Er jährt sich heuer zum 70. Mal

Bozen gedenkt der Märtyrer des Ungarischen Volksaufstandes

Freitag, 23. Oktober 2026 | 16:57 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – Heute, am 23. Oktober 2026 hat die Stadt Bozen des 70. Jahrestages des Ungarischen Volksaufstandes gedacht. Die Unruhen begannen am 23. Oktober 1956, nachdem eine friedliche Demonstration blutig niedergeschlagen worden war. Die Gedenkfeier fand beim Denkmal im Petrarcapark statt, das neben dem IV.-November-Platz aufgestellt ist und an die Märtyrer des Ungarischen Volksaufstandes erinnert.

Bei der Gedenkfeier anwesend waren der Bürgermeister Claudio Corrarati, der Landeshauptmannstellvertreter Marco Galateo, Landesrat Luis Walcher, die Stadträte Tritan Myftiu und Claudio Della Ratta, Gemeinderäte, Vertretungen des Heeres, der Frontkämpfervereine, der Carabinieri und der Partisanenvereinigung ANPI und die Konsulin von Ungarn in Mailand Orsolya Katalin Szabó. Bürgermeister Corrarati hat die Konsulin vor der Gedenkfeier im Rathaus empfangen. Die Klasse 3T der Wirtschaftsfachoberschule Cesare Battisti in Bozen hat die Gedenkfeier mitgestaltet.

In seiner Ansprache betonte Bürgermeister Claudio Corrarati, dass es wichtig sei, historischer Ereignisse zu gedenken. Auch die Themen, für die die Demonstranten vor 70 Jahren auf die Straße gegangen sind, sind auch heute noch aktuell, denn es ging damals auch um Freiheit, Menschenrechte und das Ende der sowjetischen Vorherrschaft.

“Erinnerung bewahren ist wichtig, aber wir müssen auch den Mut haben, auf Situationen aufmerksam zu machen, wo Freiheit und Menschenrechte eingeschränkt werden. Auch 70 Jahre nach dem Ungarischen Volksaufstand erleben wir heute in Europa Ereignisse dieser Art. Daher sind wir aufgerufen, wachsam zu sein und für Frieden und Freiheit zu kämpfen.“ sagte der Bürgermeister. “Friedlich zu demonstrieren, um auf die die eigenen Werte und Ideen aufmerksam zu machen, ist ein Grundrecht, das im verantwortungsbewussten Umgang mit den Mitmenschen und den Dingen, die uns umgeben, ausgeübt werden muss. Angesichts der vielen Formen der Gewalt, auch während der Demonstrationen, müssen wir wieder den Dialog suchen und uns gemeinsam für den Frieden einsetzen.“

Die Konsulin von Ungarn Orsolya Katalin Szabó dankte der Stadt Bozen, die als erste Stadt in Europa ein Denkmal für die Märtyrer des Volksaufstandes errichtet hat und die jedes Jahr eine Gedenkfeier abhält, um die Erinnerung an diese tragischen Ereignisse wach zu halten. Dies zeige die tiefe Verbundenheit der Stadt mit dem ungarischen Volk und ihren Einsatz für die Freiheit.

Auch Giovanni Podini hielt eine kurze Ansprache. Sein Vater Giancarlo Podini war Präsident der Vereinigung „Azione Cattolica“, die sich für die Errichtung eines Denkmals für die Märtyrer des Ungarischen Volksaufstandes eingesetzt hatte. Er erzählte, welche Schwierigkeiten es bei der Verwirklichung des Vorhabens gegeben hat, und dass das Denkmal ein Zeichen der Solidarität mit dem ungarischen Volk und die Verurteilung der Unterdrückung sei.

Am 23. Oktober 1956 begannen die Unruhen in Budapest. Die friedliche Demonstration, bei der die Menschen Reformen forderten, war blutig niedergeschlagen worden. Es starben 2.700 Ungarn und mehr als 700 sowjetische Soldaten. Es gab Tausende Verletzte, und mehr als 250.000 Menschen verließen nach den Unruhen ihr Land.

Bezirk: Bozen

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