Dvorak sorgte in vielen Formaten für Unterhaltung

TV-Showmaster, Entertainer und Buchautor Felix Dvorak ist 90

Mittwoch, 04. November 2026 | 05:01 Uhr

Von: importer

Felix Dvorak war die längste Zeit seines Lebens ein Tausendsassa im Entertainmentbereich. Er präsentierte Unterhaltungssendungen im Fernsehen, schrieb eine Reihe humoristischer (Dreh-)Bücher und machte sich als langjähriger Theaterleiter in Mödling (zwölf Jahre), Berndorf (22 Jahre) und Weitra (sechs Jahre) einen Namen. Am Mittwoch (4. November) feiert der vielfach ausgezeichnete Wiener seinen 90. Geburtstag.

Geboren wurde Felix Dvorak am 4. November 1936 in Wien. “Als Spross einer mehr als originellen Familie – darunter Komponisten, Kongoforscher und königliche Leibärzte – wuchs er, zwischen Räuber- und Gendarmspielen und manischen Kinobesuchen, im Wiener Zinshaus auf. Nach verschiedenen Versuchen, sein Glück in sogenannten Brotberufen zu finden, besann er sich auf seine wahre Bestimmung: das Theater. Als Conferencier in diversen Nachtlokalen, als Eleve bei Wandertheatern, Ausflügen in die Welt der Waschmaschinenvertreter, gelang ihm letztendlich der Durchbruch als Schauspieler, Kabarettist und Schriftsteller”, klingt sein 2011 in Buchform erschienener “Überlebenslauf” in der Kurzzusammenfassung.

Der Zuckerbäcker mit der Goldenen Rose

Der gelernte Zuckerbäcker begann 1956 seine Karriere als Schauspieler bei der “1. Österreichischen Länderbühne”, einem Tourneetheater, und war zunächst an vielen Wiener Bühnen sowie der “Kleinen Komödie” in Hamburg tätig. 1964 gründete er mit dem “Austria Kabarett” ein eigenes Tourneetheater. In der Folge spielte er u.a. am Stadttheater Klagenfurt, bei den Komödienspielen auf Schloss Porcia, am Theater in der Josefstadt oder dem Volkstheater.

Als Gestalter kulturgeschichtlicher Sendereihen und durch seine Mitarbeit an zahlreichen Unterhaltungssendungen wie “Cabaret-Cabaret”, “Variete-Variete”, “Österreich hat immer Saison”, “Humor kennt keine Grenzen”, “Tritsch-Tratsch” oder “Wer A sagt” prägte er eine ORF-Ära mit, für die satirischen TV-Sendungen “Flohmarkt Companie” (gemeinsam mit Peter Lodynski) und “Mad in Austria” (Regie: Herbert Grunsky) wurde er u.a. beim TV-Festival in Montreux mit einer Goldenen Rose ausgezeichnet und erhielt eine Emmy-Nominierung.

Als Entertainer trat er unter anderem in Paris und Las Vegas auf, auch als Operettenbuffo wurde er verpflichtet. 1984 gründete er die Komödienspiele Mödling, 1989 die Berndorfer Sommerspiele, 2006 das Schloss Weitra Festival. Als er sich 2011 mit “Charleys Tante” als Intendant verabschiedete, sagte der damalige Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), Dvorak habe “die niederösterreichische Kulturszenerie versüßt, auf besondere Art und Weise geprägt und sehr viel für Niederösterreich und sein Selbstbewusstsein geleistet”. Im Jahr darauf inszenierte Dvorak bei den Wachaufestspielen Weißenkirchen Frantisek Langers “Das Kamel geht durch das Nadelöhr”, kurz darauf folgte “Techtelmechtel” nach Georges Feydeau im Teatro Allegro in Schwarzau am Steinfeld.

Auch mit Büchern erfolgreich

Sein 60-jähriges Bühnenjubiläum feierte er 2013 im Rahmen von “Sternstunden des Humors” im Radiokulturhaus in Wien, zugleich kam sein Buch “Wer zuerst lacht, lacht am längsten” heraus. 2019 hielt er in “Himmelhoch jauchzend und niemals betrübt. Aus dem Leben eines Komödianten” eine Vielzahl an Erinnerungen fest, ein Jahr später veröffentlichte er “So lacht die Welt. Eine humorvolle Reise um den Globus”.

Er machte sich auch als Autor zahlreicher TV-Drehbücher, Theaterstücke und humoristischer Bücher (“Sternstunden des Humors”, “Küss die Hand, Herr Hofrat”, die Autobiografie “Dworschak heißt man nicht” u.a.) einen Namen. Seit 1996 trägt Dvorak, der mit seiner langjährigen, 2021 verstorbenen Frau Elisabeth zwei Töchter hat, den Berufstitel Professor. Er wurde mit zahlreichen Preisen geehrt – darunter die Goldene Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien (2007) und das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich (2016). 2017 wurde ihm außerdem der Berufstitel Kammerschauspieler verliehen.

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