UniCredit bereits bei knapp der Hälfte der Anteile

Commerzbank bereitet Integration in UniCredit vor

Donnerstag, 05. November 2026 | 12:45 Uhr

Von: importer

Die Commerzbank stellt sich in einer strategischen Kehrtwende auf eine Übernahme durch die Bank-Austria-Mutter UniCredit und eine schrittweise Integration ein. Es gebe diesbezüglich regen Kontakt mit der italienischen Großbank, auch auf der Chefebene, sagte Commerzbank-Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp am Donnerstag zu Journalisten. Die Gespräche bezeichnete sie als konstruktiv und professionell.

Das Management versuche nun, zu einer einvernehmlichen Vereinbarung mit den Italienern zu kommen, nachdem es sich lange gegen die als unfreundlich empfundene Übernahme gewehrt hatte.

Bei der Vorlage der Quartalszahlen in Frankfurt skizzierte die Commerzbank zudem konkrete Phasen für den Zusammenschluss. Nach der Mitte Oktober erteilten Genehmigung durch die Europäische Zentralbank (EZB) stehen noch einige behördliche Freigaben aus. Mit diesen werde im vierten Quartal 2026 oder spätestens im ersten Quartal 2027 gerechnet, hieß es in einer Präsentation für Analysten. In einer ersten Phase soll die Commerzbank als Tochtergesellschaft im UniCredit-Konzern geführt und konsolidiert werden, um Synergien im Einkauf, bei der Technologie und im Vertrieb zu nutzen. In einer zweiten Phase sei eine Fusion mit der UniCredit-Tochter HypoVereinsbank (HVB) möglich.

Kritik von Arbeitnehmervertretern

Arbeitnehmervertreter äußerten jedoch deutliche Kritik an den Plänen. “Was immer noch fehlt, ist ein fairer Preis, eine faire Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten sowie ein Plan für glaubwürdigen Synergien und eine tragfähigen und sinnvollen Integration für die Commerzbank”, erklärte der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) am Donnerstag. Orlopp betonte dagegen in einer Telefonkonferenz mit Analysten die Chancen des Vorhabens. Das Management sei überzeugt, gemeinsam mit UniCredit Wert schaffen zu können, indem die Stärken beider Banken konsequent genutzt würden.

Im dritten Quartal verzeichnete die Commerzbank ein Gewinnplus und bestätigte ihr Gewinnziel von mindestens 3,4 Mrd. Euro für das Gesamtjahr. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25 Prozent auf 1,31 Mrd. Euro, das Nettoergebnis kletterte um rund 45 Prozent auf 859 Mio. Euro. Beide Werte verfehlten jedoch knapp die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten.

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