Gewässerschutz im Mittelpunkt

“BürgerUnion stellt sich gegen Stromlobby”

Montag, 18. Juni 2018 | 12:46 Uhr

Bozen – Die BürgerUnion wendet sich gegen das im Omninbusgesetzentwurf enthaltene Vorhaben der Landesregierung, den Wasserkraftwerken eine sogenannte provisorische Inbetriebnahme ohne Bauabnahme für drei Jahre zu gewährleisten, und stellt sich somit auf die Seite des Gewässerschutzes und Südtirols Fischerei. Allein schon wegen dieses von der Mehrheit genehmigten Passusses wird der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, im Landtag gegen dieses Gesetz stimmen.

“Die SVP will den Südtiroler Gewässern weiter das Wasser abgraben und sie endgültig zu stillen und stimmlosen Energieliferanten degradieren. Südtirols Gewässer sind für Kompatscher und seine hoffentlich bald abgewählte Landesregierung nur Wasser auf den Geldmühlen der Stromlobby, Südtirols Wasserflora und -fauna spielen in ihren Rechenschiebereien keine Rolle. Wenn tausende Fische elend krepieren, nur damit die Stromlobby ein paar Millionen mehr verdient, schert das in der Brennerstraße niemanden. Wir hingegen setzen uns diesem Frevel zur Wehr und erheben im Landtag unsere Stimme für Südtirols Gewässer und dem darin vorkommendem Leben,” schreibt der Parteiobmann-Stellvertreter der BürgerUnion, Dietmar Zwerger in einer Aussendung der Partei.

“Konkret gedenkt die Landesregierung, Wasserkraftwerken eine sogenannte provisorische Inbetriebnahme ohne Bauabnahme für drei Jahre zu gewähren. Drei Jahre, in denen die Stromlobby auf Natur und Umweltschutz mit dem Segen der SVP pfeifen kann. Drei Jahre, in denen weder die Restwassermenge noch die Auswirkungen auf die betroffenen Fließgewässer überprüft werden. Drei Jahre, in denen des Geldes wegen irreparable Schäden angerichtet werden können. Dies alles mit dem Segen der SVP,” schreibt Zwerger.

“Wir wollen verhindern, dass Wasserkraftwerke ohne Bauabnahme und dementsprechender Kontrolle ans Netz gehen und über unsere Gewässer herfallen dürfen. Wir wollen unseren Flüssen und Bächen, welche bereits zu Tode begradigt wurden, ihren letzten Funken Leben erhalten,” so Zwerger.

Ebenso stellt sich die BürgerUnion gegen die geplante Erlaubnis für Bergbauern, Strom aus Wasserkraft an Netzanbieter verkaufen zu dürfen. “Bergbauern sollen ihren Strom produzieren dürfen, auch um ihr finanzielles Überleben zu erleichtern. Doch Strom aus den überaus sensiblen Gebirgsbächen darf niemals zum Spekulationsobjekt werden. Zu wertvoll und fragil ist der Lebensraum Gebirgsgewässer. Darum werden wir auch hier im Landtag aktiv. Wir müssen unsere Unterwasserwelt, unsere Gewässer egal ob im Gebirge oder in den Tälern und die darin lebende Tierwelt für unsere Nachwelt erhalten. Dafür werden wir gegen die SVP und gegen die von ihr geschützte Stomlobby kämpfen,” schließt Zwerger die Aussendung der BürgerUnion.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "“BürgerUnion stellt sich gegen Stromlobby”"


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bern
bern
Superredner
1 Monat 1 Tag

Der Strom kommt aus der Steckdose! Wozu brauchen wir Wasserkraftwerke.
Pöder, Schweigen ist auch in der Opposition manchmal Gold.

heinold
heinold
Grünschnabel
1 Monat 21 h

Wir und unsere Kinder werden uns umschauen wenn der letzte Bach zum Rinnsal wird, weil alles Wasser durch Rohrleitungen von Turbine zu Turbine fließt! Unseren Stromunternehmern, deren Fortune nicht auf unternehmerischen Scharfsinn, sondern einzig auf deren Tätigkeit in einem geschützten und stark geförderten Bereich aufbaut, ist unsere Natur und Heimat egal bzw. nur ein Hindernis. Unsere Landesverwaltung schließt fromm die Augen und kassiert fleißig mit!  

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