Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Die Elektromobilität in Südtirol wächst weiter: Im September 2026 entfielen 30,9 Prozent der Neuzulassungen auf reine Elektroautos, gegenüber 17,8 Prozent im selben Monat des Vorjahres, wie das Ressort für Infrastrukturen und Mobilität mitteilt. Mit dieser Entwicklung gewinne auch das Laden zu Hause zunehmend an Bedeutung, insbesondere in Mehrfamilienhäusern, in denen mehr als die Hälfte der Südtiroler Bevölkerung lebt. Deshalb hat das Land Südtirol am 27. Oktober den neuen Leitfaden “Aufladen im Kondominium” vorgestellt.
Die Info-Broschüre richtet sich an Wohnungseigentümerinnen und -eigentümer, Hausverwaltungen sowie Fachleute. Sie bietet praktische Informationen zu technischen, rechtlichen und sicherheitsrelevanten Fragen und erklärt Schritt für Schritt, wie eine Wallbox zum Aufladen des E-Fahrzeugs installiert werden kann.
Bei der Vorstellung unterstrich Martin Vallazza, der Direktor des Ressorts für Infrastruktur und Mobilität, wie wichtig es sei, die zunehmende Verbreitung von Elektroautos mit konkreten Lösungen für das Laden zu Hause zu begleiten. Ziel sei es, Unsicherheiten abzubauen und Hürden zu überwinden, die der Installation von Wallboxen und damit der E-Mobilität in Mehrfamilienhäusern häufig noch im Weg stünden.
Alexander Alber vom Amt für Infrastrukturen und nachhaltige Mobilität erläuterte die praktischen und finanziellen Vorteile: “Das Laden zu Hause ist bequem und zahlt sich aus. Mit einer Wallbox, die auf den eigenen Bedarf abgestimmt ist, kann man das Auto über Nacht laden, den Stromverbrauch besser steuern und die laufenden Kosten senken.” Ein Rechenbeispiel verdeutlichte die Aussage Albers: “Für 100 Kilometer fallen bei einem Elektroauto rund 6 Euro an Stromkosten an, bei einem Dieselfahrzeug hingegen rund 13,50 Euro.”
Ein besonderer Schwerpunkt des neuen Leitfadens liegt auf der Sicherheit und dem Brandschutz. Arianna Villotti, die Direktorin des Amtes für Brandverhütung, betonte: “Sicherheit beginnt bei der richtigen Planung und Installation. Auch wenn es sich um einen privaten Stellplatz handelt, müssen die Gegebenheiten der gesamten Garage berücksichtigt und die Brandschutzbestimmungen eingehalten werden. Wer die Hausverwaltung frühzeitig einbindet und qualifizierte Fachkräfte beauftragt, kann Risiken vermeiden und für mehr Sicherheit für alle sorgen.”
Florian Alber, der Kommandant der Berufsfeuerwehr Bozen, erklärte: “Nach den derzeit verfügbaren Daten besteht bei Elektroautos kein höheres Brandrisiko als bei herkömmlichen Fahrzeugen. Entscheidend ist auch, wie sie geladen werden. Improvisierte Lösungen müssen vermieden und qualifizierte Fachkräfte beauftragt werden. Auch in Mehrfamilienhäusern ist sicheres Laden problemlos möglich, wenn die geltenden Vorschriften eingehalten werden.” Marco Lombardozzi, der Präsident der Vereinigung der Kondominius- und Immobilienverwalter (ANACI), unterstrich, dass eine Anbringung nie im Alleingang sondern nur durch Fachpersonal erfolgen dürfe.
Das Land Südtirol fördert bis zu 80 Prozent der anerkannten Kosten für Ladestationen, mit einem Höchstbetrag von 1.000 Euro pro Ladesystem. Darüber hinaus stehen staatliche Förderungen von bis zu 1.500 Euro für Privatpersonen und bis zu 8.000 Euro für gemeinschaftliche Ladeanlagen in Mehrfamilienhäusern zur Verfügung. Dabei gelten die jeweiligen Voraussetzungen und Fristen. Für dieselben Ausgaben können die Förderungen nicht miteinander kombiniert werden.
“Immer mehr Menschen in Südtirol entscheiden sich für Elektromobilität. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass auch das Laden einfach, sicher und kostengünstig wird, besonders für Menschen, die in einem Mehrfamilienhaus wohnen. Mit diesem Leitfaden wollen wir konkrete Antworten geben, Unsicherheiten ausräumen und den Menschen helfen, die passende Lösung für ihre Bedürfnisse zu finden. Denn nachhaltige Mobilität funktioniert dann wirklich, wenn sie im Alltag einfach nutzbar ist”, unterstreicht Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider.
Der Leitfaden “Aufladen im Kondominium” steht auf dem Mobilitätsportal des Landes zum Download bereit.




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