Bald regiert im Kursaal Palace wieder der Hollywoodglamour

San Sebastian startet wieder mit Glamour und Autorenkino

Mittwoch, 16. September 2026 | 13:26 Uhr

Von: importer

Mit einem vielversprechenden Mix aus Autorenkino, Neuentdeckungen und Hollywoodglamour startet am kommenden Freitag das 74. Internationale Filmfestival von San Sebastian. Vom 18. bis 26. September treten insgesamt 17 Filme im Rennen um die Goldene Muschel an. Brad Pitt, Naomi Watts, Orlando Bloom, Rami Malek, Jeremy Irons und Penélope Cruz sorgen unterdessen für Hollywoodflair in der nordspanischen Küstenstadt.

Mike Leigh, Pablo Larraín, Nicole Garcia und Hans Petter Moland sind die großen Namen im Hauptwettbewerb. Leigh, der bereits für “Secrets & Lies” die Goldene Palme in Cannes gewann, tritt mit “Tender Loving Care” an. Der Chilene Pablo Larraín, der wohl radikalste Autorenfilmer im Wettbewerb, will Jury und Zuschauer mit seinem Familiendrama “My Sad Dead” überzeugen, in dem ein Mord an drei Jugendlichen eine ganze Nachbarschaft mit den Geistern der Verstorbenen konfrontiert.

Von norwegischen Literaturklassikern bis Julianne Moore

Mit “Milo” dürfte auch die etablierte französische Regisseurin Nicole Garcia wieder großes Autorenkino abliefern. Zumal ihre Hauptdarstellerin keine Geringere als Marion Cotillard ist. Unterdessen präsentiert sich Moland mit “Growth of the Soil” mit einer Verfilmung des norwegischen Literaturklassikers von Knut Hamsun, in dem ein Mann sich fernab der Zivilisation eine neue Existenz aufbauen will.

Auch Jesse Eisenbergs neuer Streifen “The Debut” könnte für Aufmerksamkeit sorgen, zumal in den Hauptrollen Julianne Moore und Paul Giamatti zu sehen sind. Es ist bereits die dritte Regiearbeit von Eisenberg, der als Mark Zuckerberg in “The Social Network” seinen internationalen Durchbruch als Schauspieler feierte. Für seinen letzten Film “A Real Pain” wurde der US-Amerikaner unter anderem für einen Oscar und einen BAFTA für das Drehbuch nominiert.

Man sollte aber auch die drei spanischen Wettbewerbsfilme nicht unterschätzen. Allen voran “Sants” von Mikel Gurrea, der bereits 2022 bei seinem Debüt mit “Suro” in San Sebastian den Fipresci-Preis der internationalen Filmkritikervereinigung erhielt sowie den Preis für das beste Drehbuch.

Fatih Akins “Geister” eröffnet Muschelrennen

Interessant dürften im offiziellen Wettbewerb auch drei Debütfilme werden: Ah Biaos “Border”, “In my Father’s Room” der Japanerin Maha Harada und Tony Vahls “Krux”. Letzterer spielt in einem norddeutschen Dorf am Ende des Zweiten Weltkriegs und erzählt von Angst, Gerüchten und dem Zusammenbruch einer scheinbar normalen Dorfgemeinschaft.

Eröffnet wird das Rennen um die Goldene Muschel von Fatih Akin. Der deutsch-türkische Regisseur, der 2004 mit “Gegen die Wand” den Goldenen Bären bei der Berlinale gewann, erzählt in “Geister” die Geschichte zwei junger Menschen, deren Liebe den Tod überdauert. Die Aufmerksamkeit muss sich Akin bei der Eröffnungsgala jedoch mit zwei anderen Regisseuren teilen.

Ehrenpreise für Werner Herzog und Naomi Watts

Der US-Regisseur Paul Thomas Anderson wird für seine Politkomödie “One Battle After Another” mit Leonardo DiCaprio mit dem diesjährigen Fipresci-Filmkritikerpreis als bester Film des Jahres ausgezeichnet. Der deutsche Kultregisseur Werner Herzog erhält den Donostia-Festivalehrenpreis für sein Lebenswerk.

In San Sebastian stellt Herzog seinen neuen Film “Bucking Fastard” mit Orlando Bloom, Kate Mara und Rooney Mara vor. Nur einen Tag später wird auch Naomi Watts mit dem Donostia-Preis geehrt. Watts, bekannt aus Filmen wie “21 Grams” und “The Impossible”, präsentiert am Samstag in San Sebastian ihren neuen Film “The Housewife”, das Regiedebüt des Kanadiers Ben Shirinian.

