In Bozen, Trient und München

Höhepunkt der Konzertsaison 2019: Das Oratorium „Die Schöpfung“

Montag, 18. Februar 2019 | 17:25 Uhr

Bozen/Trient/München – In Bozen, Trient und München präsentieren das Haydn Orchester und der Münchner Bach-Chor unter der Leitung von Hansjörg Albrecht, Haydns Oratorium „Die Schöpfung“.

Am 19. Februar interpretieren das Haydn Orchester und der renommierte Münchner Bach-Chor im Konzerthaus Bozen mit Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ ein populäres Monument des klassischen Repertoires. Am Pult steht der vielfach ausgezeichnete Organist und Orchesterleiter Hansjörg Albrecht. Eröffnet wird der Abend mit dem Chorstück „Wir danken dir Gott, wir danken dir“ aus der gleichnamigen Kantate von Johann Sebastian Bach. Solisten sind Lydia Teuscher (Sopran), Nino Aurelio Gmünder (Tenor) und Thilo Dahlmann (Bass). Das Konzert beginnt in Bozen um 20.00 Uhr und wird am 20. Februar in Trient (Auditorium, 20.30 Uhr) und am 22. Februar im Herkulessaal in der Münchner Residenz (20.00 Uhr) wiederholt.

Josef Haydn komponierte das Oratorium über die Erschaffung der Welt vom Oktober 1796 bis zum April 1798. Die Uraufführung fand am 30. April 1798 im Stadtpalais Schwarzenberg in Wien unter der Leitung des Komponisten vor Mitgliedern und Freunden der „Assoziierten Kavaliere“, einer Gesellschaft adliger Musikfreunde, statt, die dem Komponisten ein großzügiges Honorar gezahlt hatte. „Die Musik hat eine Kraft der Darstellung, welche alle Vorstellung übertrifft; man wird hingerissen, sieht der Elemente Sturm, sieht es Licht werden, die gefallenen Geister tief in den Abgrund sinken, zittert beym Rollen des Donners, stimmt mit in den Feyergesang der himmlischen Bewohner. Schon sind drey Tage seitdem glücklichen Abende verflossen und noch klingt es in meinen Ohren, in meinem Herzen“, jubelte der Rezensent des „Neuen Teutschen Merkur“ am 3. Mai 1798. Kurz gesagt: Haydns Oratorium begeisterte das Publikum wie kaum ein Werk zuvor. In Berlin hielt man die „Schöpfung“ 1801 für das „originellste und freyeste“ unter „allen Werken neuerer deutscher Kunst“. In Paris waren die Musiker derart begeistert, dass sie dem Komponisten auf eigene Kosten eine Goldmedaille im Wert von 50 Dukaten zukommen ließen. Und bei einer Aufführung in Wien im Jahr 1808 wurde Haydn wie ein König mit Pauken und Trompeten begrüßt, auf einem Stuhl durch den Saal getragen – und von Beethoven persönlich mit einem Handkuss verabschiedet.

Der Dirigent, Organist und Cembalist Hansjörg Albrecht ist künstlerischer Leiter des Münchener Bach-Chores. Die 1954 vom legendären Karl Richter gegründete Formation wurde vor allem mit ihren herausregenden Bach-Interpretationen weltweit bekannt. Nach Richters Tod – das Gedenkkonzert im Mai 1981 dirigierte Leonard Bernstein – übernahm 1984 Hanns-Martin Schneidt die Chorleitung bis 2001. Ab 2001 arbeiteten neben anderen Gastdirigenten vor allem Barock-Spezialisten wie Peter Schreier, Bruno Weil und Ralf Otto mit dem Bach-Chor. Mit Beginn der Saison 2005/06 rückte Hansjörg Albrecht an die Spitze des Ensembles, „ein Glücksfall für den Münchener Bach-Chor“, so die Süddeutsche Zeitung.

Hansjörg Albrecht wurde in Freiberg/Sachsen geboren, begann seine musikalische Ausbildung als Mitglied des Dresdner Kreuzchores und studierte Dirigieren und Orgel in Hamburg, Lyon und Köln. Parallel zu seinem Studium war er für sieben Jahre Assistenzorganist an der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis. Beim Oehms Classics legte er vielbeachtete CDs als Dirigent und Organist vor – unter anderem die Gesamteinspielung der Orchesterlieder des Spätromantikers Walter Braunfels sowie eine Aufnahme von Wagners „Ring ohne Worte“ in der Orchesterfassung von Lorin Maazel, die für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert war. Hansjörg Albrecht wurde 2013 für den GRAMMY Award in der Kategorie „Best Classical Instrumental Solo“ nominiert. Seine Einspielung von Franz Liszt’s Faust-Symphonie in einer eigenen Orgeltranskription erschien im Sommer 2018.

Von: bba

Bezirk: Bozen

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1 Kommentar auf "Höhepunkt der Konzertsaison 2019: Das Oratorium „Die Schöpfung“"


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Laempel
Laempel
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Würde das Oratorium “Die Schöpfung” von Joseph Haydn erst 2019 uraufgeführt, so bekäme man tags darauf sicherlich ganz andere Rezensionen als damals zu lesen. Emanzen und Gleichstellungsrätinnen würden Sturm laufen und das Oratorium wegen seiner vermeintlichen Herabwürdigung der Frau in Grund und Boden kritisieren und verlangen, dass es sofort auf den Index gesetzt und verboten wird. Der Librettoschreiber würde mit Diskriminierungsklagen eingedeckt. Haydn würde die Welt nicht mehr verstehen. So ändern sich die Zeiten.
Auszug aus dem Libretto:

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