5/8erl in Ehr'n bei der Verleihung des Amadeus Awards im März

5/8erl in Ehr’n: Volle Arena für “20 Jahre Wiener Soul”

Sonntag, 13. September 2026 | 06:01 Uhr

Von: importer

Sehr viel – verdiente – Ehr’ für 5/8erl in Ehr’n: Eine volle Open Air-Arena in Wien feierte die Pioniere des “Wiener Soul” am Samstagabend anlässlich des 20 Jahr-Jubiläums der Band. Und hochrangige Gäste/Freunde/Weggefährten feierten auf der Bühne mit, u. a. Marianne Mendt, Die Strottern und das wuchtige Vorarlberger Jazzorchester.

2006 fanden Max Gaier, Robert “Bobby” Slivovsky, Hanibal Scheutz (der Sohn von Austropopper Wilfried), Michaela “Miki” Liebermann (die Stromgitarrenmeisterin “Lilli Marschall” in Dr. Kurt Ostbahns “Chefpartie”) und Clemens Wenger aus der damaligen Wiener Jazzszene zusammen – das Quintett musizierte rund zwei Jahre nur zum Spaß in Wirtshäusern. Es ist daher natürlich naheliegend, wie die Musiker auf den außergewöhnlichen Bandnamen “5/8erl in Ehr’n” gekommen sind.

Erst 2008 erschien das Debütalbum “Es muss was wunderbares sein”. Aus der unbekümmerten Anfangszeit wuchs eine der stilistisch eigenständigsten Bands Österreichs. Mit Jazz, Groove und Wienerlied schufen sie ein eigenes Genre: den “Wiener Soul”. Hits wie “Siasse Tschick”, “Vaporizer” und vor allem “Badeschluss” wurden zu Hymnen, die längst über Wien hinaus mitgesungen werden. Sieben Studioalben, sechs Amadeus Awards und knapp 1.000 Konzerte später sind 5/8erl in Ehr’n zur Institution geworden, ohne dabei je ihre Lässigkeit oder ihren Witz zu verlieren – was sie auch am Samstagabend in der Arena eindrucksvoll bewiesen.

Und die Fans machten den Spaß begeistert mit: Als das Quintett zu Beginn gemütlich die Bühnensessel erklomm, ertönten schon die ersten “Zugabe!”-Rufe. Recht bald gesellte sich auch die erste musikalische Verstärkung mit dem modernen Wienerlied-Duo Die Strottern dazu. “Das waren quasi unsere Role Models”, unterstrich Bobby Slivovsky. Aber die Strottern wurden für die “Achterln” rasch viel mehr: Freunde, Produzenten und musikalische Weggefährten. Entsprechend harmonisch ging es daher auch in der Arena zu.

Marianne Mendt sang “Badeschluss”

Ein besonderer Moment war der Auftritt von Austropop- und Austrojazz-Legende Marianne Mendt, die u. a. die traditionelle Wiener Sommerhymne “Badeschluss” mitsang. Zu jeweils zwei Nummern waren auch die Rapperinnen Fiva (Deutschland) und Yasmo (Wien) mit von der Partie. Die mächtigste Verstärkung erhielten die Wiener “Soulisten” aber vom großartigen Jazzorchester Vorarlberg. Die Stageband des Wiener Musik-Klubs Porgy & Bess sorgte für druckvolles Big Band-Feeling – live eine echte Bereicherung für die “Achterln”: Sie lieferten die fetzigste Version von “Alaba – How do you do”, die jazzigste vom legendären Hit “Siasse Tschick” und die funkigste von “Schwachstö”. Ganz zum Schluss durfte natürlich das “gesunde Drogenlied” (Slivovsky) nicht fehlen: “Vaporizer” mit starker Publikumsbeteiligung.

Kürzlich bilanzierte Keyboarder Clemens Wenger im APA-Gespräch ironisch im historischen Rückblick auf die 5/8erl in Ehr’n-Karriere: “Der Bandname ist das Schlechteste an uns.” Das sollte man nicht unwidersprochen lassen: Denn dies war vielfach eine willkommene Anleitung für die Geburtstags-After Show Party in der Wiener Arena…

(Von Werner Müllner/APA)

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