Metropoltheater zeigt Collage von Flüchtlingsdramen

Kulturinstitut: „Die letzte Karawanserei“

Montag, 06. November 2017 | 14:06 Uhr

Bozen – Das Metropoltheater München zeigt in Brixen, Meran und Schlanders das Stück „Die letzte Karawanserei“ der französischen Autorin Ariane Mnouchkine, eine eindringliche Collage von Flüchtlingsdramen.

Das Stück basiert auf über 400 Interviews mit Flüchtlingen und Asylsuchenden, die Ariane Mnouchkine zwischen 2001 und 2003 überall auf der Welt geführt hat. Entstanden ist eine lose Sammlung von Szenen und Momentaufnahmen, die aus der anonymen Masse der Flüchtlinge Individuen herausfiltern, den Einzelnen und sein Schicksal ins Blickfeld rücken.

Die Menschen fliehen vor Krieg, dem Verlust der Menschenrechte, der Zerstörung von Kultur oder der Auslöschung des Individuums in ihren Heimatländern und machen sich auf einen gefährlichen Weg mit ungewissem Ausgang. Da gibt es beispielsweise die Liebesgeschichte zwischen Fahwad und Azadeh, die mit einer Hinrichtung endet, weil ihre Liebe verboten ist oder den Vater, der sein Haus verkauft, um seinen Kindern die Flucht zu ermöglichen und die den alten Vater in der Heimat am Telefon belügen, weil sie ihm nichts vom Elend im Auffanglager erzählen wollen, in dem sie gestrandet sind. Es sind Geschichten, die – obwohl in ihrer Zeit und an konkreten Orten verankert – gegenwärtig mehr denn je auch in anderen Ländern ihre erschreckend genaue Entsprechung finden. Die Autorin verzichtet auf Schuldzuweisungen und eindeutiges Schwarz-Weiß-Zeichnen und lässt gerade dadurch ein allgemeingültiges, zeitloses Kaleidoskop der menschlichen Entwürdigung entstehen, das nur vereinzelt Momente der Hoffnung und Humanität durchscheinen lässt.

Die Gastspiele finden am Mittwoch, 29. November im Forum in Brixen, am Donnerstag, 30.November im Stadttheater in Meran und am Freitag, 1. Dezember im Kulturhaus „Karl Schönherr“ in Schlanders statt. Beginn ist jeweils 20.00 Uhr. Kostenlose Einführung um 19.15 Uhr.

Karten sind im Südtiroler Kulturinstitut (Tel. 0471 313800, info@kulturinstitut.org), bei den Athesia Buchhandlungen und online unter ticketone.it erhältlich.

Unterstützt wird das Gastspiel von der der Zahnarztpraxis Dr. Spinell, subventioniert von der Südtiroler Landesregierung, Abteilung Deutsche Kultur.

 

Von: ao

Bezirk: Burggrafenamt, Eisacktal, Vinschgau

Kommentare

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4 Kommentare auf "Kulturinstitut: „Die letzte Karawanserei“"


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denkbar
denkbar
Universalgelehrter
11 Tage 13 h

Schade, dass ich gerade außer Landes bin! Hätte ich gerne gesehen, denn der Münchner Merkur gibt einen super Kritik dazu ab!
Es ist der schmerzvollste, zugleich schönste und berührendste
Theaterabend seit langem. Deshalb muss man „Die letzte Karawanserei“ gesehen haben.

Marta
Marta
Universalgelehrter
11 Tage 12 h

komischer Titel !!!

speckbrot
speckbrot
Tratscher
11 Tage 18 h

Von der EU gesponsert.

Marta
Marta
Universalgelehrter
11 Tage 16 h

“verkaufte Heimat” wäre intressanter

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