Alkohol ist grundsätzlich nicht harmlos

Neurologe warnt: Ab diesem Alter sollte Alkohol vermieden werden

Sonntag, 16. August 2026 | 10:56 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Ein US-Neurologe empfiehlt, spätestens ab dem 65. Lebensjahr vollständig auf Alkohol zu verzichten. Besonders im höheren Alter könne regelmäßiger Alkoholkonsum dem Gehirn schaden und zudem das Sturzrisiko erhöhen. Wissenschaftlich ist die konkrete Altersgrenze allerdings nicht unumstritten.

Ein Bier zum Feierabend oder ein Glas Wein zum Essen – für viele gehört Alkohol zum Alltag. Doch mit zunehmendem Alter kann sich die Verträglichkeit verändern. Der US-amerikanische Neurologe Dr. Richard Restak empfiehlt deshalb, den Alkoholkonsum im Alter deutlich zu reduzieren und schließlich ganz darauf zu verzichten.

In seinem 2021 erschienenen Buch The Complete Guide to Memory: The Science of Strengthening Your Mind beschäftigt sich Restak unter anderem mit der Frage, wie sich das Gedächtnis im Alter erhalten lässt. Dabei warnt er auch vor den möglichen Auswirkungen von Alkohol auf das Gehirn.

“Nicht gut für Nervenzellen”

Alkohol sei ein “sehr, sehr schwaches Neurotoxin” und damit nicht gut für Nervenzellen, schreibt der Neurologe. Gerade im höheren Alter sei der Erhalt der Gehirngesundheit besonders wichtig.

Restaks Empfehlung ist deshalb eindeutig: Ab 65 Jahren sollte der Alkoholkonsum beendet werden, idealerweise mit einer schrittweisen Reduktion ab diesem Alter. Ab 70 Jahren plädiert er für vollständige Abstinenz.

Ein möglicher Vorteil des Verzichts besteht laut Restak darin, das Risiko für eine Demenzerkrankung zu senken. Auch ein weiterer Aspekt spiele im Alter eine Rolle: “Wer alkoholisiert ist, hat ein erhöhtes Sturzrisiko. Für ältere Menschen können Stürze besonders schwerwiegende Folgen haben.”

Alkohol grundsätzlich nicht harmlos

Die konkrete Altersgrenze von 65 beziehungsweise 70 Jahren ist allerdings keine allgemein anerkannte medizinische Vorgabe. Auch die Vorstellung, dass der Mensch im Laufe des Lebens große Mengen an Nervenzellen verliert, wird von neueren Forschungsergebnissen teilweise infrage gestellt.

Unabhängig davon gilt: Alkohol ist grundsätzlich gesundheitsschädlich und nicht risikofrei. Regelmäßiger oder hoher Konsum erhöht unter anderem das Risiko für verschiedene Erkrankungen und kann sich negativ auf Gehirn, Leber und Herz-Kreislauf-System auswirken.

Die Botschaft des Neurologen richtet sich damit vor allem an ältere Menschen: Was in jüngeren Jahren noch problemlos erscheinen mag, kann mit zunehmendem Alter größere Risiken mit sich bringen. Und manchmal ist es eben nicht die Frage, welches Bier man trinkt – sondern ob man überhaupt noch eines trinken sollte.

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