Brad Pitt und die Wiener Blueslegende

Neben dem offiziellen Hauptwettbewerb, in dem Brad Pitt und David Ayer ihren neuen Abenteuerfilm “Heart of the Beast” vorstellen, lohnt auch wieder der Blick in die zahlreichen Nebenreihen wie New Directors, Horizontes Latinos und Made in Spain. Im genreübergreifenden Zabaltegi-Wettbewerb ist das österreichische Regieduo Rainer Frimmel und Tizza Covi mit “The Loneliest Man in Town” am Start sowie der somalisch-österreichische Filmemacher Mo Harawe mit seinem Kurzfilm “Whispers of a Burning Scent”. “The Loneliest Man in Town”, der auf der Berlinale den Giuseppe Becce Award erhielt, kommt ab dem 13. November in die Kinos. Der Film erzählt die Geschichte der Wiener Blueslegende Al Cook.

Eine in San Sebastian sehr beliebte Nebenreihe ist “Perls”. Es handelt sich um Filme, die bei den jüngsten Festivalausgaben von Cannes, Venedig und Berlin besonders hervorstachen. Insgesamt 16 internationale Produktionen kämpfen in dieser Sektion um den beliebten Publikumspreis. Zu den Favoriten gehört mit Sicherheit “La bola negra” der in Spanien sehr populären Regisseure Javier Calvo und Javier Ambrossi mit Glenn Close und Penélope Cruz in den Hauptrollen.

Thomas Mann und der Gazakrieg

Der Film basiert auf einem unvollendeten Werk des im Spanischen Bürgerkrieg ermordeten Dichters Federico García Lorca und gewann in Cannes ex aequo mit Pawel Pawlikowskis “Vaterland” den Preis für die beste Regie. “Vaterland” mit Sandra Hüller erzählt die Geschichte von Thomas Manns Rückkehr ins Nachkriegsdeutschland und könnte in San Sebastian ebenfalls für große Aufmerksamkeit beim Publikum sorgen.

Genauso wie Martin McDonaghs “Wild Horse Nine” mit Sam Rockwell und John Malkovich über die Machenschaften der CIA während des Militärputsches 1973 in Chile. Eine weitere Anwärterin auf den Publikumspreis: die Gazakrieg-Doku “NAZA”, die in Venedig gerade mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde und in Israel, dem Heimatland der Filmemacher, für Aufregung sorgt. Insgesamt werden auf der 74. Festivalausgabe über 200 Filmbeiträge gezeigt. San Sebastian gehört neben Cannes, Venedig und Berlin zu den weltweit wichtigsten Filmfestivals.

(Von Manuel Meyer/APA)

(S E R V I C E – www.sansebastianfestival.com/in )

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Bald regiert im Kursaal Palace wieder der Hollywoodglamour

San Sebastian startet wieder mit Glamour und Autorenkino

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Mit einem vielversprechenden Mix aus Autorenkino, Neuentdeckungen und Hollywoodglamour startet am kommenden Freitag das 74. Internationale Filmfestival von San Sebastian. Vom 18. bis 26. September treten insgesamt 17 Filme im Rennen um die Goldene Muschel an. Brad Pitt, Naomi Watts, Orlando Bloom, Rami Malek, Jeremy Irons und Penélope Cruz sorgen unterdessen für Hollywoodflair in der nordspanischen Küstenstadt.

Mike Leigh, Pablo Larraín, Nicole Garcia und Hans Petter Moland sind die großen Namen im Hauptwettbewerb. Leigh, der bereits für “Secrets & Lies” die Goldene Palme in Cannes gewann, tritt mit “Tender Loving Care” an. Der Chilene Pablo Larraín, der wohl radikalste Autorenfilmer im Wettbewerb, will Jury und Zuschauer mit seinem Familiendrama “My Sad Dead” überzeugen, in dem ein Mord an drei Jugendlichen eine ganze Nachbarschaft mit den Geistern der Verstorbenen konfrontiert.

Von norwegischen Literaturklassikern bis Julianne Moore

Mit “Milo” dürfte auch die etablierte französische Regisseurin Nicole Garcia wieder großes Autorenkino abliefern. Zumal ihre Hauptdarstellerin keine Geringere als Marion Cotillard ist. Unterdessen präsentiert sich Moland mit “Growth of the Soil” mit einer Verfilmung des norwegischen Literaturklassikers von Knut Hamsun, in dem ein Mann sich fernab der Zivilisation eine neue Existenz aufbauen will.

Auch Jesse Eisenbergs neuer Streifen “The Debut” könnte für Aufmerksamkeit sorgen, zumal in den Hauptrollen Julianne Moore und Paul Giamatti zu sehen sind. Es ist bereits die dritte Regiearbeit von Eisenberg, der als Mark Zuckerberg in “The Social Network” seinen internationalen Durchbruch als Schauspieler feierte. Für seinen letzten Film “A Real Pain” wurde der US-Amerikaner unter anderem für einen Oscar und einen BAFTA für das Drehbuch nominiert.

