Das Zivilschutz-Jugendcamp: Naturns macht junge Menschen fit für Ernstfälle

Für den Ernstfall gerüstet

Donnerstag, 03. September 2026 | 16:44 Uhr

Von: Sophia Molitor

Naturns – Unter dem Motto „Auch ich bin Zivilschutz“ haben 20 Kinder und Jugendliche beim diesjährigen Zivilschutz-Jugendcamp in Naturns eine Woche lang Einblicke in die Arbeit verschiedener Einsatzorganisationen erhalten. Dabei standen neben praktischen Übungen auch die Themen Eigenverantwortung, Vorsorge und Zusammenarbeit im Ernstfall im Mittelpunkt.

Das Camp ist Teil der italienweiten Initiative „Anch’io sono la Protezione Civile“ und wird in Südtirol von der Sektion Zivilschutz des Weißen Kreuzes im Auftrag der Agentur für Bevölkerungsschutz organisiert. Auf dem Programm standen unter anderem Einblicke in die Waldbrandbekämpfung mit der Berufsfeuerwehr, ein Besuch beim Rettungshubschrauber Pelikan sowie Begegnungen mit Polizei, Finanzpolizei und Carabinieri.

Bei Exkursionen zu Bächen und Schutzbauten informierten Fachleute außerdem über Naturgefahren und Schutzmaßnahmen. In der Gemeindeleitstelle erhielten die Jugendlichen Einblicke in den Gefahrenzonen- und den Zivilschutzplan.

„Zivilschutz ist weit mehr als die Arbeit der Einsatzkräfte im Katastrophenfall. Es geht auch um Vorsorge, Eigenverantwortung und darum, zu wissen, was im Ernstfall zu tun ist“, erklärt Organisator Thomas Holzknecht.

Wetter- und Warn-App für mehr Zivilschutz

Auch die Gemeinde Naturns arbeitet an ihrer Vorbereitung auf mögliche Notstände. Bürgermeister Zeno Christanell erinnerte im Rahmen des Camps an mehrere Naturereignisse der vergangenen Jahre, darunter Murenereignisse im Weintalgraben und Kirchbach im Dezember 2020 sowie im Lahnbach im Juli 2022.

Mit der Überarbeitung und Digitalisierung des Gemeindezivilschutzplans wurden die Strukturen für den Ernstfall weiterentwickelt. Klare Zuständigkeiten und Kommunikationswege seien entscheidend, da in außergewöhnlichen Situationen oft nur wenig Zeit für Entscheidungen bleibe, betont Christanell.

Die Gemeinde empfiehlt der Bevölkerung zudem, die Wetter- und Warn-App des Landes Südtirol sowie die Gemeinde-App Gem2Go zu nutzen. Aktuelle Informationen könnten im Ereignisfall wertvolle Zeit verschaffen.

„Zivilschutz beginnt nicht erst, wenn Einsatzkräfte ausrücken“, sagt Christanell. „Er beginnt mit der Bereitschaft jedes Einzelnen, sich zu informieren, Verantwortung zu übernehmen und auf seine Mitmenschen zu achten.“

Damit greift das Jugendcamp einen zentralen Gedanken auf: Zivilschutz ist nicht allein Aufgabe von Behörden und Einsatzorganisationen. Auch Vorsorge, Aufmerksamkeit und richtiges Verhalten der Bevölkerung können im Ernstfall entscheidend sein.

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen