ECOTEX: größte faire und ökologische Textilmesse Südtirols

Nein zu Fast-Fashion-Kleidung

Samstag, 05. September 2020 | 18:23 Uhr

Klausen – Heute fand in Klausen die größte faire und ökologische Textilmesse Südtirols statt. Faire Arbeitsbedingungen, eine umweltschonende Produktion und lokale Möglichkeiten der Kleiderproduktion standen im Mittelpunkt des etwas anderen Bekleidungsmarktes. Organisiert wurde er von der OEW-Organisation für Eine solidarische Welt, den Solidarischen Einkaufsgruppen Südtirols und der Wirtschaftsgenossenschaft Klausen.

Bis eine Jeans in unserem Kleidungsschrank landet, reist sie mehr als einmal um die Welt: Rund 44.300 km legt sie durchschnittlich auf ihrem Weg von der Baumwollplantage in Indien bis zur Verkaufsstelle in Italien zurück. Gesponnen wird in der Türkei, gewebt in Taiwan, gefärbt in Tunesien und genäht in Bangladesch. Dabei wird so billig, so viel und so schnell wie möglich produziert. Den wahren Preis zahlen Umwelt und Klima und die unterbezahlten Arbeiter*innen, die so gut wie keine Rechte genießen. Allein in Südtirol landen andererseits 2.500 Tonnen gekaufter Kleidung jährlich wieder im Altkleidercontainer – ein Supergau an Ressourcenverschwendung. Dieser Dynamik wollten die Organisator*innen der ECOTEX heute in Klausen entgegenwirken und zeigen, dass es auch anders geht.

Verena Gschnell von der OEW-Organisation für Eine solidarische Welt erzählt: „Wir besitzen heute viermal so viel Kleidung wie noch vor 50 Jahren und laufen den Trends von Modelabels nach, die uns ständig das Gefühl geben, dass wir noch nicht genug konsumiert haben. Dabei gibt es inzwischen genügend nachhaltige und faire Alternativen.“ So präsentierten sich auf der ECOTEX heute mehr als 20 Kleinproduzenten und Kleinproduzentinnen, Schneider und Schneiderinnen sowie Verkäufer und Verkäuferinnen, denen eine transparente und vertretbare Wertschöpfungskette am Herzen liegt. Sie wissen woher ihre Rohstoffe kommen, legen Wert auf eine umweltfreundliche Verarbeitung, verwerten Restprodukte, färben und drucken nur mit natürlichen Techniken, fördern lokale Kreisläufe und berechnen für Qualität und Handarbeit einen fairen Preis beim Ein- und Verkauf.

Simon Profanter von der Wirtschaftsgenossenschaft Klausen betont: “Unser Verwaltungsrat und die Stadtgemeinde Klausen waren von Anfang an begeistert, einen alternativen Kleidermarkt in Klausen zu organisieren. Dass wir es dann geschafft haben auch Organisationen und Vereine wie das Netzwerk der Südtiroler Weltläden, Fridays for Future Südtirol und den Jugenddienst Unteres Eisacktal miteinzubinden zeigte uns schon im Voraus, dass der Markt vor allem jetzt in Zeiten der Krise viel Zuspruch erhält.“

Im Fokus der Veranstaltung stand nicht nur der Verkauf, sondern auch die Sensibilisierung der Besucher und Besucherinnen. Verschiedene Stationen regten dazu an, umweltschonend zu konsumieren und Altbewährtes neu für sich zu entdecken. Eine Flickwerkstatt und eine Kleidertauschecke wurden eingerichtet. Unter dem Motto “Reparieren und Tauschen” wurden zahlreichen Kleiderstücke vor der Mülltonne bewahrt. Kurz vor Mittag konnten die Besucher einer Modenschau beiwohnen, die bewies, dass vom staubigen Flair ökologischer Mode nicht mehr viel übriggeblieben ist. Ein Sinnesparcours der Materialien und die interaktive Schauwerkstatt „Von der Wolle zum fertigen Kleidungsstück“ eröffneten den Besuchern die Möglichkeit, den Herstellungsprozess von Kleidung nachzuvollziehen.

