Von: importer
Cles – Sie zahlten bis zu 12.000 Euro für die Einreise nach Italien und hofften auf einen Arbeitsplatz. Doch statt der versprochenen Beschäftigung landeten zahlreiche ausländische Arbeiter laut Ermittlern in einem System der Ausbeutung.
Eine Untersuchung der Finanzpolizei in Trient hat mehr als 100 Betroffene ans Licht gebracht. Gegen einen Gastronomieunternehmer wurde eine Vermögensbeschlagnahme von rund 384.000 Euro angeordnet.
Die Ermittlungen der Finanzpolizei aus Cles, die von der Staatsanwaltschaft Trient koordiniert wurden, betreffen den Zeitraum von 2020 bis 2025. Der beschuldigte ausländische Unternehmer soll Landsleuten zwischen 10.000 und 12.000 Euro abgenommen haben, um ihnen über das italienische Einwanderungsprogramm für Arbeitskräfte die Einreise zu ermöglichen. Für die angekündigte Umwandlung saisonaler Arbeitsverträge in reguläre Beschäftigungsverhältnisse habe er anschließend weitere 4.000 bis 6.000 Euro verlangt.
Die Auswertung von mehr als 8.500 Nachrichten auf dem Mobiltelefon des Verdächtigen, Unterlagen von Landwirtschaftsbetrieben und Aussagen Betroffener ermöglichte es den Ermittlern, die Arbeitsbedingungen von mehr als 100 ausländischen Landarbeitern nachzuzeichnen. Demnach mussten viele länger arbeiten als offiziell angegeben, waren teilweise ohne Vertrag beschäftigt und erhielten geringere Löhne als vorgesehen. Zudem seien zahlreiche Arbeiter gegen Bezahlung in überfüllten und heruntergekommenen Unterkünften untergebracht worden, die dem Unternehmer zugeordnet werden.
Dem Beschuldigten werden illegale Arbeitsvermittlung und Ausbeutung von Arbeitskräften, Erpressung sowie Geldwäsche vorgeworfen. Teile der mutmaßlichen Einnahmen soll er in Immobilien, Fahrzeuge und Gastronomiebetriebe investiert haben, teilweise über Angehörige oder Dritte. Die Beschlagnahme von 384.551 Euro wurde vom Ermittlungsrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trient angeordnet. Die Vorwürfe sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.



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