Den Menschen eine Stimme geben

„(P)arte civile“: Der Dorfplatz als Platz für Diskussionen

Dienstag, 19. September 2017 | 12:35 Uhr

St. Martin in Thurn – Zurückblicken, wahrnehmen, vorausschauen: Die oew – Organisation für Eine solidarische Welt, die Gemeinde vom St. Martin in Thurn und das Museum Ladin laden zur gemeinsamen Reflexion „(P)arte civile“ ein.  Am 21. September startet in St. Martin in Thurn die partizipative Diskussionsreihe über Aufbruch und Rückkehr im Gadertal.

Die Initiative „(P)arte civile“ bietet den interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich über verschiedene Themen auszutauschen, die mit dem Zeitgeschehen in ihrem Lebensraum zusammenhängen. Über Berufs- und Arbeitsleben, Kriege und Konflikte, über Aufbruch und Rückkehr. Die regelmäßigen Gesprächsrunden finden unter der Leitung des Regisseurs Tommaso Pasquini statt und nehmen verschiedene Ausgangssituationen und Inputs zum Anlass für Diskussionen, Gedankenaustausch und Ideen. Im Gespräch und in der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und der Geschichte des Gadertales sollen die Diskussionen den Blick auf die Gegenwart und die Zukunft schärfen.

„Der große Mehrwert des Projekts besteht darin, den Menschen eine Stimme zu geben und damit die Möglichkeit, sich die Teilhabe am Gemeinschaftsleben zurückzuerobern”, sagt Adrian Luncke, oew-Mitarbeiter im Bereich Vielfalt und Miteinander, über das Projekt. Er fährt fort: „Eine Gesprächskultur wird angeregt – die klassische Basis jeder Demokratie, die zur direkten Partizipation an aktuellen Ereignissen und Veränderungsprozessen führt.”

Im Zentrum der Diskussionsreihe steht der Dorfplatz als Ort der Begegnung und des Austauschs. Wie andere Projekte des Regisseurs im Val di Cembra zeigen, kann der Dorfplatz auch heute noch ein Ort der aktiven Mitbestimmung sein: Wohin gehen wir? Wie können wir aktiv Gemeinschaft gestalten und Zukunft auf den Weg bringen?

„In einer Zeit der unumgänglichen virtuellen Plattformen möchte das Projekt keinesfalls wehmütig anachronistische Rezepte aus der Mottenkiste hervorholen, um apokalyptische Szenarien einer beängstigenden Zukunft an die Wand zu malen”, bestätigt der Regisseur Tommaso Pasquini, „wir möchten das Instrumentarium des alten Dorfplatzes entstauben, von dessen Nutzen wir nicht nur überzeugt sind, sondern es sogar als Notwendigkeit betrachten, die neuen Formen und Erfordernisse der modernen Plätze zu untermauern.“

Ausgehend von diesen Fragen  und dem Verlauf der Gespräche wird ein Skript entstehen, das in Form einer Abschlusspräsentation mithilfe von Freiwilligen auf die Bühne gebracht und den Gadertaler zur Diskussion gestellt wird. Die Diskussionen beginnen mit der Auftaktveranstaltung am 21. September um 20.00 Uhr in der Feuerwehrhalle von St. Martin in Thurn. Die weiteren Termine werden vor Ort bekanntgegeben und sind auf www.oew.org einsehbar.

Von: mk

Bezirk: Pustertal

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