Entdecken, tauschen, flicken, kreativ sein

Bildungsmarkt für faire und nachhaltige Mode in Meran

Dienstag, 25. August 2026 | 13:21 Uhr

Von: Matthias Knapp

Meran – Am 12. September lädt die ECOTEX auf dem Thermenplatz dazu ein, faire Mode zu entdecken, Kleidung zu tauschen, zu reparieren und selbst kreativ zu werden. Rund 20 Ausstellerinnen und Aussteller sowie zahlreiche Vereine, Initiativen und Freiwillige gestalten das Programm.

Am Samstag, 12. September macht die ECOTEX von 10.00 bis 17.00 Uhr erneut auf dem Thermenplatz in Meran Station. Nach zwei Ausgaben in Klausen, zwei in Brixen und der Premiere in Meran im vergangenen Jahr bringt der Markt für faire Mode und nachhaltigen Textilkonsum wieder rund 20 Kleinproduzentinnen und -produzenten, Sozialgenossenschaften und Labels zusammen. Sie präsentieren Kleidung, Schmuck, Taschen und Wohntextilien, die unter fairen Bedingungen und mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt hergestellt werden. Organisiert wird die ECOTEX von der OEW – Organisation für Eine solidarische Welt in Zusammenarbeit mit der Therme Meran und der Gemeinde Meran.

Neben den Marktständen erwartet die Besucher ein vielfältiges Mitmach- und Bildungsprogramm: Kleidertausch, Reparatur- und Upcycling-Angebote, Workshops, traditionelles Textilhandwerk, eine Modenschau, Poetry Slam, Poetry Slam, DJ-Set und zwei interaktive Ausstellungen machen die ECOTEX zu einem Ort, an dem nachhaltiger Textilkonsum nicht nur erklärt, sondern praktisch erlebbar wird. Das vollständige Programm sowie alle Ausstellerinnen und Aussteller sind unter www.oew.org/ecotex zu finden.

Von fairer Mode bis zur Flickwerkstatt

Besonders vielfältig wird das Rahmenprogramm durch die zahlreichen Vereine, Initiativen, Bildungseinrichtungen und Freiwilligen, die sich an der ECOTEX beteiligen. Das Netzwerk Südtiroler Weltläden lädt zu Textile Tours ein und gestaltet gemeinsam mit der OEW die Modenschau. Rebel Lion Sound sorgt mit einem DJ-Set für Musik, während Poetry-Slammerin Lena Simonetti mit dem Text „Wenn ich ein T-Shirt kaufe“ von Lene Morgenstern den eigenen Kleidungskonsum aus einer persönlichen Perspektive beleuchtet. Die Umweltgruppe Kaltern bringt eine Zu-Verschenken-Box mit, der Jugenddienst Meran organisiert einen Kleidertausch und die Fachschule Tisens eine Flickwerkstatt. Adele Buffa und Giulia Guerri zeigen mit „Ricamo Riparo“, wie beschädigte Textilien repariert werden können. Beim Spinnrad und am Webstuhl wird traditionelles Textilhandwerk erlebbar. Die OEW bietet außerdem einen Upcycling-Workshop, ein Kleiderquiz, einen Büchertisch und die Fashion-Revolution-Ausstellung an.

Damit wird die ECOTEX vor allem durch das Engagement vieler Menschen zu einem Markt zum Mitmachen, Ausprobieren und Austauschen – und zeigt konkrete Möglichkeiten, Kleidung länger zu nutzen und bewusster zu konsumieren.

Mode zum Anschauen und Anprobieren

Ein besonderer Höhepunkt ist die Modenschau um 11.00 Uhr. Models verschiedener Generationen präsentieren ihre Lieblingsstücke der Aussteller und zeigen, wie vielfältig, modern und alltagstauglich faire Mode sein kann.

Auch bei den Marktständen steht nicht der kurzlebige Trend im Mittelpunkt, sondern Qualität, Kreativität und Langlebigkeit. Die Besucherinnen und Besucher können sich direkt mit den Produzenten und Labels austauschen und mehr über die Herkunft und Herstellung der angebotenen Produkte erfahren.

Was steckt hinter unserer Kleidung?

Die ECOTEX möchte auch den Blick auf die sozialen und ökologischen Folgen unseres Kleidungskonsums richten. Die globale Textilindustrie verbraucht große Mengen an Ressourcen, belastet Gewässer durch Chemikalien und Mikroplastik und verursacht wachsende Mengen an Textilabfällen. Gleichzeitig arbeiten weltweit Millionen Menschen – überwiegend Frauen – unter prekären Bedingungen und häufig ohne existenzsichernden Lohn. Der hohe Konsum von Fast Fashion verschärft diese Probleme zusätzlich.

Eine Infoausstellung der OEW in Form überdimensionaler T-Shirts macht diese Zusammenhänge anschaulich. Sie informiert unter anderem über den Ressourcenverbrauch der Baumwollproduktion, die Folgen von Pestiziden und gentechnisch verändertem Saatgut sowie über Mikroplastik aus synthetischen Textilien. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung konkrete Alternativen: langlebige Kleidung, Reparatur, Secondhand, faire Produktion und bewusster Konsum. Auch unabhängige Qualitätssiegel wie Fairtrade Certified Cotton, Global Organic Textile Standard (GOTS), Fair Wear Foundation (FWF) und World Fair Trade Organization (WFTO) werden vorgestellt.

Verena Dariz, Bereichsleiterin für einen bewussten Konsum bei der OEW: „Die ECOTEX ist weit mehr als ein Markt. Wir möchten Menschen zeigen, dass Kleidung Geschichten erzählt – von den Menschen, die sie herstellen, von den Ressourcen, die sie verbraucht, und von den Entscheidungen, die wir beim Einkaufen treffen. Wer die ECOTEX besucht, entdeckt nicht nur faire Mode, sondern auch viele Ideen, wie Textilien länger genutzt und wertgeschätzt werden können.“

Nachhaltiger Konsum braucht viele Akteure

„Die Textilindustrie gehört zu den Branchen mit den größten sozialen und ökologischen Herausforderungen. Gleichzeitig haben wir als Gesellschaft viele Möglichkeiten, Entwicklungen positiv zu beeinflussen – durch politische Rahmenbedingungen, verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln und bewusste Kaufentscheidungen. Die ECOTEX zeigt, dass nachhaltige Mode kein Nischenprodukt ist, sondern eine attraktive und zukunftsfähige Alternative“, sagt Maximilian Ploner, Geschäftsleiter der OEW.

Auch die Therme Meran unterstützt die Veranstaltung. Lorenzo Grassoni, Eventmanager & Direktionsassistent der Therme Meran: „Als zertifizierter nachhaltiger Betrieb legen wir auch in unserem Thermenshop großen Wert auf nachhaltige und bewusste Produkte. Umso mehr freut es uns, Veranstaltungen wie die ECOTEX am Thermenplatz zu unterstützen und gemeinsam die Bedeutung eines nachhaltigen Einkaufs zu unterstreichen.“

Die ECOTEX 2026 steht unter der Schirmherrschaft der Stadtgemeinde Meran und wird vom Land Südtirol, Amt für Weiterbildung und Sprache, unterstützt.

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen