Abkommen unterzeichnet

Hausmüll aus dem Trentino kann kommen

Mittwoch, 05. April 2017 | 15:37 Uhr

Bozen – Mit der Unterzeichnung des technischen Abkommens ist nun der Weg frei für die Anlieferung von Hausmüll aus dem Trentino zur Bozner Müllverwertungsanlage.

Nachdem die Landesumweltagentur das technische Abkommen mit der Agentur für Kläranlagen des Trentino gutgeheißen hat, ist nun die Bahn frei für die Anlieferung von Hausmüll und dessen Verarbeitung in der thermischen Verwertungsanlage in Bozen. Nachdem sich die Gesellschaft Ecocenter und die Trentiner Agentur über letzte organisatorische Detailfragen verständigt haben, soll nun mit der Anlieferung von Hausmüll aus dem Trentino begonnen werden.

Bereits im Jänner 2017 hatten die zuständigen Landesräte Richard Theiner und Mauro Gilmozzi im Auftrag der jeweiligen Landesregierungen ein politisches Abkommen für ein gemeinsames Vorgehen in der Abfallbewirtschaftung unterzeichnet mit dem Ziel, die Synergien zwischen den Müllaufbereitungsanlagen Südtirols und des Trentino zu nutzen und deren Betrieb zu optimieren. So sollen Hausmüll aus dem Trentino in der thermischen Abfallverwertungsanlage in Bozen und umgekehrt Biomüll aus Südtirol in der Biomüllaufbereitungsanlage in Cadino im Sinne der Nachhaltigkeitsprinzipien verwert werden.

In dem von den beiden Landesagenturen unterzeichneten Abkommen werden die technischen Details definiert. Bereits im laufenden Jahr wird es dem Trentino erlaubt sein, 15.000 Tonnen Hausmüll in Bozen zu entsorgen. Wie Umweltagenturleiter Flavio V. Ruffini und der Direktor im Landesamt für Abfallbewirtschaftung, Giulio Angelucci, bestätigen, wird die Menge der zu importierenden Abfälle von der Landesagentur für Umwelt festgelegt. Hierfür sind ausschließlich umwelttechnische Kriterien, wie etwa die Hausmüllqualität und die Reinheit, sowie die für die Verwertung des Eigenbedarfes benötigte Kapazität entscheidend.

“Das Abkommen wird die strategische Partnerschaft zwischen Bozen und Trient im Bereich des technischen Umweltschutzes stärken”, ist Agenturchef Ruffini überzeugt. Im technischen Umweltschutz bestehe bereits eine Zusammenarbeit in den Bereichen Wasser, Energie und Abfall. “Ein weiterer Ausbau der Zusammenarbeit in Bereichen der Sicherheit von Chemikalien steht auf dem Programm”, kündigt Direktor Ruffini an.

Amtsdirektor Angelucci hat das Abkommen aus technischer Sicht betreut und koordiniert. Er weist darauf hin, dass Südtirol in der Abfallwirtschaft bereits seit Langem die europäischen Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft erfülle: “Auch die nunmehr überarbeiteten Ziele der Richtlinie sind weitgehend umgesetzt oder befinden sich in Umsetzung. Es ist uns ein besonderes Anliegen, diesen Weg der technischen Innovation und der vorsorgenden Ansätze weiterzugehen.” So beinhaltet der neue Abfallbewirtschaftungsplan für Biomüll Maßnahmen, mit deren Hilfe die Abfallkreisläufe noch nachhaltiger gestaltet werden. Der Bewirtschaftungsplan für Sondermüll liegt als Entwurf vor und soll noch innerhalb diesem Sommer genehmigt werden.

Der Amtsdirektor verweist darauf, dass Südtirol schon fast alle, von der EU-Abfall-Richtlinie (2008/98/EG) und nachfolgenden Dokumenten vorgesehene Recyclingquoten nicht nur erfülle sondern übertreffe. Nachbesserungsbedarf bestehe im Bereich Bioabfallsammlung, Klärschlamm, und Krankenhausabfälle. Die zukünftige Ausrichtung dieser Bereiche werde mit den erwähnten Abfallbewirtschaftungsplänen neu ausgerichtet.

lpa

“Mit dem importierten Müll kann die Produktion von thermischer und elektrischer Energie in der Verwertungsanlage erhöht werden”, lassen die Fachleute wissen. Zudem werden Mehreinnahmen generiert, die der gesamten Gemeinschaft zugute kommen: Zum Einen lassen sich damit die Mülltarife der Südtiroler Bürger konstant auf sozialverträglichem, tiefen Niveau halten. Zum Anderen erhält die Gemeinde Bozen im Gegenzug zur Bearbeitung der 15.000 Tonnen Trentiner Hausmüll etwa 900.000 Euro im Jahr an Umweltgeldern. Diese Gelder müssen in die Nachhaltigkeit investiert werden, wie beispielsweise die Energieeffizienz, die nachhaltige Mobilität und den Klimaschutz.

