Vollständige Höhlenbären-Skelette gefunden

Paläontologische Sensation in den Dolomiten

Freitag, 24. Juli 2026 | 15:25 Uhr

Von: luk

Abtei/Bozen – Am 3. Juli hat der Brunecker Bergführer Kurt Walde unterhalb der Contruinesspitze und oberhalb der bereits bekannten Conturineshöhle eine weitere Höhle mit einer sehr großen Anzahl von fossilen Skeletten des sogenannten Höhlenbären (Ursus spelaeus oder Ursus Ladinicus) entdeckt.

Das Besondere an der paläontologischen Neuentdeckung ist die Auffindung von annähernd vollständigen Skeletten des Höhlenbären in großer Zahl, was den internationalen Forschungen zum Höhlenbären wesentliche Ergebnisse hinzufügen wird.

Hubert Steiner (Amt für Archäologie), Finder Kurt Walde und Rupert Gietl (Arc-Team) am 24. Juli bei der Fundstelle in der Conturineshöhle. (Foto: LPA/Landesdenkmalamt/Amt für Archäologie)

“Nach diesem bedeutenden Fund mit großer wissenschaftlicher Tragweite geht es im Sinne des Kulturgüterschutzes jetzt darum, ein Forschungsprojekt zu definieren, das der großen Verantwortung für diese paläontologische Sensation gereicht wird”, sagt Landeskonservatorin Karin Dalla Torre. “Wir sind uns der Tragweite dieses sensationellen Fundes bewusst und wissen um die dessen Bedeutung für Wissenschaft und Forschung. Ich bin überzeugt, dass wir damit die Arbeit, die bereits im Museum Ladin zum Ursus Ladinicus geleistet wird, weiter ausbauen und damit Forschung auch den Menschen zugänglich machen können“, sagt Landesrat Philipp Achammer, der unter anderem für die Bereiche Wissenschaft, Forschung, Mussen und Denkmalpflege zuständig ist.

Die Fachbehörde für die Paläontologie ist das Landesdenkmalamt mit seinem Amt für Archäolgie. “Die Funde sind aufgrund der Autonomiebestimmungen Eigentum des Landes. Nach der Auffindung und Meldung hat die Absicherung der Fundstelle die oberste Priorität“, informiert Dalla Torre.

Höhle wird sicher verschlossen

Der zuständige Gebietsreferent des Amtes für Archäologie, Hubert Steiner, hat darum gemeinsam mit dem Finder Kurt Walde und zwei Mitarbeitern der vom Landesdenkmalamt beauftragten Grabungsfirma ARC-Team am 24. Juli die Fundstelle aufgesucht, um diese vorläufig sicher zu verschließen.

Die definitive Verschließung wird demnächst folgen, um zu garantieren, dass die Funde und Befunde durch unbefugtes Betreten nicht verfälscht oder kontaminiert werden sowie Fossilien entwendet werden.

Am 24. Juli wurden erste Arbeiten zur Verschließung der Höhle vorgenommen, um den Fund abzusichern. (Foto: LPA/Landesdenkmalamt/Amt für Archäologie)

In den nächsten Monaten soll dann eine Strategie und ein Forschungsprojekt mit internationalen spezialisierten Forschungspartnern erarbeitet und in den nächsten Jahren umgesetzt werden.

Höhleneingang liegt auf etwa 2800 Meter Höhe

Die Fundstelle befindet sich im Naturpark Fanes Sennes Prags in den Gemeinde Enneberg bzw. Abtei. Der Höhleneingang liegt auf etwa 2800 m und die im exponierten Gelände liegende Höhle erstreckt sich über eine Länge von 170 Metern. Höhe und Breite entsprechen in etwa denen der bekannten Höhle, sie erreicht sechs bis acht Meter Höhe und acht bis zehn Meter Breite.

Bereits am 23. September 1987 hatte Willy Costamoling in der ersten Conturineshöhle paläontolgische Objekte des Höhlenbären entdeckt, die etwa 50.000 Jahre alt sind. Seitdem werden die Ergebnisse der ab 1988 durchgeführten Serie von Grabungen unter der Leitung des Wiener Paläontologen Gernot Rabeder in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt erforscht. Kurt Walde hatte seinen spektakulären Fund von Anfang Juli am 17. Juli den Landesbehörden gemeldet.

Bezirk: Pustertal

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