Von: importer
Trotz hartnäckig hoher Inflation legt die Europäische Zentralbank (EZB) eine Pause beim Leitzins ein. Die Notenbanker um EZB-Chefin Christine Lagarde beließen den zum Steuern der Geldpolitik maßgeblichen Einlagensatz am Donnerstag bei 2,50 Prozent. Ökonomen hatten dies im Durchschnitt erwartet.
Die Hüter des Euro hatten im Juni erstmals seit fast drei Jahren den Leitzins angehoben und im September nachgelegt. Mit einer Inflationsrate von zuletzt 3,8 Prozent im Euroraum ist die Zentralbank jedoch noch weit von ihrem Ziel einer Teuerung von 2,0 Prozent entfernt. Die EZB bleibt daher wachsam: “Der EZB-Rat ist fest entschlossen, seine Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert”, heißt es im Begleittext zum Zinsentscheid.
An den Finanzmärkten wird eine weitere Zinserhöhung für Dezember erwartet, sollte die von gestiegenen Energiepreisen im Zuge des Iran-Krieges angefachte Inflation nicht abflauen. Zwar haben die Währungshüter keinen Einfluss auf die Öl- und Gaspreise. Doch sie wollen verhindern, dass sich durch die teure Energie sogenannte Zweitrundeneffekte entwickeln. Damit ist gemeint, dass sich Löhne und Preise hochschaukeln und die Inflation verfestigen.
Frankreichs Schuldenproblem bereitet Sorgen
Auch die Schuldenkrise in Lagardes Heimatland Frankreich bereitet den Währungshütern immer größeres Kopfzerbrechen: Der Schuldenberg der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone ist auf einen Nachkriegsrekord von 119 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen. Die Sorge der Anleger über die angespannte Haushaltslage hat die Renditen für französische Staatsanleihen nach oben getrieben, was die Kreditaufnahme des Staates spürbar verteuert.




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