Die Houthi-Miliz kontrolliert weite Teile der Küste am Roten Meer

Blockade im Roten Meer kostet bis zu 2 Mrd. Dollar pro Woche

Donnerstag, 05. November 2026 | 12:23 Uhr

Von: importer

Komplexitätsforschern zufolge würde eine vollständige Blockade der Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer die Weltwirtschaft bis zu 2 Mrd. US-Dollar pro Woche kosten. Schon jetzt koste die Eskalation der vom Iran unterstützten Houthi-Miliz wöchentlich 710 Mio. US-Dollar. Eine neue Angriffswelle, die den Verkehr um weitere 20 Prozent reduziert, würde die wöchentlichen Kosten auf rund eine Milliarde Dollar erhöhen, ergab eine Simulation des Complexity Science Hub (CSH) in Wien.

Die am Donnerstag veröffentlichten Berechnungen erfolgten unter der Annahme, dass die Straße von Hormuz zwischen dem Iran und den Golfstaaten offen ist. Seit dem Beginn des Iran-Krieges Ende Februar hat Teheran die Meerenge jedoch weitgehend blockiert. Auch Wechselwirkungen zwischen den beiden Meerengen wurden dabei nicht untersucht.

Klimek: Lieferketten zwischen Asien und Europa betroffen

Während die Blockade der Straße von Hormuz vor allem die weltweite Versorgung mit fossilen Energieprodukten belastet, treffen Einschränkungen im Roten Meer hauptsächlich die Lieferketten zwischen Asien und Europa. “Unser Modell zeigt, dass die wirtschaftlichen Folgen über den Energiehandel hinausgehen und eine breite Palette von Industriesektoren betreffen”, erklärte Co-Autor und CSH-Forscher Peter Klimek.

Bereits seit 2023 beeinträchtigten die Houthi mit Angriffen im Roten Meer – seinerzeit im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg – den Welthandel massiv. Nach Beginn des Iran-Kriegs war auch der Konflikt im Jemen wieder eskaliert. Zuletzt übernahm die Houthi-Miliz die Kontrolle über große Teile der Küste. Durch das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab (“Tor der Tränen” oder “Tor der Klagen”) vor Jemens Küste führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa.

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