"Star Wars"-Requisiten fehlen in Lucas' Museum natürlich nicht

“Star Wars”-Schöpfer Lucas eröffnet sein Museum

Donnerstag, 03. September 2026 | 10:20 Uhr

Von: importer

Eine Reise in eine weit, weit entfernte Galaxie mag noch in weiter Ferne liegen. Doch das Lucas Museum of Narrative Art in Los Angeles gibt zumindest Einblicke in das Storytelling hinter George Lucas’ “Star Wars”-Franchise – aber auch generell in die Kunst, Geschichten zu erzählen. “Das ist ein großes Fest für uns, denn es hat so lange gedauert, bis wir hier angekommen sind”, sagte Lucas bei einer Pressevorführung vor der offiziellen Eröffnung am 22. September.

Das Museum im Exposition Park bietet Grünflächen und ein 27.870 Quadratmeter großes Gebäude mit Galerien, zwei Theatern, einer Bibliothek, einem Restaurant (“Skywalker Grill”), zwei Kinos, einem Café sowie Shops und Gemeinschaftsräumen. Die Sammlung umfasst u.a. Werke des Comiczeichners Jack Kirby (u.a. “Fantastic Four”, “Avengers”), des Malers Norman Rockwell und des Illustrators Kadir Nelson sowie ein Lucas-Archiv mit Modellen, Requisiten, Konzeptzeichnungen und Kostümen. Auch Konzeptzeichnungen von Ralph McQuarrie für “Star Wars” dürfen nicht fehlen.

“Mittlerweile sind es etwa 17 Jahre, in denen ich aus Städten vertrieben wurde und versucht habe, dieses Projekt zu verwirklichen”, betonte Lucas. Ursprünglich wurde das Museum zwei Jahre lang für Chicago geplant, auch San Francisco war als möglicher Standort im Gespräch. Schließlich landete Lucas’ Raumschiff – wie könnte es passender sein – in der US-Filmmetropole Los Angeles. Die Grundsteinlegung war 2018.

Er sei es gewohnt, das Unmögliche zu verwirklichen, sagte der legendäre Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. Das Projekt, das der 82-Jährige selbst finanziert, wurde genau nach seinen Vorstellungen umgesetzt – für mehr als eine Milliarde Dollar (864 Mio. Euro). Mitbegründerin des Museums ist seine Frau Mellody Hobson. Lucas wolle mit dem Museum die Illustratoren feiern, die für ihre Beiträge oft zu wenig Anerkennung erhalten haben, sagte diese.

Comics, Mangas, Wandmalerei und “Star Wars”

Auf gut 9.000 Quadratmetern sind mehr als 40.000 Werke aus Lucas’ Sammlung ausgestellt. Die verschiedenen Galerien im 4. und 5. Stock sind aufgeteilt in Sammelbegriffe wie “Abenteuer”, “Kino”, “Architektur”, “Fotografie” und “Science-Fiction”. Darunter sind auch Gemälde von Frida Kahlo, Diego Rivera und Maxfield Parrish. Es finden sich darin außerdem Comics (unter anderem “Asterix”, “Tim und Struppi”, “Garfield” und “Snoopy”), Manga-Zeichnungen, Filmplakate und Wandmalerei. Zu Letzterem schlich sich Banksy vor wenigen Tagen ins Museum, um selbst Werke zu hinterlassen.

Lucas erwähnte bei dem Pressetermin sein weltberühmtes Franchise mit keinem Wort, trotzdem fehlt “Star Wars” in den Galerien nicht: Die Ausstellung “Star Wars in Motion” ist dem visuellen Geschichtenerzählen des Gründers gewidmet. Die Besucher werden zunächst von einem gelben N-1-Sternjäger-Flugzeug aus der ersten “Star Wars”-Folge “Die dunkle Bedrohung” empfangen, bevor sie in das Universum der Kult-Saga eintauchen. Dort werden mehrere Fahrzeuge aus dem Lucas-Archiv gezeigt, die in den ersten sechs “Star Wars”-Filmen zu sehen waren: von Podracing über Requisiten und Kostüme bis zu Anakins Airspeeder.

Ein Bau aus einer weit, weit entfernten Galaxis

Man kommt nicht umhin, beim Anblick des Museums an ferne Galaxien zu denken: Aus der Parkgarage hinaus erhebt sich zu links ein begrünter Hügel, obendrauf liegt Jabba the Hutt, eine “Star Wars”-Figur, während sich hinter ihm das Museum wie ein weißes Raumschiff erhebt und ruhig zu schweben scheint. Tatsächlich ragt das organisch geformte Gebäude über die mit dem Boden verbundenen Stützpunkte hinaus und scheint den Boden nicht zu berühren. Im Falle eines Erdbebens kann sich das riesige Schiff gut einen Meter in jede Richtung bewegen.

Der futuristische Entwurf des Museums ist von Architekt Ma Yansong. Seine Arbeit zeichnet sich besonders durch fließende und weiche Konturen aus. “In der Natur sieht man nie gerade Linien”, erklärte der chinesische Architekt. “Wir möchten, dass die Menschen dieses Gebäude aus jedem Blickwinkel entdecken und sie sich unterschiedliche Dinge vorstellen können.”

Yansong hatte sich beispielsweise von einer Wolke inspirieren lassen, “weil ihre Form sich immer verändert”. Das Gebäude lasse viel Raum für die Fantasie. Das sei auch der Grundgedanke, sagt Museumsdirektorin Tracey Bates: “Wenn dieses Museum auch nur in einem einzigen jungen Geist denselben Funken der Fantasie entzündet, den George vor 50 Jahren gespürt hat, dann wird es die Mühe wert gewesen sein.”

(S E R V I C E – https://lucasmuseum.org )

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen