Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die individuelle Unterstützung im Unterricht benötigen, steigt. Um dieser Herausforderung nicht nur zu begegnen, sondern die Qualität der Begleitung auf ein neues Niveau zu heben, hat die Landesregierung auf gemeinsame Initiative der drei Bildungslandesräte Philipp Achammer, Marco Galateo und Daniel Alfreider in ihrer Sitzung vom 28. August die Leitlinien für das Maßnahmenpaket zur schulischen Inklusion gutgeheißen. Es ist der Startschuss für eine gezielte Weiterentwicklung des Inklusionsbereichs, der die Schulen für die kommenden Jahre gut aufstellen soll.
Richtungsweisende Entscheidungen für Südtirols Schulen
“Das von der Landesregierung mitgetragene Maßnahmenpaket enthält richtungsweisende Entscheidungen für unsere Schulen”, betont Philipp Achammer, Landesrat für deutsche Bildung. “Mit diesem Maßnahmenpaket schlagen wir ein neues Kapitel der schulischen Inklusion auf. Es geht nicht um punktuelle Anpassungen, sondern um einen grundlegenden Entwicklungsschritt. Wir richten Personal, Ausbildung und Organisation konsequent am tatsächlichen Förderbedarf der Kinder und Jugendlichen aus.”
Der Landesrat für italienische Bildung, Marco Galateo, unterstreicht die Tragweite der strukturellen Neuausrichtung: “Mit einem neuen Berechnungsschlüssel werden die personellen Ressourcen genau dort eingesetzt, wo sie gebraucht werden. Die Anpassungen hierzu tragen den veränderten Anforderungen an den Schulen Rechnung und schaffen eine solide Grundlage für eine qualitativ gute Inklusionsarbeit, welche die Schulen im Alltag spürbar stärken soll. Wir wollen den Schulen mehr Gewissheit geben, das Personal verstärken und in dessen Qualifizierung investieren.”
Daniel Alfreider, Landesrat für ladinische Bildung, hebt den neuen Handlungsspielraum hervor, der durch den Umbau entsteht: “Inklusion gelingt dort am besten, wo Entscheidungen möglichst nahe an den Schülerinnen und Schülern getroffen werden. Wenn Schulen mehr Gestaltungsmöglichkeiten erhalten und Ressourcen verlässlicher einsetzen können, stärkt das ihre Handlungsfähigkeit und kommt letztlich den Kindern und Jugendlichen zugute.”
Mehr Personal, eigener Ausbildungslehrgang, mehr Handlungsspielraum
Der strukturelle Umbau setzt an den entscheidenden Hebeln der Personalausstattung und der Organisation an. Kernstück ist die schrittweise Aufstockung der Integrationslehrpersonen über einen Dreijahresplan ab 2027, wobei sich der Personalschlüssel für die Stellenzahl der Integrationslehrpersonen stärker an den Unterstützungsbedarfen der Schülerinnen und Schüler orientiert.
Um dem akuten Fachkräftemangel im Inklusionsbereich entgegenzuwirken, wird zudem ein maßgeschneiderter Ausbildungslehrgang für geeignete Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sowie bewährte Praxiskräfte, die über Direktberufungen im Integrationsbereich tätig sind, entwickelt.
Gleichzeitig wird die Verwaltung der Ressourcen neu organisiert. Ab dem Schuljahr 2027/28 werden die Stellen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Integration direkt den einzelnen Schulsprengeln und Schuldirektionen zugewiesen. Dies ermöglicht den Schulen eine bessere Planung, die sich flexibel an der jeweiligen Situation und den konkreten Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler orientiert. Dadurch wird auch die individuelle berufliche Situation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Integration planbarer.
Mit dem Maßnahmenpaket stellt die Landesregierung die Weichen für eine Inklusion, die sich noch stärker an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientiert. Ziel ist es, allen Schülerinnen und Schülern, die bestmöglichen Voraussetzungen für Teilhabe und Bildungserfolg zu bieten.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen