Von: Sophia Molitor
Innsbruck – Das Innsbrucker GreenTech-Startup Serwas Technologies hat das erste Closing seiner Pre-Seed-Finanzierungsrunde über knapp 300.000 Euro abgeschlossen. Lead Investor ist Gateway Ventures. Darüber hinaus beteiligen sich Business Angels aus dem Pioneers Club sowie das MCI Innsbruck. Ein zweites Closing ist für Oktober geplant und soll weitere Investoren sowie zusätzliches Kapital für den Ausbau des Unternehmens bringen.
Serwas Technologies verbindet Rechenleistung mit der Wärmeversorgung von Gebäuden. Das Unternehmen betreibt dezentrale Serverinfrastruktur und stellt die verfügbare Rechenleistung externen Unternehmen zur Verfügung. Die beim Betrieb entstehende Abwärme wird gleichzeitig für Heizung und Warmwasserbereitung genutzt.
Die Server werden direkt in Gebäuden mit einem konstant hohen Wärmebedarf installiert, etwa in Schwimmbädern, Hotels, Pflegeeinrichtungen oder größeren Wohnanlagen. Eine eigens entwickelte Kühltechnologie soll die entstehende Wärme aus den Servern abführen und für die bestehende Wärmeversorgung nutzbar machen.
„Wir wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die dabei entstehende Wärme direkt gebraucht wird. Server sollen künftig nicht nur rechnen, sondern gleichzeitig Gebäude beheizen“, erklärt Timo Berkmann, Co-Founder von Serwas Technologies.
Mehr Ausbau an gezielten Standorten
Mit dem neuen Kapital soll zunächst der bestehende Standort in einem Innsbrucker Hallenbad weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig plant das Unternehmen, weitere geeignete Gebäude als Standorte für seine Serverinfrastruktur zu erschließen.
Hinter dem Geschäftsmodell steht ein wachsender Bedarf an Rechenleistung, der insbesondere durch Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz weiter zunimmt. Gleichzeitig stoßen klassische Rechenzentren zunehmend auf Herausforderungen wie begrenzte Netzkapazitäten, hohe Anforderungen an die Stromversorgung und lange Planungszeiten.
Serwas setzt deshalb auf einen dezentralen Ansatz. Statt große Rechenzentren an wenigen Standorten zu errichten, sollen kleinere Serverkapazitäten dort entstehen, wo geeignete Infrastruktur und ein kontinuierlicher Wärmebedarf bereits vorhanden sind. Die beim Betrieb erzeugte Wärme muss dadurch nicht wie in klassischen Rechenzentren aufwendig abgeführt werden, sondern kann weiter genutzt werden.
„Serwas verbindet zwei Märkte, die in den kommenden Jahren massiv an Bedeutung gewinnen werden: Rechenleistung und nachhaltige Energieversorgung“, sagt Markus Kainz, Gründer und CEO von Gateway Ventures. Besonders im dezentralen Ansatz sieht der Investor Potenzial, da Rechenkapazitäten dort aufgebaut werden können, wo die entstehende Wärme unmittelbar genutzt wird.
Für Gebäudebetreiber könnte das Modell dazu beitragen, Heizkosten und CO₂-Emissionen zu senken. Gleichzeitig soll der Energieaufwand für die Kühlung der Server reduziert werden. Mit dem weiteren Ausbau will Serwas das Konzept nun auf zusätzliche Standorte übertragen und schrittweise skalieren.




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