Von: Matthias Knapp
Bozen – Wie können Gastronomiebetriebe den ständig wachsenden Anforderungen begegnen und diesen Wandel als Chance nutzen? Und wie gelingt es, unterschiedliche Generationen im Betrieb erfolgreich zusammenzubringen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Fachtagung des Hotel- & Gastronomieverbandes (HGV), die am Mittwoch, 21. Oktober, im Rahmen der Messe Hotel in Bozen stattfand. Mit Spitzenkoch Alexander Herrmann und Unternehmenscoach Sarah Sarita Bhandari konnten zwei renommierte Referierende gewonnen werden, die unterschiedliche Perspektiven auf den Wandel in der Hospitality aufzeigten.
HGV-Präsident Klaus Berger betonte in seinen Grußworten die starke Grundlage des Südtiroler Gastgewerbes: „Unsere familiengeführten Betriebe, die gelebte Gastfreundschaft und die Vielfalt der Angebote zeichnen uns aus und geben uns Rückhalt, um die Zukunft erfolgreich zu gestalten.“
Welche Unterstützung der HGV seinen Mitgliedern auf diesem Weg des Wandels geben kann, darauf ging HGV-Direktor Raffael Mooswalder ein und unterstrich dabei die zentrale Rolle des HGV als Partner und Unterstützer. „Mit konkreten Lösungen, Angeboten und Dienstleistungen begleiten wir unsere Mitglieder bei der Bewältigung aktueller und künftiger Herausforderungen und gestalten so gemeinsam die Zukunft unseres Gastgewerbes“, so Mooswalder.
Eine besondere Erfolgsstory, nämlich seine eigene, erzählte Alexander Herrmann, Gastronom, Hotelier und Unternehmer. Mit dem Posthotel Wirsberg, dem Zwei-Sterne-Restaurant AURA, dem Bistro Oma & Enkel und dem Future Lab Anima setzt Herrmann unterschiedliche gastronomische Konzepte um.
Als sein Erfolgsrezept unterstrich Herrmann im eigenen Team die richtigen Leute am richtigen Ort im Betrieb zu haben. „Wenn wir unsere Gäste fragen, was ihnen bei uns am meisten in Erinnerung bleibt, ist es das fabelhafte Team, das als Erstes genannt wird“, berichtete Herrmann. Entscheidend sei dabei, Raum zum Ausprobieren zu geben und Fehler zuzulassen. Letztlich gehe es darum, die individuellen Stärken der Mitarbeitenden zu erkennen und gezielt dort einzusetzen, wo sie am besten zur Geltung kommen.
Herrmann thematisierte zudem die veränderten Erwartungen der Gäste an die Gastronomie. Neben kulinarischer Qualität gewinne das Gesamterlebnis zunehmend an Bedeutung. Gefragt seien Angebote, die Genuss, Atmosphäre und besondere Erlebnisse verbinden.
Einen weiteren Schwerpunkt setzte Unternehmenscoach Sarah Sarita Bhandari. Sie beschäftigte sich mit der Frage, wie das Zusammenspiel unterschiedlicher Generationen im Betrieb gelingen kann − sowohl innerhalb der Teams als auch im Hinblick auf neue Gästegenerationen. „Das Wichtigste ist, Gleichzeitigkeit auszuhalten und unterschiedliche Meinungen zu akzeptieren“, gab sich Bhandari überzeugt. Im Bereich des Teambuldings sei es wichtig, die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu erkennen und eine freie Gestaltung zu ermöglichen. „Wer Mitarbeitenden zuhört, hört oft auch den Gast“, brachte es die Referentin auf den Punkt.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurden die Themen der Fachtagung vertieft. Gemeinsam mit Alexander Herrmann diskutierten Brigitte Zelger vom Hotel Pfösl in Deutschnofen, Herbert Hintner vom Sterne-Restaurant Zur Rose in Eppan und Thomas Geiser vom Gasthaus Apollonia in Sirmian/Nals über die Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Gastronomie. Das Fazit der Diskussion: Die Zukunft der Gastronomie liegt in der Verbindung von Regionalität, Authentizität und besonderen Gästeerlebnissen sowie in einer Unternehmenskultur, die auf Vertrauen, Wertschätzung und motivierte Mitarbeitende setzt. So ließen sich Tradition und Innovation miteinander verbinden und dies ermöglicht den Betrieben wiederum, den Wandel erfolgreich zu gestalten und für sich zu nutzen.




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