Von: Sophia Molitor
Sexten – Um mehr regionale Lebensmittel auf die Teller von Südtirols Hotels und Restaurants zu bringen, braucht es vor allem eines: funktionierende Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Tourismus. Genau hier setzt die Veranstaltungsreihe „Zu Gast bei Pionieren“ an. Sie zeigt erfolgreiche Beispiele aus der Praxis und bringt Landwirte, Gastronomen und Hoteliers miteinander ins Gespräch. Die erste Veranstaltung im Herbst 2026 führte in die Region Drei Zinnen Dolomites.
Von Feld und Stall direkt auf den Teller: Die Protagonisten der Auftaktveranstaltung von „Zu Gast bei Pionieren“ praktizieren regionale Kreisläufe, bei denen Landwirtschaft, Verarbeitung und Gastronomie Glieder ein und derselben Wertschöpfungskette sind. „Die neue Ausgabe unserer Reihe steht beispielhaft dafür, wie man in der Praxis mehr Regionalität leben kann und dadurch eine Win-Win-Situation entsteht“, sagt Kurt Sagmeister, Head Product bei IDM. „Zum einen werden durch regionale Kreisläufe Hotels und Restaurants mit frischen heimischen Produkten beliefert, zum anderen wird die Landwirtschaft durch Direktvermarktung und Verarbeitung attraktiver.“ Die vorgestellten Betriebe zeigen laut Sagmeister unterschiedliche Wege auf, wie Betriebe im ländlichen Raum wirtschaftlich erfolgreich sein können, ohne ihre regionale Identität aufzugeben.
Erste Station des Events war der Demeter-zertifizierte Betrieb der Familie Feichter in Toblach. Bernhard Feichter und sein Sohn bauen dort auf rund 8 Hektar Fläche Roggen, Weizen, Dinkel und verschiedene Biokartoffelsorten an, die sie dann in der eigenen Kornmühle sowie im hofeigenen Backofen weiterverarbeiten. Daraus entstehen Produkte wie Cookies, Kartoffelspalten und Biokartoffeln, die direkt in den Lebensmitteleinzelhandel bzw. über den Großhandel in die Gastronomie gelangen. Die Unternehmerfamilie hat sich somit vom reinen Rohstofflieferanten zum Produzenten mit eigener Marke entwickelt und kann dadurch mehr Wertschöpfung generieren.
Käserei Sexten beliefert Hotels und Gastronomiebetriebe
Den zweiten Stopp legten die Teilnehmenden in der Käserei Sexten ein. Diese verarbeitet jährlich etwa 3,4 Millionen Liter Milch und Biomilch von 43 Bauern und Bäuerinnen zu hochwertigen Milchprodukten weiter. Nach dem Prinzip der kurzen Wege beliefert die Käserei zahlreiche Hotels und Gastronomiebetriebe in Sexten direkt mit Milchprodukten – und mit garantierter Frischmilch: Die Milch wird innerhalb weniger Stunden vom Hof über die Käserei in gastronomiegerechten Verpackungen an die Betriebe ausgeliefert. Im eigenen Geschäft der Genossenschaft können auch Gäste und Einheimische die Produkte der Käserei erstehen.
Das Jora Mountain Dining in Innichen war Schlusspunkt des Tages im Zeichen der Pioniere. Küchenchef Markus Holzer arbeitet bereits seit 20 Jahren mit heimischen Bäuerinnen und Bauern zusammen. Sein Küchenkonzept basiert auf saisonalen Zutaten, kurzen Wegen, ganzheitlicher Produktverwertung und regionaler Herkunft der Lebensmittel als Qualitätsmerkmal. Beim Flying Buffet und Direktverkostungen konnten die Teilnehmenden des Events hautnah erleben, wie lokale Produkte ganz konkret auf die Speisekarte gelangen.
Auf der Teilnehmerliste des Events standen Vertreter:innen aus Landwirtschaft, Hotellerie, Gastronomie, Tourismusorganisationen und Interessenverbänden. Beim Besuch der drei Betriebe hatten die Teilnehmenden viel Gelegenheit zum Austausch und zum Anbahnen neuer Kooperationen. Nächste Gelegenheit für einen Besuch bei Pionieren ist am 7. Oktober, wenn das Event zu Gast am Tschögglberg ist. Es geht dabei nach Vöran zum Biohof Noafhof, weiter über Hafling zum Lenkhof und anschließend zum gemeinsamen Get-together ins Hotel Miramonti.




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