Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Sprachliche Frühförderung, Stärkung der Sozialpädagogik im Kindergarten, frühe Leseförderung, Tagesheimangebote für Grundschülerinnen und -schüler, Überarbeitung der Nachmittagsbetreuung und aufsuchende Sozialarbeit auf Spielplätzen: Mit Maßnahmen in diesen Bereichen will das Land die Chancengerechtigkeit für Kinder stärken. Auf Vorschlag von Landesrat Philipp Achammer hat sich die Landesregierung am 4. September mit dem Maßnahmenpaket befasst.
“Jedes Kind hat das Recht auf faire Chancen, gerade wenn es Hindernisse beim Zugang zu Bildung gibt. Es gibt keine Alternativen dazu!”, hielt Landesrat Achammer dazu in der Pressekonferenz nach der Landesregierungssitzung fest. Die umfassende Frühförderung sei nötig, dies zeigten internationale Untersuchungen wie beispielsweise jene des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe zum Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungsungleichheit. Auch auf lokaler Ebene habe unter anderem das Armutsnetzwerk darauf hingewiesen, dass es in Südtirol Bildungsarmut gebe. “Rechte des Kindes müssen unterstützt werden, wenn es sozioökonomische Barrieren gibt. Hier muss die öffentliche Seite helfen, diese zu überwinden”, ist der Landesrat überzeugt.
Vorgesehen ist dabei der Ausbau struktureller Maßnahmen zur sprachlichen Frühförderung auch schon vor dem Kindergarten. Dazu gebe es bereits Initiativen, die weiter gestärkt und besser vernetzt werden sollen. Künftig sollen sozialpädagogische Fachkräfte bereits im Kindergarten eingesetzt werden, um in belastende Situationen frühzeitig tätig werden zu können.
Im Bereich der Nachmittagsbetreuung sei in Abstimmung mit Familienlandesrätin Rosmarie Pamer eine Überarbeitung der Kriterien geplant, um Bildung, Betreuung und frühzeitige Förderung stärker zu verknüpfen. Auch solle die aufsuchende Sozialarbeit auf Spielplätzen durch gezielte Initiativen aufgebaut werden.
Vorgesehen sind zudem Mentorenprogramme zur frühen Leseförderung und die Ausweitung der Tagesheimangebote auf Schülerinnen und Schüler der Grundschule. “Es geht hier vor allem um Sozialisierungserfahrungen; es geht darum, dass die Kinder Natur und Sport erleben können, wenn dies im familiären Umfeld nicht möglich ist”, sagte Landesrat Achammer. Das Maßnahmenpaket solle zu “einem würdigen und gesunden Aufwachsen durch Partizipation beitragen”.




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