Von: Matthias Knapp
Mit Erasmus+ soll eines der erfolgreichsten und beliebtesten EU-Förderprogramme bis 2034 fortgeführt werden. Darauf hat sich das Europäische Parlament heute verständigt. „Uns ist es aus verschiedensten Gründen wichtig, dass es Erasmus+ weiterhin geben wird und darüber hinaus die Gelder dafür deutlich aufgestockt werden“, kommentiert der Südtiroler Europaparlamentarier Herbert Dorfmann die heutige Entscheidung des Parlaments. „Schließlich eröffnet das Programm nicht nur jungen Menschen in ganz Europa einzigartige Aus- und Weiterbildungschancen, sondern ist auch ein wichtiger Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft.“
Bei der heutigen Abstimmung im Europäischen Parlament galt es, eine gemeinsame Position zum Vorschlag der EU-Kommission zur Fortführung von Erasmus+ zu finden. Der Vorschlag sieht vor, Erasmus+ bis 2034 mit 40,8 Milliarden Euro auszustatten. „Das zur Verfügung stehende Budget würde damit inflationsbereinigt um 30 Prozent steigen, als Parlament fordern wir aber eine Steigerung um knapp 50 Prozent auf etwas mehr als 47 Milliarden Euro“, so der EU-Abgeordnete.
Ebenso geeinigt hat sich das Parlament heute auf die Aufteilung dieser Gelder. So sollen rund drei Viertel davon in Bildung und Ausbildung fließen. Nachdem das Erasmus-Programm künftig zudem das bisherige Europäischen Solidaritätskorps umfassen soll, sollen 15 Prozent des Budgets in Jugend und Freiwilligentätigkeit investiert werden. „Damit wird es jungen Menschen weiterhin ermöglicht, sich freiwillig in sozialen, ökologischen und gemeinnützigen Projekten zu engagieren“, erklärt Dorfmann. Noch einmal rund vier Prozent der Gelder sollen schließlich in den Sport fließen.
In jedem Fall sorgt der Ausgang der heutigen Abstimmung bei Herbert Dorfmann für Genugtuung. „Durch die Fortführung von Erasmus+ und die Aufstockung des Budgets kann einer noch größeren Zahl junger Menschen eine Teilnahme ermöglicht werden, unabhängig von Einkommen, sozialem Hintergrund, Wohnort oder kultureller Herkunft.“ Dies auch, indem jungen Menschen mit geringeren Chancen eine Vorzugsschiene eingeräumt werden soll. „Ihnen sollen mindestens 20 Prozent des Gesamtbudgets zur Verfügung gestellt werden“, erklärt der Europaparlamentarier.
Darüber hinaus fordert das Europäische Parlament auch, bei Erasmus-Stipendien Lebenshaltungskosten, Mieten, Inflation und Kaufkraft in den jeweiligen Gastregionen stärker zu berücksichtigen. „Auch das ist – ebenso wie die erneute Teilnahme des Vereinigten Königreichs – eine gute Nachricht für künftige Erasmus-Studentinnen und -Studenten“, so Dorfmann. Nachdem das Parlament sich auf seine Verhandlungsposition geeinigt hat, gilt es nun, mit dem Europäischen Rat im Detail über Struktur und Haushalt des künftigen Erasmus+-Programms zu verhandeln.
Das Erasmus-Programm der EU gibt es seit 1987, nicht weniger als 18 Millionen Menschen haben mittlerweile daran teilgenommen. „Erasmus ist die sicht- und greifbarste Erfolgsgeschichte der EU und ich bin sehr froh darüber, dass sie fortgeschrieben wird“, erklärt Dorfmann. Die heutige Entscheidung des Parlaments sei daher eine gute Nachricht – nicht nur für junge Europäerinnen und Europäer. „Erasmus ist ein wichtiges Element, wenn es darum geht, Mobilität und Austausch zu vereinfachen, Talente zu fördern, Innovation anzuregen, Kompetenzen in strategischen Bereichen auszubauen, dem Fachkräftemangel zu begegnen und damit die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft nachhaltig zu stärken“, so der Südtiroler Europaparlamentarier.




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