„AI Act“ schafft neue Klarheit

Klare Regeln für KI-Bilder

Montag, 14. September 2026 | 10:54 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – KI ist in der Fotografie längst Alltag. Doch wann bleibt sie Werkzeug – und wann muss ihr Einsatz sichtbar werden? Der europäische „AI Act“ schafft neue Klarheit.

Seit August 2026 gelten weitere Bestimmungen des europäischen „AI-Acts“. Für die Kreativbranche ist vor allem Artikel 50 relevant: Kundinnen und Kunden sollen unterscheiden können, was eine reale Aufnahme ist und was von einer KI erzeugt oder wesentlich manipuliert wurde. Ziel ist nicht, neue Technologien einzuschränken, sondern visuelle Inhalte nachvollziehbar zu machen.

Doch KI-Einsatz bedeutet nicht automatisch Kennzeichnungspflicht. Hautretusche sowie Korrekturen von Licht, Farbe oder Kontrast sind ohne besondere Kennzeichnung möglich, solange Aussage und Wahrheitsgehalt des Bildes nicht verändert werden.

Anders ist es bei vollständig KI-generierten Bildern oder Deepfakes: Hier ist Transparenz vorgeschrieben. Grenzfälle bleiben – etwa wenn reale Aufnahmen durch künstlich erzeugte Inhalte wesentlich verändert werden.

„KI erleichtert unsere Arbeit und eröffnet neue kreative Möglichkeiten. Klare Regeln geben uns dabei Sicherheit. Entscheidend ist, dass nachvollziehbar bleibt, was real und was künstlich erzeugt ist. Denn professionelle Fotografie lebt auch vom Vertrauen in das Bild“, betont Harald Wisthaler, Obmann der Fotografinnen/Fotografen und Filmer/innen im lvh.

Neben den gesetzlichen Vorgaben zählen die Wünsche der Auftraggeber. Manche Unternehmen legen bewusst Wert auf authentische Aufnahmen und möchten keine inhaltlichen Veränderungen durch KI. Besondere Sensibilität ist zudem gefragt, wenn Models oder andere abgebildete Personen mithilfe von KI verändert werden.

Auch für die eigene Werbung gilt es abzuwägen. „Wer mit einem KI-generierten Bild wirbt und es entsprechend kennzeichnet, macht damit auch deutlich: Das Gezeigte ist keine reale Aufnahme. Ob das zur eigenen Werbung passt und wie es bei den Kundinnen und Kunden ankommt, muss jeder Betrieb selbst abwägen“, so Wisthaler.

Zum sicheren Umgang mit KI gehört auch entsprechendes Wissen im Betrieb. Schulung und Sensibilisierung sollen sich dabei am jeweiligen Einsatz und den Risiken orientieren.

Für die Branche bedeutet das mehr Orientierung: KI bleibt ein wichtiges Werkzeug für kreative Arbeit. Transparenz, klare Absprachen und ein bewusster Umgang damit helfen, das Vertrauen in professionelle Bilder zu bewahren.

Bezirk: Bozen

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