Alpha-Chloralose bedroht Haus- und Wildtiere

Tierschützer warnen vor gefährlichem Rattengift

Freitag, 06. Februar 2026 | 10:51 Uhr

Von: Ivd

Wien/Wulkaprodersdorf – Der Österreichische Tierschutzverein schlägt Alarm: Das Nervengift Alpha-Chloralose verursacht immer wieder tödliche Vergiftungen bei Haustieren und Wildtieren – oft unbemerkt und qualvoll. Besonders betroffen sind Katzen, die Mäuseköder aufnehmen oder vergiftete Beutetiere fressen.

In Wulkaprodersdorf wurden kürzlich zwei Freigängerkatzen durch ausgelegte Mäuseköder tödlich vergiftet. „Jedes vergiftete Tier ist eines zu viel. Produkte mit Alpha-Chloralose gehören nicht in Haus oder Garten“, betont Alexios Wiklund, Sprecher des Tierschutzvereins.

Gefahr schon bei kleinen Mengen

Alpha-Chloralose kann bereits in kleinen Dosen tödlich wirken – nicht nur für Katzen und Hunde, sondern auch für andere Wirbeltiere. „Die Symptome treten häufig erst nach mehreren Tagen auf, weshalb Vergiftungen oft spät erkannt werden“, erklärt Johann Zaller, Pestizid-Experte der BOKU Wien. Gegenmittel existieren derzeit nicht.

Einsatz im Freien verboten – trotzdem verbreitet

Laut Umweltbundesamt darf Alpha-Chloralose nur in Innenräumen und in sicheren Köderstationen verwendet werden. In der Praxis landet das Nervengift jedoch oft auf Terrassen, in Gärten oder Kellerabgängen. Dies gefährdet nicht nur Haustiere, sondern auch Wildtiere wie Greifvögel, Füchse, Igel und Otter, die durch Sekundärvergiftungen betroffen sind. Studien zeigen, dass Rückstände inzwischen sogar in Fischen nachweisbar sind.

Handel reagiert, Tierschützer fordern Verkaufsverbot

Hornbach Österreich hat den Verkauf von Produkten mit Alpha-Chloralose bereits gestoppt. Der Tierschutzverein fordert, wie in Deutschland, ein generelles Verkaufsverbot für Privatpersonen. Dort ist Alpha-Chloralose seit Januar 2024 nicht mehr erhältlich.

„Es ist dringend notwendig, die Risiken ernst zu nehmen und Tiere zu schützen, bevor noch mehr Schaden entsteht“, so Wiklund abschließend.

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