Rundwege im Bereich des Permafrosts im hinteren Ultental eröffnet

Lehrpfad “Ice Walk” ermöglicht geomorphologische Entdeckungsreise

Dienstag, 28. Juli 2026 | 10:44 Uhr

Von: mk

Ulten – Das hintere Ultental ist seit Jahrzehnten ein fruchtbares Forschungsgebiet, sowohl im Hinblick auf die Kryosphäre und die Geomorphologie als auch auf Flora, Fauna und die Umwelt im Allgemeinen. Eine geomorphologische Entdeckungsreise durch eine über Jahrtausende von Naturkräften geformte Landschaft wird nun durch den am 25. Juli eröffneten Lehrpfad “Ice Walk” mit zwei neuen miteinander verbundenen Rundwegen ermöglicht: Der Gletschermühlen-Rundweg führt zu einem verborgenen Naturdenkmal, das über Jahrtausende vom Gletscher­wasser geformt wurde und bis vor Kurzem kaum bekannt war. Der Panorama-Rundweg verläuft auf bereits bestehenden Wegen und führt durch eine Landschaft im ständigen Wandel. An insgesamt neun Stationen lassen sich Gletscher in einem fortgeschrittenen Zerfallsstadium sowie noch aktive Blockgletscher entdecken. Sie zeugen vom Klimawandel und regen die Betrachter dazu an, dessen Tragweite besser zu verstehen und das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung an seine Folgen zu stärken.

“Als wir 2018 die Entscheidung treffen mussten, die Massenbilanzmessungen am Weißbrunnferner einzustellen, habe ich umgehend den Vorschlag von Christian Oberthaler von der Gemeinde Ulten aufgenommen, die Landschaftsformen aufzuwerten, die hier durch die Vergletscherung entstanden sind“, blickte der Direktor des Amtes für Hydrologie und Stauanlagen in der Agentur für Bevölkerungsschutz Roberto Dinale bei der Eröffnungsfeier zurück und dankte allen, die jahrelang an der Umsetzung des Projektes mitgearbeitet haben, allen voran seinen Mitarbeitern Jürgen Schäfer und Jacopo Caiazzo.

Der Direktor des Landesamtes für Geologie und Baustoffprüfung Volkmar Mair war und ist “begeisterter Unterstützer des Projekts und brachte seine Fachkompetenz in allen Fragen rund um Geologie, Blockgletscher und Permafrost ein”, unterstrich Roberto Dinale. Bei der Eröffnung am Samstag führte Landesgeologe Volkmar Mair die Gruppe zu den Gletschermühlen, dessen neuen Weg Roman Spechtenhauser, Peter Gruber und Elias Waldner vom Forstinspektorat Meran und von der Forststation St. Walburg in Handarbeit und professionell angelegt haben. Das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd der Agentur für Bevölkerungsschutz hatte unter der Bauleitung von Christian Kofler und mit Vorarbeiter Helmuth Gurndin und seinem Team die Brücke und die Plattform errichtet, die den Zugang zu den Gletschertöpfen erleichtern und deren Sichtbarkeit verbessern.

“Kontinuierliche Unterstützung erhielten wir auch vom Amt für den Nationalpark Stilfserjoch”, betonte Amtsdirektor Dinale: “Sein Direktor Hanspeter Gunsch und seine Förster halfen uns, stets den richtigen Kurs zu halten.” Zudem dankte er Ronald Oberhofer von der Lahnersäge, der die Inhalte für die der Vegetation gewidmeten Stele erarbeitet hat. Professorin Camilla Wellstein von der Freien Universität Bozen leistete einen wertvollen Beitrag dazu, die Bedeutung der Gebirgsmoore anschaulich zu vermitteln. Amtsdirektor Dinale dankte auch dem Archäologiemuseum für die Mitarbeit an einer Stele über den prähistorischen Menschen und seine Siedlungen, ebenso Alperia, der Freiwilligen Feuerwehr St. Gertraud und dem Tourismusverein Ulten für ihre Unterstützung sowie den Baufirmen und Zulieferfirmen für ihre Arbeit. “Hilfreich war auch der Beitrag der Rundfunkanstalt Südtirol RAS”, führte Dinale aus: “Im Frühjahr wurden in Weißbrunn und am Grünsee zwei Funkanlagen installiert, die Netzabdeckung in das hintere Ultental brachten und uns somit ermöglichten, zusätzlich zu den analogen Informationsträgern weitere Inhalte im Internet zu ergänzen, die über QR-Codes abgerufen werden können.”

Dank der Mitfinanzierung durch die Umweltgelder des Wasserkraftwerks St. Walburg, des Zusammenwirkens zahlreicher Beteiligter und der Aufsicht der zuständigen Behörden sowie der alpinen Verbände und der Umweltschutzverbände konnte das Projekt fertiggestellt werden. Der Lehrpfad “Ice Walk” steht nun nach seiner offiziellen Eröffnung allen Interessierten für eine geomorphologische Entdeckungsreise offen.

Mehr zum Lehrpfad: icewalk.it/de/

Bezirk: Burggrafenamt

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