Von: Matthias Knapp
Meran – Meran will sein Stadtzentrum schrittweise verkehrsberuhigen und weitere Bereiche in Fußgängerzonen umwandeln. Damit rückt auch die Organisation des Lieferverkehrs stärker in den Blick. Stadt und Transportbranche beraten über Lieferzeiten, Ladezonen und die künftige Organisation der Warenverteilung.
Weitere Fußgängerzonen, temporäre Durchfahrtssperren und neue Verkehrsregelungen: Mit der Neuordnung des Verkehrs im Meraner Stadtzentrum verändern sich auch die Bedingungen für den Lieferverkehr. Über die praktischen Auswirkungen und mögliche Lösungen tauschten sich Vertreter der Stadt mit der Berufsgemeinschaft der Transporteurinnen und Transporteure im Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) aus.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Waren auch künftig zuverlässig zu Geschäften und Betrieben im Zentrum gelangen können. Als mögliche Zukunftslösung wurde ein Umschlagplatz außerhalb des Stadtzentrums diskutiert. Von dort könnten die Waren anschließend in die Stadt weiterverteilt werden. Wirtschaftsreferentin Barbara Hölzl brachte zudem eine Verlängerung der zulässigen Ausfahrtszeit um 30 Minuten ins Gespräch.
„Eine attraktive und verkehrsberuhigte Innenstadt und ein funktionierender Lieferverkehr müssen kein Widerspruch sein. Wichtig ist, die Veränderungen frühzeitig gemeinsam zu planen und dabei auch die praktischen Abläufe der Betriebe im Blick zu behalten“, betont Alexander Öhler, Obmann der Berufsgemeinschaft der Transporteurinnen und Transporteure im lvh.
Ein konkretes Thema sind die Lade- und Lieferzonen. Nach Erfahrungen der Branche werden Auf- und Abladeflächen immer wieder von Privatfahrzeugen blockiert oder anderweitig genutzt und stehen den Lieferanten dadurch nicht zur Verfügung. Auch die bestehenden Zeitfenster für Anlieferungen sind teilweise schwer mit den betrieblichen Abläufen vereinbar. Die Stadtverwaltung will bestehende Ladezonen überprüfen, teilweise verlegen und neue Standorte planen. Eine eigene Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit möglichen Lösungen.
Eine zusätzliche Herausforderung ist die hohe Bautätigkeit, mit der die Stadt in den kommenden drei Jahren rechnet. Größere Projekte sind unter anderem in der Laubengasse, am Kornplatz und an mehreren wichtigen Verkehrsachsen vorgesehen. Für die Transportbranche ist deshalb eine möglichst frühzeitige Information über größere Baustellen und deren Auswirkungen auf den Lieferverkehr wichtig. Bei größeren Bauvorhaben informiert die Stadt bereits über einen Newsletter.
Die Eröffnung des Küchelbergtunnels soll die Verkehrssituation zumindest teilweise entlasten. Die Stadt hat bereits umfangreiche Verkehrssimulationen durchgeführt. Nach Umsetzung der geplanten Maßnahmen sollen deren Auswirkungen laufend überprüft und die Verkehrsregelungen bei Bedarf angepasst werden.
Der Austausch zwischen Stadt und Transportbranche soll fortgesetzt und mögliche Anpassungen bei Lieferzeiten, Parkmöglichkeiten und Ladezonen geprüft werden. Vorgesehen ist zudem eine laufende Information über größere Baustellen und Verkehrsmaßnahmen.




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