Dass sich der kritische Kleiderkonsum immer mehr etabliert, das bestätigten auch die Solidarischen Einkaufsgruppen Südtirols, die 2012 die erste ECOTEX organisiert hatten. Seitdem sei das Interesse an einem alternativen nachhaltige Konsummodell und kleinen Produktionen immer weiter gewachsen.

OEW-Geschäftsführer Matthäus Kircher betont: „Gerade die aktuelle Krise zeigt uns, dass wir lernen müssen neu zu wirtschaften. Lieferketten müssen transparent, Firmen zur Verantwortung gezogen und Arbeitsrechte in den Kleiderfabriken durchgesetzt werden. Davon würden schlussendlich alle profitieren.”

Von: sis

Bezirk: Eisacktal

Kommentare

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7 Kommentare auf "Nein zu Fast-Fashion-Kleidung"


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PuggaNagga
23 Tage 3 h

Das wird auch die einzige Textilmesse Südtirols sein!
Inhaltlich unbedeutend für die Branche.
Wenn unsere Kleidung nicht global produziert werden würde, könnte sich das der Großteil der Bevölkerung nicht leisten!
Blöder Bericht!

elvira
elvira
Universalgelehrter
22 Tage 23 h

men kannt ober darfir mear auf second hand setzn

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
22 Tage 13 h

@elvira kannt man, lei isch insre Gesellschaft so drauf inprogrammieet, dass kleider Leute machen… man sigs jo super im beruf: jemand der seriös wirken muas (bank, Politiker, Anwälte usw), muas an unzug unhoben… für mi kompletter schwochsinn, hel mocht mir niamend sympathischer oder seriöser… ober man kriag jo nitmol a gscheide orbeit wenn nit awia dementsprechend ausschaugsch… deswegen isch second hand für die meisten eher nicht tat i sogen.. traurig aber wahr!

Diezuagroaste
Diezuagroaste
Tratscher
23 Tage 52 Min

Weniger, aber dafür qualitativere Kleidung sind die Lösung. Wir haben Alle eine Waschmaschine daheim.

Jason_Voorhees
Jason_Voorhees
Tratscher
22 Tage 16 h
Ich bin übergewichtig und habe deshalb dicke Oberschenkel. Mein größtes Problem sind immer die Hosen die stets an der selben Stelle – nämlich im Schritt – durchgewetzt werden und schließlich an der Stelle reißen. Ich habe mir eine Hose aus dem fairen Handel gekauft, von einem Label aus Österreich dessen Namen ich leider nicht mehr im Kopf habe. Jedenfalls hat die Hose mehr als drei mal so viel gekostet wie eine Hose vom C&A – und ereilt hat sie das exakt gleiche Schicksal wie meine C&A Hosen: durchgewetzt im Schritt nach einem Sommer. Ich habe sie zwar flicken lassen (gleich… Weiterlesen »
So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
22 Tage 13 h

des kenn i… hon a tuire hose und a billige hose kopp, beade sein gleich olt gworden, wobei i fürn preis der teuren 4 billige kafen kannt… der einzige unterschied zwischen de 2 isch, bei der teuren verdiant der konzern worscheinlich es 3fache auf 1 Hose wia der Konzern der billigen, weil de lossens olle lei in die gleichen Orte, zu gleich widrigen Arbeitsbedingungen produzieren… hel isch mol fix

Sag mal
Sag mal
Kinig
22 Tage 11 h

@So sig holt is man will halt immer etwas.Faire u.Biobaumwollkleidung ist nicht besser sondern nicht so mit Schadstoffen belastet -für Haut und Umwelt besser eben🙄🙄🙄

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