Reihe barocco der Meraner Musikwochen

“Gewaltigste Empfindungen” mit J. S. Bach

Mittwoch, 30. August 2017 | 10:53 Uhr

Meran – Mit Solostücken von Johann Sebastian Bach eröffnet Kristóf Baráti die Reihe barocco der Meraner Musikwochen.

“Es muss alles möglich zu machen seyn”: Von diesem Motto ließ sich Johann Sebastian Bach leiten und diese Entgrenzung prägt auch die sechs Sonaten und Partiten für Solovioline. Mit der Verbindung von polyphonem und melodiös-tänzerischem Satz und der Kombination von Sonaten und Suiten baut er ein Monument der Violinliteratur.

Am 31. August extrahiert Kristóf Baráti in der Heilig-Geist-Kirche in Meran drei Teile aus der Werkgruppe (Partita Nr. 3 BMV 1006, Sonata Nr. 3, BMV 1005 und Partita Nr. 2, BMV 1004) deren autographe Reinschrift Bach auf „ao 1720“ datiert. Im Sommer dieses Jahres stirbt seine Frau Maria Barbara. Wenig später komponiert er eine lange Chaconne mit der die Partita Nr. 2 endet.

Die technischen Anforderungen dieses Einzelsatzes übertreffen alles, was bis dahin für Solovioline publiziert worden war. „Auf ein System für ein kleines Instrument schreibt der Mann eine ganze Welt von tiefsten Gedanken und gewaltigsten Empfindungen“, kommentierte Brahms diese rätselhafte und aufwühlende Musik, die sich zu einem autarken Universum aus Tönen zu verdichten scheint. Das Konzert der Reihe barocco der Meraner Musikwochen beginnt um 20.30 Uhr.

Als einer der wichtigsten ungarischen Künstler seiner Generation, spielt Kristóf Baráti mit bedeutenden ungarischen und internationalen Orchestern, gibt Solokonzerte und tritt zudem als Kammermusiker auf. 2014 wurde er mit dem Kossuth Preis, dem höchsten Kulturpreis Ungarns, ausgezeichnet und tritt somit in die Fußstapfen von András Schiff, György Ligeti und Iván Fischer. Baráti spielte CDs mit den Solosonaten und Partiten von Bach, den Solosonaten von Ysaÿe, den Sonaten von Beethoven und Brahms und den Konzerten von Mozart, Korngold und Paganini ein. Er ist Preisträger mehrerer bedeutender Wettbewerbe wie der Queen Elizabeth Competition 1997. Kristóf Baráti spielt die Stradivarius „Lady Harmsworth“ aus dem Jahr 1703, die ihm von der Stradivarius Society of Chicago zur Verfügung gestellt wird.

Von: ao

Bezirk: Burggrafenamt

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