Ergebnisse liegen nun vor

Maulwurfsgrille in Südtirol: 100 Bürger melden sich nach Aufruf

Montag, 10. Juli 2017 | 16:10 Uhr

Bozen – Wo lebt in Südtirol die Maulwurfsgrille? Rund 100 Bürger meldeten sich nach dem Aufruf des Naturmuseums mit Informationen über das Insekt.

Die Maulwurfsgrille lebt in Südtirol hauptsächlich in warmen und feuchten Gebieten des Talbodens, scheint aber in bestimmten Gebieten wie dem Pustertal zu fehlen. Dieses Bild zeichnen die rund 100 Meldungen, die auf den Aufruf folgten, den das Naturmuseum Südtirol im vergangenen Juni an die Bürger gerichtet hatte. Da vermutet wurde, dass dieses Tier in Südtirol in den vergangenen Jahren stark zurückgedrängt worden sei, konkrete Daten dazu allerdings fehlten, entschied sich das Naturmuseum für diese Forschungsmethode. Entwickelt wurde dieses sogenannte „Citizen Science“-Verfahren, sprich die Forschung mit Beteiligung der Bevölkerung – im angloamerikanischen Raum, wo sie auch immer wieder zu guten Ergebnissen führt.

Die Rückmeldungen ergaben: Die Maulwurfsgrille kommt in Südtirol fast ausschließlich in den wärmeren Gebieten der Haupttäler vor, während aus dem Pustertal und seinen Seitentälern bisher keine Meldungen vorliegen. Das Tier findet im Wipptal und Obervinschgau oder in höher gelegenen Gebieten deren Seitentäler keine passenden Lebensbedingungen mehr. Die Maulwurfsgrille ist feuchtigkeitsliebend und kälteempfindlich und lebt daher hauptsächlich in feuchten, warmen, naturnahen und vom Menschen geschaffenen Lebensräumen. Dass sie im gesamten östlichen Landesgebiet fehlt, obwohl es dort Wärmeinseln gibt, die durchaus Lebensraum anböten, ist für die Fachleute ein weiteres interessantes Ergebnis des Aufrufs. Die höchstgelegene Angabe der Maulwurfsgrille liegt übrigens bei Jenesien auf knapp 1.250 Meereshöhe. Die aktualisierte Verbreitungskarte ist unter www.florafauna.it abrufbar.

„Viele Personen haben uns Zufallsfunde gemeldet, andere wiederum haben ihr Leid mit der Maulwurfsgrille in Gärten geklagt, wo sich Maulwurfsgrillen häufen können und besonders Jungpflanzen stark schädigen,“ erklärt Petra Kranebitter, Konservatorin für Zoologie am Naturmuseum. „Insgesamt wissen wir nun wesentlich besser über die Verbreitung dieser Grille in Südtirol Bescheid,“ freut sich die Wissenschaftlerin und bedankt sich im Namen des Naturmuseums bei den Bürgern für das rege Interesse und die zahlreichen Meldungen.

Die Maulwurfsgrille Gryllotalpa gryllotalpa ist die größte einheimische Grille mit großen Grabschaufeln an den Vorderbeinen und einem abgeflachten, walzenförmigen, erdbraunen Körper und kleinen Augen. Sie ernährt sich sowohl von kleinen Bodentieren wie auch von jungen Wurzeln von Nutzpflanzen, kann somit Nützling wie Schädling sein. Bei idealen Lebensbedingungen – auch vom Menschen geschaffen – kann sich die Maulwurfsgrille stark vermehren und vor allem in den Gemüsegärten zu Schäden führen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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