Vier Universitäten für die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt

Gesundheit ohne Grenzen: Neues Forschungsnetzwerk für den Alpenraum

Donnerstag, 03. September 2026 | 16:56 Uhr

Von: Sophia Molitor

Bozen – Wie hängen die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und der Umwelt zusammen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das neue Forschungsnetzwerk OHASIS, in dem vier Universitäten aus Südtirol und Österreich künftig gemeinsam forschen. Die Freie Universität Bozen arbeitet dafür mit drei österreichischen Hochschulen zusammen. Der offizielle Start der Kooperation wurde gestern in Tirol im Beisein der österreichischen Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner besiegelt.

Der Alpenraum ist ein besonders sensibles Ökosystem, das sich infolge des Klimawandels rasant verändert. Wo Wildtiere, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion und intensive Wirtschaftsdüngernutzung aufeinandertreffen, entstehen komplexe ökologische und gesundheitliche Herausforderungen. Infektionskrankheiten können sich leichter zwischen Tieren und Menschen ausbreiten, Resistenzen nehmen zu und die Qualität von Böden und Gewässern gerät unter Druck. OHASIS steht für „One Health for the Alpine Region: Solutions and Innovation in Science”, also für „Eine Gesundheit im Alpenraum: Lösungen und Innovationen in der Wissenschaft”. Das stark interdisziplinär ausgerichtete Trainingsprogramm bringt Doktorandinnen und Doktoranden aus Humanmedizin, Tiergesundheit und Umweltwissenschaften zusammen und richtet den Blick zugleich auf die gesellschaftliche Anwendung ihrer Forschung.

Für das neue PhD-Programm bündeln die Freie Universität Bozen, die Veterinärmedizinische Universität Wien, die Medizinische Universität Innsbruck und die Universität Innsbruck ihre Expertise. Das Spektrum reicht von Infektionsmedizin und Mikrobiomforschung über Agrarökologie und Berglandwirtschaft bis hin zu Veterinärmedizin. Gerade diese Verbindung unterschiedlicher Disziplinen soll neue Perspektiven auf die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch, Tier und Umwelt im Alpenraum eröffnen.

Expertise aus Südtirol und Österreich

Der offizielle Start der Zusammenarbeit wurde am Campus Rotholz in Tirol im Beisein von Eva-Maria Holzleitner, der österreichischen Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung und Schirmherrin von OHASIS, gefeiert. Im Rahmen der Veranstaltung unterzeichnete sie gemeinsam mit den vier Rektoren feierlich die Vereinbarung zur interuniversitären Zusammenarbeit.

„Die großen Herausforderungen im Alpenraum machen nicht an Landesgrenzen und auch nicht an den Grenzen einzelner Disziplinen halt. Mit OHASIS bringen wir wissenschaftliche Expertise aus Südtirol und Österreich zusammen und schaffen zugleich ein starkes Netzwerk für junge Forschende. Gemeinsam wollen wir die wissenschaftliche Nachwuchsförderung vorantreiben und innovative, nachhaltige Lösungen entwickeln, die unseren Lebensraum langfristig stärken”, sagt Prof. Alex Weissensteiner, Rektor der Freien Universität Bozen.

Im Mittelpunkt von OHASIS steht der One-Health-Ansatz: Die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt wird nicht getrennt betrachtet, sondern als eng miteinander verbundenes System. Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen arbeiten dazu in drei Forschungsclustern zusammen: „Alpwiese” beschäftigt sich mit der Stärkung der mikrobiellen Resilienz alpiner Lebensmittelproduktionssysteme, „Alpine Gülle” mit nachhaltigem Düngemanagement. Der dritte Schwerpunkt widmet sich den vektorübertragenen Infektionen im Alpenraum und damit der Rolle der Insekten als Vektoren von Krankheiten auf Mensch-, Tier- und Pflanze.

„Die Kooperation mit Forschungsgruppen verschiedener Disziplinen bietet einen zentralen Mehrwert, der es ermöglicht, unterschiedliche Kompetenzen im Bereich Human-, Veterinär- und Pflanzenmedizin gezielt zu bündeln und Forschungsprojekte in enger Zusammenarbeit ganzheitlich umzusetzen”, sagt Prof. Hannes Schuler, Koordinator des Programmes an der Freien Universität Bozen.

Insgesamt wurden neun PhD-Stellen ausgeschrieben, davon drei an der unibz. Die Doktorandinnen und Doktoranden forschen an ihren jeweiligen Universitäten, sind zugleich aber Teil eines gemeinsamen, grenzüberschreitenden Konsortiums.

Bezirk: Bozen

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