Deutscher Fan begeistert die USA

Abseits vom Fußball: “Freddy” wird zum heimlichen Star der WM

Montag, 29. Juni 2026 | 08:34 Uhr

Von: mk

Ein deutscher Fußballfan löst in den USA überraschend einen Internet-Hype aus. Unter dem Namen „Freddy“ dokumentiert er seinen WM-Roadtrip durch das Land auf X und gewinnt innerhalb weniger Tage mehr als 700.000 Follower. Das Besondere an ihm: Er will absolut anonym bleiben und verbirgt sein Gesicht stets hinter einem Bild von Cristiano Ronaldo.

Hinter dem großen Social-Media-Märchen des Sommers steckte ein ziemlich bodenständiger Plan. Freddy landete Anfang Juni mit zwei Kumpels in New York, um sich auf eine mehrwöchige Fahrt durch die USA und Kanada zu begeben. Im Gepäck haben die Jungs in erster Linie Fußballtrikots und Tickets für sieben Spiele bei der Weltmeisterschaft. Dabei feuern sie nicht nur die DFB-Elf an, sondern auch das Team aus Portugal, denn Freddy ist ein großer Ronaldo-Fan.

So weit ist das nicht ungewöhnlich. Doch während ihre Route die Jungs von Georgia nach Tennessee führte, wuchs die Reichweite rasant: Mit seinen Berichten begeistert Freddy inzwischen Hunderttausende Menschen – darunter auch berühmte Amerikaner.

Doch was macht Freddy so besonders? Sein Enthusiasmus ist ansteckend. Durch den Studenten aus Hamburg-Bergedorf scheinen die Menschen in den USA ihr eigenes Land mit anderen Augen zu sehen und die Begeisterung dafür neu zu entdecken. Statt auf die gespaltene politische Stimmung im Land einzugehen, wie dies häufig in europäischen Medien der Fall ist, zelebriert Freddy den amerikanischen Alltag wie ein Volksfest. Ein Foto von einer ganz normalen Taco-Bell-Filiale, das er auf seinem Social-Media-Kanal bei X unter @freddyla7 ehrfürchtig als „das gelobte Land“ betitelte, brachte die Lawine ins Rollen. Kurz darauf kaufte er fassungslos eine Walmart-Filiale nahezu leer.

Die Amerikaner lieben Freddy dafür, dass er ihre Art zu leben so großartig findet. Freddy postete Eindrücke von Landschaften, Fast-Food-Restaurants und Zwischenstopps entlang der Strecke und versah sie mit humorvollen Kommentaren. Zu einem Ort in den Bergen Georgias schrieb er: „Wir haben ein deutsches Dorf im Norden Georgias entdeckt. Ich fühle mich hier wie zu Hause.“ Das Echo auf X war enorm. Ein User fragte: „Lieben deine deutschen Follower die Tweets genauso sehr wie wir Amerikaner? Ich mag alles, was du postest.“

Freddys Begeisterung rührt das Herz der Menschen in den USA und weckt ihre Großzügigkeit – Prominente inbegriffen. Als Freddy am 9. Juni eine Karte seiner geplanten Route nach Houston veröffentlichte, hoffte er auf die Schwarmintelligenz und bat um Tipps für sehenswerte Zwischenstopps. Unter den Tausenden Kommentaren fand sich auch eine Antwort von NFL-Legende J. J. Watt. „Ich kümmere mich um dich in Houston, Großer“, schrieb der ehemalige Football-Star und lud Freddy mit seinen Freunden kurzerhand in ein Luxushotel ein.

Freddy, der Bilder seiner Unterkunft postete, bedankte sich öffentlich: „Ich weiß nicht einmal, was ich dazu sagen soll. Das ist einfach unglaublich. Keine Worte.“ Neben dem Hotelaufenthalt erhielt er mehrere Geschenke von Watt – darunter auch ein signiertes Trikot.

Doch der Football-Star blieb nicht der einzige bekannte Unterstützer. Nachdem Freddy berichtet hatte, im Radio immer wieder Musik von Country-Sängerin Ella Langley zu hören, lud die Musikerin ihn persönlich zu einem Konzert ein.

Für die drei Freunde gab es aber noch mehr außergewöhnliche Momente. Erst kürzlich waren sie zu Gast bei der Nasa und durften dort sogar ein Telefonat mit der Internationalen Raumstation ISS führen. Auf X schrieb Freddy dazu: „Danke an die Nasa für den coolsten Tag überhaupt. Vor einer Woche haben wir noch bei Chili’s in Chattanooga gegessen, und heute sprechen wir mit der ISS. Das ist der amerikanische Traum. Danke, dass ihr drei zufälligen WM-Touristen aus Deutschland die Möglichkeit gegeben habt, diesen Traum für ein paar Tage zu leben. Die USA sind großartig.“

Mittlerweile melden sich selbst Politiker auf Freddys Profil zu Wort. Alabamas Gouverneurin Kay Ivey kommentierte etwa einen Beitrag über ein College-Football-Spiel: „Ihr solltet im Herbst wiederkommen, um zu sehen, wie wir hier in Alabama unsere Samstage verbringen.“ Floridas Gouverneur Ron DeSantis reagierte auf Freddys Foto eines Sonnenuntergangs mit der Bildunterschrift „Wir haben es bis zum Meer geschafft“ mit den Worten: „Es ist der Golf, nicht das Meer. Und ihr werdet einige der schönsten Strände der Welt sehen. Viel Spaß!“

Dem DFB-Fan bot sich sogar die Gelegenheit, das Weiße Haus in Washington zu besuchen. US-Vizepräsident JD Vance hatte gegenüber dem US-Sender „Fox News“ erklärt, er würde den Deutschen gerne persönlich treffen. Doch die Einladung schlugen Freddy und seine Begleiter letztlich aus.

Einer der Jungs musste aus beruflichen Gründen nach Deutschland zurückkehren, plant jedoch, am 10. Juli wieder zur Truppe zu stoßen – pünktlich zur heißen Phase vor den Halbfinals am 14. und 15. Juli und dem großen Finale in New York am 19. Juli. Mit etwas Glück sehen die Freunde die DFB-Elf dann live auf dem Feld – ein Moment, der für Freddy sicher nicht das einzige unvergessliche Erlebnis in den USA bleiben wird.

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