Er überlebte zwölf Tage allein im Wald

Prothese verhilft Südtiroler Hirtenhund zum Neustart

Dienstag, 06. Dezember 2022 | 07:01 Uhr

Villnöß – Zwölf Tage ist es Hirtenhund Ace gelungen, allein im Wald oberhalb von Lüsen zu überleben, nachdem er in ein Fangeisen geraten war, das Wilderer ausgelegt hatten. Seine Freiheit kostete ihm ein Bein. Trotz allem gelang dem tapferen Tier der Rückweg nach Hause. Der Hund wurde notoperiert und ist nun – dank einer Prothese – fast wieder so fit wie zuvor.

Ace ist zehn Jahre alt. Als Hirtenhund auf der Alm auf der Koflerwiese in Villnöß wacht er über die Schafe. Das hat er auch bis vor Kurzem gemacht, als er noch auf drei Beinen unterwegs war.

Dank Crowdfunding konnten die Mittel aufgetrieben werden, um dem Hund eine mechanische Prothese der letzten Generation zu finanzieren. Nun kann Ace wieder laufen, berichtete die italienische Tageszeitung Alto Adige am Montag.

„Eine solche Falle, in die Ace geriet, ist illegal“, erklärt Herrchen Simon Niederwolfsgruber. Trotz allem habe es der Hirtenhund aus eigener Kraft geschafft, sich zu befreien und den Weg nach Hause zu finden. Sein Familie hatte ihn im Wald überall gesucht – allerdings vergebens. „Als wir ihn nach fast zwei Wochen wiedergesehen haben, war er nur noch Haut und Knochen“, berichtet Niederwolfsgruber.

Im tierärztlichen Ambulatorium in Klausen wurde Ace erstversorgt, bevor das abgerissene Bein fachmännisch amputiert wurde. „Ich konnte mir die Operation nicht leisten, deshalb habe ich einen Appell in den sozialen Medien lanciert und eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, bei der ich die Geschichte von Ace erzählte. Die Reaktion im Web war unglaublich und hat sämtliche Erwartungen übertroffen“, erzählt der Hundebesitzer.

Mit den Einnahmen waren nicht nur die Kosten für die Operation gedeckt, sondern es blieben 1.700 Euro für die neue Prothese übrig. Nach zwei Monaten konnte sie montiert werden. Ganz an die neue Prothese hat sich Ace noch nicht gewöhnt. Das wird vermutlich noch etwas dauern.

Trotzdem zeigt sich Niederwolfsgruber gerührt. „Ich weiß nicht, wie ich meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen soll angesichts der Großzügigkeit all jener, die etwas gespendet haben“, erklärt er.

Erst kürzlich hat Kater Pauli in St. Pölten zwei neue Hinterbeine erhalten, nachdem er bei einem Unfall beide Unterschenkel verloren hatte. Die Prothesen stammen aus dem 3D-Drucker. Für das Tier wurden Endo-Exo-Prothesen angefertigt und in zwei Eingriffen implantiert. Vor kurzem habe eine derart schwere Verletzung als Todesurteil gegolten, hieß es zum Unfall.

Von: mk

Bezirk: Eisacktal

Kommentare
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ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 29 Tage

An groaßn Donk in die Tierärzte und an die Tierfreunde de gspendet hobn… wos man mit die Follenaufsteller (=Tiermörder und -quäler) tien sollat des terfat do sicher nit veröffentlicht wearn!

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage

super. mal was positives

krokodilstraene
Tratscher
1 Monat 28 Tage

Wohl wahr – ein Hirtenhund ist kein Schäferhund, auch wenn der Hirte ein Deutscher ist 😉

Faktenchecker
1 Monat 28 Tage

Schlauer NG.

supersonic
supersonic
Neuling
1 Monat 28 Tage

Schon merkwürdig daß man keine Spur vom Fallenaufsteller hat obwohl ihn ja doch einige Leute bestimmt kennen aber lieber still sind.Hoffe nur daß dem Fallenaufsteller eines Tages gelingt selber in seiner Attrappe zu fallen um Leid zu erfahren.

Herzig
Herzig
Grünschnabel
1 Monat 28 Tage

Diesen saublöden, egoistischen Wilderer sollte eine saftige Strafe gegeben werden, sobald man weiß wer es gewesen ist. Das muss bestraft werden!!! Arme Tiere und es könnte auch ein Mensch in so eine Falle tappen. Ich zum Beispiel bin auch oft im Wald unterwegs.

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