Für Agenturdirektor Ruffini liegt es nun in erster Linie an Bozen und dem Fernwärmebetreibern mit attraktiven Angeboten dafür zu sorgen, dass sich soviel Gebäude wie möglich an das Fernwärmenetz anschließen. Dadurch reduzieren sich die Abgasquellen in der Stadt und im Speziellen die Kohlendioxid-Emissionen insgesamt. “Dies wird das Klima schonen und die Luftqualität in Bozen verbessern”, so Ruffini abschließend.

Das Abkommen kann auf der Homepage der Landesagentur für Umwelt veröffentlicht und für alle zugänglich.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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12 Kommentare auf "Hausmüll aus dem Trentino kann kommen"


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moler
moler
Grünschnabel
22 Tage 22 h

Nana do derf kuan onderer müll her

Hobnse gsog

A verbrennungsofn gebaut der die doppelte kapazität von südtirol hot

Iets wermer holt decht a bissl müll mehr brauchn

Isch a ökologisch sinnvoll in gonzn dreck so weit ummer zu grattlen
(Achtung ironie)😡😡😡

real1st
real1st
Grünschnabel
22 Tage 21 h

ich glaube unsere werten Politiker haben sich einfach bei der Planung verrechnet sind doch nur ca. 41.000 Kg Müll pro TAG

real1st
real1st
Grünschnabel
22 Tage 22 h

wer erinnert sich noch an Durni und Kompatscher welche versprochen haben das NIEMALS Müll aus einer anderen Region in Bozen verarbeitet wird 😫

witschi
witschi
Superredner
22 Tage 21 h

ok, dann trenn ich auch keinen müll mehr. alles rein in den sack. chi se ne frega. wenn man müll importieren muss, dann waren wir wohl zu fleissig beim trennen, oder wie?

So ist das
So ist das
Tratscher
22 Tage 22 h

Ist dieses Abkommen auch ein Versprechen, das eingehalten wurde?
Man hat das im Hinterkopf irgendwie anders in Erinnerung.

Dublin
Dublin
Universalgelehrter
22 Tage 21 h

…wir sind Mistimporteure…😅

ThunderAndr
ThunderAndr
Superredner
22 Tage 20 h

All jene die uns damals angelogen haben sollten mit Knüppeln aus der Stadt gejagt werden!!!

wuestenblume
wuestenblume
Superredner
22 Tage 20 h

Müllimport sicher nicht ohne Hintergedanke…

faif
faif
Neuling
22 Tage 17 h

…..schlicht und oanfoch a schweinerei so eppis….mir solln müll vermeiden…trennen woos geaht….und umweltbewusst einkaafn giahn…und damit der haitechofen iberhaup funzt wärd der mischt ve unten auergfiahrt und do verbrunnen..als wiea wenn mir net schun genua letze luft hattn…..iats tatts norr!!!!….

Tabernakel
Tabernakel
Universalgelehrter
22 Tage 16 h

Wir trennen den Müll und verdienen mit den freien Kapazitäten das Geld der Trentiner.
Falsch? Pekunia non olet.

Savonarola
Savonarola
Tratscher
22 Tage 22 h

Bolzano cloaca maxima

herbstscheich
herbstscheich
Tratscher
22 Tage 5 h

Auszugsweise aus der Fragestunde im Landtag v. 15.1.2013

Riccardo Dello Sbarba berichtete von Stimmen, wonach das Trentino, das auf eine Müllverbrennungsanlage verzichte, seinen Müll in Bozen verbrennen lassen wolle, und fragte, ob es diesbezügliche Gespräche zwischen den beiden Ländern gegeben habe.
Das Trentino wisse nicht, wo es seinen Müll entsorgen könne, antwortete LR Florian Mussner,
bisher sei aber kein derartiges Ersuchen gestellt worden. Laut
derzeitiger Gesetzeslage wäre ein Müllimport zudem verboten. Die Bozner
Anlage wäre jedenfalls nicht in der Lage, den Müll von Trient
aufzunehmen.

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