Man sollte aber auch die drei spanischen Wettbewerbsfilme nicht unterschätzen. Allen voran “Sants” von Mikel Gurrea, der bereits 2022 bei seinem Debüt mit “Suro” in San Sebastian den Fipresci-Preis der internationalen Filmkritikervereinigung erhielt sowie den Preis für das beste Drehbuch.

Fatih Akins “Geister” eröffnet Muschelrennen

Interessant dürften im offiziellen Wettbewerb auch drei Debütfilme werden: Ah Biaos “Border”, “In my Father’s Room” der Japanerin Maha Harada und Tony Vahls “Krux”. Letzterer spielt in einem norddeutschen Dorf am Ende des Zweiten Weltkriegs und erzählt von Angst, Gerüchten und dem Zusammenbruch einer scheinbar normalen Dorfgemeinschaft.

Eröffnet wird das Rennen um die Goldene Muschel von Fatih Akin. Der deutsch-türkische Regisseur, der 2004 mit “Gegen die Wand” den Goldenen Bären bei der Berlinale gewann, erzählt in “Geister” die Geschichte zwei junger Menschen, deren Liebe den Tod überdauert. Die Aufmerksamkeit muss sich Akin bei der Eröffnungsgala jedoch mit zwei anderen Regisseuren teilen.

Ehrenpreise für Werner Herzog und Naomi Watts

Der US-Regisseur Paul Thomas Anderson wird für seine Politkomödie “One Battle After Another” mit Leonardo DiCaprio mit dem diesjährigen Fipresci-Filmkritikerpreis als bester Film des Jahres ausgezeichnet. Der deutsche Kultregisseur Werner Herzog erhält den Donostia-Festivalehrenpreis für sein Lebenswerk.

In San Sebastian stellt Herzog seinen neuen Film “Bucking Fastard” mit Orlando Bloom, Kate Mara und Rooney Mara vor. Nur einen Tag später wird auch Naomi Watts mit dem Donostia-Preis geehrt. Watts, bekannt aus Filmen wie “21 Grams” und “The Impossible”, präsentiert am Samstag in San Sebastian ihren neuen Film “The Housewife”, das Regiedebüt des Kanadiers Ben Shirinian.

Brad Pitt und die Wiener Blueslegende

Neben dem offiziellen Hauptwettbewerb, in dem Brad Pitt und David Ayer ihren neuen Abenteuerfilm “Heart of the Beast” vorstellen, lohnt auch wieder der Blick in die zahlreichen Nebenreihen wie New Directors, Horizontes Latinos und Made in Spain. Im genreübergreifenden Zabaltegi-Wettbewerb ist das österreichische Regieduo Rainer Frimmel und Tizza Covi mit “The Loneliest Man in Town” am Start sowie der somalisch-österreichische Filmemacher Mo Harawe mit seinem Kurzfilm “Whispers of a Burning Scent”. “The Loneliest Man in Town”, der auf der Berlinale den Giuseppe Becce Award erhielt, kommt ab dem 13. November in die Kinos. Der Film erzählt die Geschichte der Wiener Blueslegende Al Cook.

Eine in San Sebastian sehr beliebte Nebenreihe ist “Perls”. Es handelt sich um Filme, die bei den jüngsten Festivalausgaben von Cannes, Venedig und Berlin besonders hervorstachen. Insgesamt 16 internationale Produktionen kämpfen in dieser Sektion um den beliebten Publikumspreis. Zu den Favoriten gehört mit Sicherheit “La bola negra” der in Spanien sehr populären Regisseure Javier Calvo und Javier Ambrossi mit Glenn Close und Penélope Cruz in den Hauptrollen.

Thomas Mann und der Gazakrieg

Der Film basiert auf einem unvollendeten Werk des im Spanischen Bürgerkrieg ermordeten Dichters Federico García Lorca und gewann in Cannes ex aequo mit Pawel Pawlikowskis “Vaterland” den Preis für die beste Regie. “Vaterland” mit Sandra Hüller erzählt die Geschichte von Thomas Manns Rückkehr ins Nachkriegsdeutschland und könnte in San Sebastian ebenfalls für große Aufmerksamkeit beim Publikum sorgen.

Genauso wie Martin McDonaghs “Wild Horse Nine” mit Sam Rockwell und John Malkovich über die Machenschaften der CIA während des Militärputsches 1973 in Chile. Eine weitere Anwärterin auf den Publikumspreis: die Gazakrieg-Doku “NAZA”, die in Venedig gerade mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde und in Israel, dem Heimatland der Filmemacher, für Aufregung sorgt. Insgesamt werden auf der 74. Festivalausgabe über 200 Filmbeiträge gezeigt. San Sebastian gehört neben Cannes, Venedig und Berlin zu den weltweit wichtigsten Filmfestivals.

(Von Manuel Meyer/APA)

(S E R V I C E – www.sansebastianfestival.com/in )

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