Von: Matthias Knapp
Bozen – Heute kehrt Bischof Ivo Muser von seiner achttägigen Reise durch Peru zurück. Gemeinsam mit der Leiterin von missio Bozen-Brixen, Irene Obexer Fortin, besuchte er soziale Einrichtungen, Missionsprojekte und Pfarreien in Lima, Huaraz, Chacas, Zaña, Chiclayo und weiteren Orten. Im Mittelpunkt standen Begegnungen mit den Menschen und Projekte, die mit Unterstützung aus Südtirol verwirklicht werden.
„Von dieser beeindruckenden Reise durch Peru werden mir vor allem Gesichter und Menschen in Erinnerung bleiben“, zieht Bischof Muser Bilanz. Die Delegation sei Kindern, Jugendlichen, Kranken, Menschen mit Behinderung und vielen engagierten Frauen und Männern begegnet. „Am Ende geht es darum, dass wir gut mit Menschen umgehen und ihnen mit Würde und Respekt begegnen. Mich hat sehr beeindruckt, wie die Menschen hier ihr Leben in die Hand nehmen und versuchen, das Beste daraus zu machen.“
Die besuchten Projekte umfassen ein Fördervolumen von insgesamt rund 300.000 Euro. Unterstützt werden pastorale und soziale Einrichtungen ebenso wie Bildungs-, Behinderten-, Wasser-, Landwirtschafts- und Umweltprojekte.
Konkrete Hilfe vor Ort
Ein Beispiel ist die Pfarrei „Cristo Misionero del Padre“ in Chorrillos bei Lima. In ihrem Gebiet leben rund 100.000 Menschen in 13 Gemeinschaften. Rund 500 pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 150 Katechetinnen und Katecheten engagieren sich dort. Für acht neue Versammlungsräume sind 25.000 Euro aus Südtirol vorgesehen.
Weitere Stationen waren unter anderem die Casa San Danielito für Menschen mit Behinderung und die Casa Santa Teresita für ältere Menschen in Pomallucay. „Bei einer solchen Missionsreise geht es immer auch darum zu sehen, ob die Unterstützung tatsächlich ankommt und was damit geschaffen wird“, sagt Obexer Fortin.
Südtiroler Engagement wirkt weiter
Wie nachhaltig das Engagement aus Südtirol wirkt, zeigte sich an mehreren Stationen der Reise. In Huaraz besuchte die Delegation das Zentrum „Lucia Lintner“, das an das Wirken der Südtirolerin Luzi Lintner erinnert und heute Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten bietet.
In den Anden begleitete Matteo Prinoth aus St. Ulrich in Gröden die Gruppe. Der Holzschnitzer und Laienmissionar lebt seit rund 30 Jahren in Peru und bildet junge Menschen aus. In Werkstätten der Operazione Mato Grosso werden Jugendliche unter anderem in Holzschnitzerei, Steinbearbeitung, Mosaikkunst und Malerei geschult. In Chacas besuchte die Delegation auch das Grab von P. Ugo De Censi, dem Gründer der Operazione Mato Grosso.
P. Juan Goicochea, Comboni-Missionar und Begleiter der Delegation, nennt drei große Herausforderungen in Peru: die stark gestiegene Kriminalität, die Sorge vor einer intensiven Regenzeit im Zusammenhang mit El Niño und die weiterhin verbreitete Armut. „Es geht darum, die Kinder, die Erwachsenen und die alten Menschen wahrzunehmen und ihre Lebensrealität zu sehen“, sagt Goicochea.
Abschluss in Chiclayo
Die letzten Etappen führten nach Zaña und Chiclayo. In Zaña besuchte die Delegation historische Orte, die mit dem hl. Toribio de Mogrovejo verbunden sind. In Chiclayo traf Bischof Muser Bischof Edinson Edgardo Farfán Córdova OSA und feierte mit ihm in der Kathedrale einen Gottesdienst. Die Diözese ist eng mit Papst Leo XIV. verbunden: Robert Francis Prevost wirkte viele Jahre in Peru und von 2015 bis 2023 in Chiclayo.
Zum Abschluss der Reise sagte Bischof Muser: „Ich denke mit großer Dankbarkeit an die vielen Menschen, denen wir in diesen Tagen begegnet sind und die uns aufgenommen haben. Viele Gespräche, Begegnungen und Eindrücke werden mich noch lange begleiten.“ Zugleich dankte er den Menschen in Südtirol, die die Missionsarbeit unterstützen.
Auch Irene Obexer Fortin zieht eine positive Bilanz: „Wir haben noch einmal erfahren, wie wichtig es ist, dass wir Weltkirche sind, dass wir über unseren eigenen Tellerrand hinausschauen, einander unterstützen und weiterhin zusammenarbeiten.“




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