Von: Sophia Molitor
Brixen – In Brixen hat der 9. Internationale Daniel-Herz-Orgelwettbewerb begonnen. 15 junge Organistinnen und Organisten verschiedener Nationen wurden für die diesjährige Ausgabe ausgewählt. Bis zum 6. September stellen sie ihr Können an zwei höchst unterschiedlichen Instrumenten unter Beweis: an der großen Pirchner-Orgel im Dom zu Brixen und an der historischen Herz/Ahrend-Orgel in der Frauenkirche.

Nach den ersten Tagen, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum Kennenlernen der Instrumente und zur Vorbereitung dienen, beginnen am Dienstag, 1. September, und Mittwoch, 2. September, die öffentlichen Auswahlrunden. Die Kandidatinnen und Kandidaten absolvieren dabei Wettbewerbsprogramme sowohl im Brixner Dom als auch in der unmittelbar benachbarten Frauenkirche. Das Finale findet am Samstag, 5. September, im Dom zu Brixen statt. Auch die Auswahlrunden und das Finale sind öffentlich zugänglich.
Zwei Instrumente, zwei Klangwelten
Eine Besonderheit des Daniel-Herz-Orgelwettbewerbs ist die Verbindung zweier grundverschiedener Orgeln. Die große Pirchner-Orgel im Brixner Dom wurde 1980 erbaut und bietet mit ihren 48 Registern ein breites klangliches Spektrum.
Einen starken Kontrast dazu bildet die historische Orgel in der Frauenkirche. Ihr Ursprung geht auf den Tiroler Orgelbauer Daniel Herz und das Jahr 1649 zurück. Das Instrument wurde 2010 von Orgelbauer Hendrik Ahrend restauriert und rekonstruiert. Mit Besonderheiten wie der „kurzen Oktave” und geteilten Obertasten stellt es besondere Anforderungen an die Interpretinnen und Interpreten.
Gerade diese Verbindung macht den Brixner Wettbewerb außergewöhnlich: Die jungen Musikerinnen und Musiker müssen sich innerhalb weniger Tage auf zwei unterschiedliche Spielweisen, Klangästhetiken und Repertoires einstellen und ihre musikalischen Fähigkeiten sowohl auf einem modernen als auch auf einem historischen Instrument zeigen.
Internationale Jury entscheidet über die Preisträger
Über den Verlauf des Wettbewerbs entscheidet eine vierköpfige internationale Fachjury. Den Vorsitz hat der italienische Organist und Dirigent Andrea Marcon. Weitere Jurymitglieder sind Anna Scholl und Jörg Halubek aus Deutschland sowie Franz Comploi aus Südtirol, der zugleich die künstlerische Leitung des Wettbewerbs innehat.
Vergeben werden drei Hauptpreise: Der 1. Preis ist mit 5.000 Euro, der 2. Preis mit 3.000 Euro und der 3. Preis mit 2.000 Euro dotiert. Darüber hinaus erhalten ausgezeichnete Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit zu weiteren Konzertauftritten bei verschiedenen Konzertreihen und Festivals in Südtirol und darüber hinaus.
Die Preisverleihung findet am Samstag, 5. September, um 18 Uhr im Festsaal der Cusanus-Akademie in Brixen statt.
Preisträgerkonzert zum Abschluss
Den festlichen Abschluss bildet am Sonntag, 6. September 2026, um 20 Uhr das Preisträgerkonzert. Die ausgezeichneten Organistinnen und Organisten werden dabei noch einmal auf beiden Wettbewerbsinstrumenten zu hören sein. Rai Südtirol überträgt das Konzert live.
Der Internationale Daniel-Herz-Orgelwettbewerb wird seit 2008 im Zweijahresrhythmus veranstaltet und verfolgt das Ziel, junge Orgeltalente aus dem In- und Ausland zu fördern und ihnen die Auseinandersetzung mit bedeutenden historischen und modernen Instrumenten zu ermöglichen.
Seit 2024 liegt die Trägerschaft des Wettbewerbs beim Verband der Kirchenmusik Südtirol (VKM). Die künstlerische Leitung hat Franz Comploi, die Koordination liegt bei Philipp Comploi.
Programm:
9. Internationaler Daniel-Herz-Orgelwettbewerb
29. August bis 6. September 2026, Brixen
Öffentliche Wettbewerbsrunden:
Dienstag, 1. September, und Mittwoch, 2. September
Dom zu Brixen und Frauenkirche
Finale:
Samstag, 5. September
Dom zu Brixen
Preisverleihung:
Samstag, 5. September, 18 Uhr
Festsaal der Cusanus-Akademie Brixen
Preisträgerkonzert:
Sonntag, 6. September, 20 Uhr
Dom zu Brixen und Frauenkirche
Liveübertragung durch Rai Südtirol




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen