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Der am Freitag verstorbene, norwegische König Harald V. besuchte mit seiner Gemahlin Sonja vor genau 30 Jahren Österreich. Ende August 1996 erwiderte das Paar eine Visite von Bundespräsident Thomas Klestil im Jahr davor. Der Monarch besuchte in Wien u. a. auch das Parlament und Rathaus. In der Hofburg wurde ein Staatsbankett für ihn gegeben.
Hunderte Schaulustige kamen damals, als die blaublütigen Gäste am Freitag vor exakt 30 Jahren (28. August 1996) im Inneren Burghof mit militärischen Ehren empfangen wurden. König Harald trug eine dunkelblaue Uniform mit Orden, Königin Sonja ein weißes Sommerkostüm.
In der Hofburg erörterten Harald und Klestil danach die Europapolitik – Österreich war 1995 der EU beigetreten. Die gemeinsame Mitgliedschaft in der Europäische Freihandelsassoziation (EFTA), in der Österreich und Norwegen vereint gewesen waren, hatte geendet. In Norwegen war ein EU-Beitritt immer wieder Thema, er wurde aber bei Volksabstimmungen zwei Mal, 1972 und 1994, mehrheitlich von den Bürgern abgelehnt. Der Besuch fiel in eine Zeit, als Österreich gerade einen langfristigen Erdgasliefervertrag mit Norwegen schloss.
Weitere Gesprächspartner von König Harald V. in Wien waren der damalige Nationalratspräsident und spätere Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Franz Vranitzky, Bürgermeister Michael Häupl und Wirtschaftskammerpräsident Leopold Maderthaner. In der Innenstadt spazierte das Königspaar über Kohlmarkt, Graben und Stephansplatz. Als Kronprinz war Harald ein-, zweimal privat in der Bundeshauptstadt gewesen, doch hatte er Österreich vor dem Staatsbesuch 1996 nicht in offizieller Funktion besucht. Davor hatte der Vater des Monarchen, König Olav V., Österreich 1982 einen offiziellen Besuch abgestattet.
Ernüchternde Berichterstattung und keine Wiederkehr
Politisch standen 1996 der Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und die Sicherheitspolitik nach Ende des Kalten Krieges im Mittelpunkt: Die Standpunkte Österreichs und Norwegens stimmten darin überein, dass die “Stärke der europäischen Sicherheit” in hohem Maße von der Stärke der “Atlantischen Partnerschaft” abhängig sei. “Wir wissen, dass wir beides brauchen werden – einen kontinuierlichen, konstruktiven Dialog mit Russland und eine starke Atlantische Gemeinschaft”, sagte Bundespräsident Klestil damals beim Staatsbankett.
Von Wien reisten Harald und Sonja, begleitet von Klestil, noch in die Stadt Salzburg, wo sie ebenfalls einen Rundgang unternahmen und Vorstellungen der Festspiele besuchten. Zudem ging es ins Salzkammergut. Dort unternahmen sie nach einem Empfang durch eine Trachtenkapelle in St. Gilgen eine Schifffahrt auf dem Wolfgangsee. An Bord der “MS Österreich” fachsimpelte der frühere Spitzensegler Harald dabei mit Österreichs Champion Hubert Raudaschl. Herberge fanden die hochadeligen Gäste im Schloss Leopoldskron.
In der norwegischen Presse fand die Visite in der Folge einen negativen Widerhall: So beschrieb die Nachrichtenagentur NTB die Begrüßung durch den Bundespräsidenten als “viel einfacher, als es das Königspaar normalerweise bei Staatsbesuchen gewohnt ist”. Die Zeitung “Arbeiterbladet” schilderte den Spaziergang in Wien als “totales Chaos”, wobei insbesondere die österreichischen Polizisten wegen ihrer “Brutalität” kritisiert wurden: “Polizisten in Uniform haben ihr Bestes getan, um jeglichen Kontakt zwischen Prominenten und Publikum zu verhindern. Norweger mit kleinen Fahnen konnten das Königspaar kaum erblicken, bevor sie von bösen Polizisten zur Seite gedrängt wurden.” “Aftenposten” schrieb von einem Schwarm von Presseleuten und böswilligen Polizisten, die die Gäste umringten.
Harald V. kam nicht wieder nach Österreich. Auch nicht etwa zum Begräbnis Otto Habsburg-Lothringens, Sohn des letzten Kaiser Karls I., im Sommer 2011. Während andere europäische Herrscherhäuser Vertreter nach Wien schickten – etwa Schweden, Luxemburg und Liechtenstein ihr Oberhäupter persönlich -, hieß es aus Oslo von einem Hofsprecher: König Harald V. habe der Familie Habsburg-Lothringen selbstverständlich kondoliert, es werde jedoch niemand vom Königshaus zum Begräbnis kommen. Dabei bestanden gerade über Ottos Mutter, Kaiserin Zita, die einzigen verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den katholischen Habsburgern und Haralds protestantischer Dynastie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg: Prinz René von Bourbon-Parma (1894-1962), ein Bruder Zitas und Onkel Ottos, war mit der dänischen Prinzessin Margaretha (1895-1992) verehelicht.




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