Accept feiern mit prominenten Kollegen 50 Jahre teutonischen Metal

“Erste Metal-Band aus Deutschland”: Accept feiert 50 Jahre

Montag, 24. August 2026 | 05:01 Uhr

Von: importer

Accept gelten zurecht als “Teutonic Titans”. So heißt folgerichtig auch das Jubiläumsalbum zum 50er der Formation. “Rückblickend würde ich sagen, wir waren sicherlich die erste Heavy-Metal-Band aus Deutschland”, betont Wolf Hoffmann, Gitarrist und letzter Verbliebener der klassischen Besetzung, im APA-Interview. Bands wie Metallica oder Ghost bezeichnen Accept als Einfluss. Ganze 50 Gäste, auch Musiker der beiden genannten Gruppen, sind auf Jubiläumsalbum vertreten.

Für “Teutonic Titans 1976-2026”, das am 3. September erscheint, hat das aktuelle Line-up die Klassiker von Accept, aber auch ein paar Deep Cuts neu aufgenommen. Namhafte Kollegen wie Rob Halford (Judas Priest), Kirk Hammett (Metallica), Tobias Forge (Ghost), Mikkey Dee (Scorpions), Billy Corgan (Smashing Pumpkins) und David Ellefson (ehemals Megadeth) ließen es sich nicht nehmen, musikalische Geschenke beizusteuern. Am 4. Dezember gastieren Accept im Wiener Gasometer.

Eigentlich begann die Geschichte bereits 1968 als Sänger Udo Dirkschneider eine Band gründete, die sich ab 1971 Accept nannte. Doch erst 1976 entstand mit dem Einstieg von Hoffmann und Bassist Peter Baltes eine feste Besetzung. In den 80ern prägte man mit Genreklassikern wie “Balls To The Wall” und “Metal Heart” die Szene mit. “Wir hatten ja damals keine Ahnung, dass wir all diese Leute beeinflussen”, sagt der Gitarrist. “Es gab noch kein Internet, man hat null Feedback bekommen. Wer hätte es einem sagen sollen, dass auf der anderen Seite des Globus, Musiker unsere Songs als Inspiration wahrnehmen?”

Auflösung – Reunion – Auflösung – Neustart

Überhaupt: “Wer hätte das jemals für möglich gehalten, dass man nach 50 Jahren noch dabei ist. Oder wieder und noch dabei ist”, so Hoffmann. Denn die Band löste sich auf, kam wieder zusammen – und löste sich wieder auf. “Irgendwann war nur noch ich da. Und Ende der 90er-Jahre war Heavy Metal komplett out. Keiner wollte mehr unsere Musik hören. Alles drehte sich um Grunge, um Hip-Hop und dieses und jenes. Da dachte ich: Was machst du jetzt? Ich hätte neue Leute dazunehmen können und wäre eine Art Coverband von Accept geworden. Das wollte ich nicht.”

Aber 2009 reformierte sich die Band mit neuem Sänger Mark Tornillo. “Accept gab es gar nicht mehr, wir hatten nichts zu verlieren. Wir waren sehr erleichtert, als dann das neue Album ‘Blood Of The Nations’ rauskam und es so ekstatisch angenommen wurde. Weil es ist schon eine Riesenausnahme im Musikbusiness, dass ein Sängerwechsel auch funktioniert.”

Mit Auge auf “Teutonic Titans”: Welchen Track würde Hoffmann als besonderen Meilenstein herauspicken? “‘Balls To The Wall’ ist einer der ganz wichtigen Songs, weil er uns den Plattenvertrag mit einer US-Firma ermöglicht hat. Wir sind damals zum ersten Mal in die USA gegangen und haben vor Bands wie Kiss, Iron Maiden und Ozzy Osbourne und Dio und wie sie alle heißen gespielt. Wir sind damit auch auf MTV gelandet – bei Beavis and Butthead etwa. Aber natürlich auch ‘Fast As A Shark’. Er wird ja oft als erster Speed-Metal-Song überhaupt bezeichnet.”

Vom Gammler zur Anerkennung

Dass sich Phil Anselmo (Pantera), Hammett und Dee für ihre Gastbeiträge die letztgenannte Nummer ausgesucht haben, wundert kaum. Der Wunsch von Ghost-Mastermind Forge überraschte Hoffmann dagegen: “Er erzählte uns, dass er mit Accept aufgewachsen und sein Lieblingssong ‘Save Us’ vom zweiten Album ist. Den hat nie einer erwähnt. Den haben wir nie live gespielt. Diesen Song wollte er unbedingt mit uns machen. Auf diesen Song wären wir in 1.000 Jahren nicht gekommen. Aber das Ergebnis macht Sinn.”

Heute haben Accept Legendenstatus, zu den Konzerten kommen Generationen, ihre Musik ist längst im Mainstream anerkannt. Vor 50 Jahren war das noch anders: “Bürgerschreck war das Motto der frühen Jahre”, lacht Hoffmann. “Lange Haare, Lederjacke, Bürgerschreck. Mein Vater hat immer von meinen ‘Gammler-Freunden’ gesprochen. Diesen Ausdruck benutzt heute niemand mehr.”

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E – www.acceptworldwide.com )

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