 😐

Sag mal
Sag mal
Kinig
21 Tage 17 h

die Kiche könnt mit guten Beispiel vorangehen..Statt betteln ,spenden!Auch mal eine Messe bei Menschen mit kleiner Rente, umsonst lesen.

m69
m69
Kinig
21 Tage 16 h

Sag mal @

Das geht nicht! 😂😂😂💰🎄👌

felixklaus
felixklaus
Tratscher
21 Tage 16 h

Na ihr gehässigen schreiberlinge , gehts gleich weiter im neuen jahr ? Alles gute und frieden und ohne hass fürs neue jahr wünsch ich euch !

Burgltreiber
Burgltreiber
Tratscher
21 Tage 15 h

Man muss der Realität ins Auge schauen damit man nicht als Lügner bezichtigt wird!

bleiwurm
bleiwurm
Grünschnabel
21 Tage 14 h

glabsch sel wircklich?frieden wirds keinen geben

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
20 Tage 18 h

Die Fakten und Tatsachen gehören auf den Tisch,egal ob es euch passt,oder nicht!AMEN!

erika.o
erika.o
Superredner
21 Tage 15 h
ja Herr Bischof… Armut gibt es genug auch im “reichen” Land Südtirol. Arm sind unser alten Menschen, die mit ihrer mickrigen kleinen Rente überleben müssen. Da sie sich auch gerne in die Politik einbringen, würde ich vorschlagen und sie bitten, dass Sie dort in der Sache vorsprechen und den Menschen zu etwas mehr Lebenswürde verhelfen, den Menschen, die das Land so reich gemacht und zu dem besagten Wohlstand gebracht haben und es sich somit verdient hätten mit mehr Würde und mehr Respekt behandelt zu werden. Was sie in schwersten Zeiten, wo sie selbst nur das Notwendigste zum Überleben besaßen, für… Weiterlesen »
Ei
Ei
Grünschnabel
21 Tage 18 h

Der Vatikan soll Steuern zahlen und gut is…

bleiwurm
bleiwurm
Grünschnabel
21 Tage 18 h

dann öffnet die kassen des vatikan

WM
WM
Universalgelehrter
21 Tage 16 h

Hot net die vatikanbank so viele millionen schwarzkonten 😂😂😂

Calimero
Calimero
Superredner
21 Tage 15 h

Dieser mediengeile Bischof ist wahrlich kein großer Sympathieträger.
Amen !

Septimus
Septimus
Superredner
21 Tage 13 h
Wer hat denn weltweit unermessliche irdische Schätze angehäuft? Wie gesagt, weltweit…. Sie ist ein Zentrum des pulsierenden satanischen Treibens  – in allen Metropolen mit ihren Politikern, Bankiers, Wirtschaftsbossen, Priestern und all denen, die sich die Erde und die Welt in ihrer Profitgier untertan gemacht und sie geschändet haben und mit allen, die an dem einseitigen Reichtum profitiert haben, wie die hier genannten “Kaufleute dieser Erde”. “Macht Euch die Erde untertan”, so die kirchliche Botschaft an die Mächtigen dieser Erde, welche den wunderschönen blauen Planeten mit seinen Tieren und Naturreichen in hemmungsloser Profitgier unterjochten, ausbeuteten und immer mehr zerstören. Für die Armen blieben nur… Weiterlesen »
andr
andr
Superredner
20 Tage 20 h

Sie sprechen mir aus der seele

Server
Server
Grünschnabel
20 Tage 17 h

Ja, werter @ Septimus, muss Ihnen recht geben,
die Kirche hat ihre Reichtümer vor allem auf dem Rücken der Armen aufgebaut und sich in die Königshäuser eingeschlichen, diese zu unnötigen Glaubenskriegen angestiftet, zu und Hexen- bzw Ketzerverfolgungen und Hinrichtungen gebracht und dabei zugesehen, wie in den beiden Weltkriegen, Europa in Scherben zerbrach. Um dieser Schmach nich die Krone aufzusetzten, muss man leider erwähnend, dass der Vatikan letztlich auch noch den Naziverbrechern – gegen Geld, versteht sich – mit gefälschten Papieren zur Flucht nach Südamerika verholfen hat. Soviel zur Solidarität.

Do Teldra
Do Teldra
Grünschnabel
21 Tage 17 h

Di Kirche söt sich vo do Politik fernholtn…

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
21 Tage 17 h

Also lasset diesen vielen, guten Worten auch viele, gute Taten folgen.

Willi
Willi
Tratscher
21 Tage 16 h

i tat vorschlogn, mir beten für die solidarorät und die kirche spendet es nötige geld

bleiwurm
bleiwurm
Grünschnabel
21 Tage 14 h

lmmer das gleiche geschwafel im neuen jahr.aber immer die andren sollten Solidarität zeigen und selbst im meisten geld und bestem essen schwelgen.
wer glaubt kommt in den himmel und wer nicht glaubt wird auch ei n 👼

Staenkerer
20 Tage 21 h

maaaaa … zur zeit mocht man woll de zu 😇 de nit an gott glabn und forder de, de glabn auf es gleiche zu tien ….

WM
WM
Universalgelehrter
21 Tage 12 h

31 millionen hat der Bischof von Limburg für sein Bischofsitzumbau bezahlt😬😬😬 Im Moment steht der 31-Millionen-Euro-Bau leer – durch die öffentlichen Räume sollen bald Besucher geführt werden, was mit dem privaten Trakt geschieht, ist noch ungewiss😜😜😜Wenn i schon lei daran denk was die kirche so treibt krieg i brutal an hoss auf des scheinheilige gerede

Don Giovanni
Don Giovanni
Tratscher
21 Tage 14 h

Die Kirche konn lei a bisl Geld spenden….. stott ihre missbrauchsskandale zu vertuschen..😡😡😡 so isches und net ondorsch….👻👻

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
21 Tage 11 h

mit ihrer Solidarität zieht sich die Kirche ihre größten Feinde selber heran.

Server
Server
Grünschnabel
21 Tage 17 h

Da jann ich nur sagen : “Selig, die blind sind und dennoch glauben”…

aristoteles
aristoteles
Superredner
21 Tage 17 h

ja dann fang mal damit an

hundeseele
hundeseele
Tratscher
21 Tage 6 h

..i mog weder den Bischof,nou seine Reden,wo olm lai ondre helfen solln,anstott selbst mit guatn Beispiel voran zu gian.Wos hot denn die Kirche bis iatz getun? ….außer Steuern hinterzogen,Geldwäsche betrieben,kluane Kinder missbraucht,orme olte Leute um ihr hab und gut gebrocht und und und…raums zerscht mol pa enk selber auf liaber Bischof!
Wer ihm genau in die Augen schaug,sicht in Teufel auserschaugn…probierts mol!

Server
Server
Grünschnabel
20 Tage 18 h

Jaja, der Luzifer, der Lichtträger, der gefallene Engel…wenn man vom Teufel spricht..

sueffisant
sueffisant
Tratscher
20 Tage 17 h

Dieses Gesülze von Solidarität und Nächstenliebe kann man nicht mehr hören. Soll die Kirche zuerst einmal ihre vielen leeren Pfarrhäuser für die Migranten und Obdachlosen öffnen, dann erst kann sie uns gegenüber von Solidarität und “Verantwortung füreinander” reden.

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